ZUG: Braucht es Heime für Migranten?

Immer mehr Ausländer erreichen das Rentenalter. Ihre Bedürfnisse werden zur Herausforderung.

Christian Glaus
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Bruno Keller, Präsident des Seniorenverbands Zug: «Wir wollen mit diesem Papier Denkanstösse für die Politik liefern.» (Bild: Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Bruno Keller, Präsident des Seniorenverbands Zug: «Wir wollen mit diesem Papier Denkanstösse für die Politik liefern.» (Bild: Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Rund 400'000 Rentner mit Migrationshintergrund werden bis im Jahr 2020 in der Schweiz leben. Das zeigt eine Studie der eidgenössischen Kommission für Migrationsfragen. Viele dieser Senioren müssen früher oder später in ein Alters- oder Pflegeheim gehen. Sie haben aber teils andere Bedürfnisse als Schweizer Rentner. Dies zeigt der Kantonale Senioren-Verband Zug auf, der zum Thema Migration im Alter ein Positionspapier erarbeitet hat. «Wir wollen mit diesem Papier Denkanstösse für die Politik liefern», sagt Präsident Bruno Keller.

Einfluss auf Heimplanung

In dem Papier schildert der Senioren-Verband unter anderem, welche Herausforderungen auf die Einwanderer aber auch die Altersheime zukommen können. Viele Migranten mussten früher schwere oder sogar gesundheitsschädigende Arbeit leisten, heisst es im Positionspapier. Rund jeder Dritte habe mittlere Deutschkenntnisse, und rund jeder Zehnte habe grosse Probleme bei der Integration.

Pragmatische Lösungen

In den Zuger Altersheimen gibt es solche speziellen Abteilungen nicht. «Es ist in unseren Köpfen, aber noch nicht akut», umschreibt Peter Arnold, Gesamtleiter der Alterszentren Zug, die derzeitige Situation. Diese Aufgabe stelle sich wohl erst in zehn Jahren. Derzeit setze man auf pragmatische Lösungen. Sollte ein Heimbewohner der deutschen Sprache nicht mächtig sein, würde man nach einer geeigneten Betreuungsperson suchen, die Kultur und Sprache versteht.

Kein Thema sind spezielle Migranten-Abteilungen derzeit auch in den beiden Baarer Altersheimen. Es bestehe kein Bedarf, sagt Leiter Kurt Stadler.