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ZUG: Bibliothek lockt Besucher mit verzierter Fassade

Derzeit sind Maler an der Fassade der Bibliothek Zug am Werk. Sie enthüllen Begriffspaare, die Anreize schaffen, dem Haus einen Besuch abzustatten. Die Bibliotheksleiterin hat bereits eine weitere Idee im Kopf.
Marco Morosoli
Die Malerin Andrea Brändli entfernt die Folie, hinter der verschiedene Begriffspaare erscheinen.

Die Malerin Andrea Brändli entfernt die Folie, hinter der verschiedene Begriffspaare erscheinen.

Marco Morosoli

marco.morosoli@zugerzeitung.ch

Noch in den 1970er-Jahren war die Stadt- und Kantonsbibliothek im alten Zeughaus an der Ecke Zeughausgasse und Ägeristrasse untergebracht. Der dortige Lesesaal war düster und der Holzboden knarrte bei jedem Schritt.

Die heutige Bibliothek in der alten Kaserne an der St.-Oswalds-Gasse 21 mit ihrer Dependance im alten Zeughaus ist das pure Gegenteil davon. In beiden Häusern ist es sehr hell und einladend. Entsorgt hat die Institution inzwischen auch den sperrigen Namen und firmiert unter der Marke «Bibliothek Zug». Diese Bezeichnung sucht der potenzielle Kunde aber derzeit auf dem Hauptgebäude noch vergeblich. Das wird sich ändern. Ab heute kann jeder an der Fassade ablesen, was es in der Bibliothek alles zum Anschauen und zum Ausleihen gibt. Das Ganze ist in Begriffspaare aufgegliedert, die den Betrachter zum Denken anregen. Da ist zum ­Beispiel zu lesen: «Himmelblau ­und rosarot», «Buchklub und ­E-Book» und «Manga-Girl und Hidden Flower».

Das Design kommt von Heiri Scherer

Unter einem Buchklub kann sich ein jeder etwas vorstellen, hingegen werden die älteren Bibliotheksnutzer mit «Manga-Girl» kaum etwas anfangen können. Bei Jugendlichen sind japanische Comic-Serien derzeit angesagt. «Wir wollen mit der Beschriftung Anreize schaffen, damit die Leute zu uns kommen», sagt Pia Rutishauser. Sie leitet die Bibliothek seit anderthalb Jahren. «Himmelblau und rosarot» mag auf den ersten Blick doppeldeutig sein, doch hat es einen profanen Ursprung. Pia Rutishauser klärt auf: «Literatur hat bei uns eine blaue Signatur. Mit Buchstaben in Rosa werden Jugendbücher beschriftet.»

Die Idee einer Beschriftung der Fassade sei, so erzählt Pia Rutishauser, schon vor 15 Jahren ein Thema gewesen. Der damalige Vorschlag des Luzerner Designers Heiri Scherer war, die grossen Namen der Literatur auf die Fassade zu schreiben. Der Plan ist dann aber nicht ausgeführt worden und in einer Schublade verschwunden. Jetzt bleibt die Beschriftung nicht nur eine Idee, sondern sie wird Realität. Das Design hat auch dieses Mal wieder Heiri Scherer besorgt.

Bibliothek muss sich immer wieder neu erfinden

Die Quelle des Wissens ist heute mehr als ein Ort, wo Bücher geholt und wieder zurückgebracht werden. Die Bibliothek Zug ist auch ein beliebter Treffpunkt geworden. Ein Ort, wo jeder das finden kann, was er sucht. Es gibt Räume, in denen Stille angesagt ist. Derweil es auch Platz für einen kurzen Schwatz gibt. Insgesamt können in der Bibliothek Zug 208 000 Medien eingesehen und zum grössten Teil auch ausgeliehen werden. Heute sind es aber nicht mehr nur Bücher, sondern auch DVDs oder Blue-Ray-Scheiben. Hinzu kommen noch 922 Zeitschriften. Grundsätzlich gilt, dass in der Bibliothek alles zu finden ist, was im Kanton Zug erschienen ist. Selbst alte EVZ-Magazine sind dort noch greifbar. «Die Bibliothek muss sich heute immer wieder neu erfinden», sagt denn auch Pia Rutishauser. Was geblieben ist, sind die Studenten, welche die Bi­bliothek als Studierzimmer mit aller für Examen notwendiger Literatur sehr schätzen.

Bereits hat Pia Rutishauser eine neue Idee. Sie möchte die Bushaltestelle «Theater Casino» auf der Linie 11 (Zug-Schönegg) der Zugerland Verkehrsbetriebe in «Bibliothek» umtaufen. Eine Haltestelle mit dem gleichen Namen gebe es ja schon an der Artherstrasse. Den Wunsch hat die Bibliotheksleiterin bereits bei der zuständigen Stadträtin Vroni Straub-Müller deponiert. Bei ihrer Innovationskraft ist damit zu rechnen, dass dieser Vorschlag nicht auf die lange Bank geschoben wird.

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