ZUG: Bis der blanke Hass regiert

Das Theater Touché spielt im Burgbachkeller eine der erfolgreichsten schwarzen Komödien der vergangenen Jahrzehnte.

Andreas Faessler
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Vorerst ist die Stimmung heiter und entspannt. Bald aber gerät alles arg aus den Fugen.Bild: PD

Vorerst ist die Stimmung heiter und entspannt. Bald aber gerät alles arg aus den Fugen.Bild: PD

Mit «Der Gott des Gemetzels» hat die französische Schriftstellerin Yasmina Reza sprichwörtlich den Coup ihres Lebens gelandet. Nach der Uraufführung 2006 am Schauspielhaus Zürich startete das Kammerspiel für vier Personen seine Erfolgstour und wurde innert Kürze zu einem der erfolgreichsten Theaterstücke der vergangenen Dekaden. 2011 wurde es von Roman Polanski verfilmt.

Die Geschichte ist so banal wie schlussendlich genial: Zwei Buben prügeln sich. Die jeweiligen Eltern wollen dies unter sich klären, zivilisiert wie Erwachsene eben. Aber das geht mächtig schief. Das anfänglich anständige Gespräch, welches zur Versöhnung führen sollte, wird zum angeheizten Disput. Dieser entwickelt sich dramatisch zu einer wüsten Auseinandersetzung, die immer absurdere Züge annimmt. Nach und nach zeigen die Protagonisten ihre zweiten, dritten Gesichter und lassen erschreckend tief blicken. Blanker Hass beginnt, das Geschehen zu leiten. Ob die vier den sich öffnenden Abgründen ausweichen können oder ins Verderben stürzen?

Unter der Leitung von Regisseurin Caroline Gerber führt das Zürcher Theater Touché die bizarre Komödie von Yasmina Reza zweimal in Zug auf. Es spielen Claudia von Grünigen, Klaus Holtzhauer, Hansjörg Lutz und Nicole Osterwalder. An der Produktion für Zug sind auch Schülerinnen und Schüler der 2. Oberstufe Walchwil beteiligt: Für das Bühnenprojekt im Burgbachkeller haben sie kleine Filmsequenzen hergestellt. Diese werden jeweils am Anfang und am Schluss der Aufführung abgespielt.

 

Andreas Faessler

andreas.faessler@zugerzeitung.ch

Hinweis

«Der Gott des Gemetzels» mit dem Theater Touché im Burgbachkeller Zug am Mittwoch und Donnerstag, 1. und 2. Februar, jeweils um 20 Uhr.