ZUG: Bunte Feier in gemütlichem Rahmen

Die Redner auf dem Landsgemeindeplatz und im alten Kantonsspital lobten die frisch gewählte Frau Landammann. Die Feier von Manuela Weichelt war ruhig im Gegensatz zur letzten, die hohe Wellen warf.

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Weichelt posiert zusammen mit Standesweibel Hans Peter Rosenberg. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 16. Dezember 2016))

Weichelt posiert zusammen mit Standesweibel Hans Peter Rosenberg. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 16. Dezember 2016))

Charly Keiser

charly.keiser@zugerzeitung.ch

Als dritte Frau nach Ruth Schwerzmann (FDP) und Brigitte Profos (SP) wurde am Donnerstag Manuela Weichelt zur Frau Landammann gewählt. Sie steht damit ab Anfang 2017 und für zwei Jahre dem Zuger Regierungsrat vor.

Schon gestern wurde die Wahl in ihrer Einwohnergemeinde Zug gebührend gefeiert. Dies zuerst auf dem Landsgemeindeplatz, wo die Stadt zu Risotto, Glühwein und Musik verschiedener Formationen lud.

«Sie steht für die Solidarität»

Mit der Begrüssung durch Stadtpräsident Dolfi Müller begann der feierliche Teil. «Es ist wieder einmal so weit: Wir feiern ein winterliches Volksfest. Und genau hier haben unsere Vorväter öffentlich politisiert – auf dem Zuger Landsgemeindeplatz am See.» Frauen seien damals nicht dabei gewesen, betonte Müller, der dann die Vorzüge der Frau Landammann aufzählte: «Manuela Weichelt steht für Solidarität zwischen Alt und Jung, Arm und Reich, Frau und Mann, Inländern und Ausländern – zwischen uns und den anderen.» Stolz zu sein auf den Kanton Zug, schliesse Solidarität mit den Schwächern nicht aus, ergänzte Müller und nahm Bezug auf das zweite Paket des Entlastungsprogramms, das die Stimmbürger Ende November an der Urne verworfen haben.

«Als 1887 die Vorstadt im Zugersee versank, wurde eine der ersten grossen europäischen Hilfsaktionen der Geschichte für das arme Städtchen Zug gestartet. Vergessen wir das nie.» Manuela Weichelt wisse dies, sagte Müller und ergänzte: «Sie ist aus tiefer Überzeugung der Solidarität verpflichtet. Deshalb wird sie den Stand und die Stadt Zug als Frau Landammann auch würdig vertreten.»

Auf Stadtpräsident Müller setzte die Grünen-Schweiz-Präsidentin und Berner Nationalrätin Regula Rytz den Reigen der Redner fort. Und begann damit: Sie habe gelesen, dass ihre Anwesenheit im Vorfeld zu Leserbriefen in der Zeitung und zu einer dementsprechenden kontroversen Diskussion geführt habe, sagte der Berner Gast. Sie sei wegen Manuela hier, mit der sie vieles verbinde, ergänzte Rytz. «Wir kämpfen für die Sache, als Frau und in der Minderheit. Und Manuela repräsentiert diese Aussenseiterrolle in Personalunionen.» Sie sei für den Wettbewerb der Ideen, sagte Rytz. «Aber für mich und Manuela ist das oftmals wie Jassen ohne Trümpfe.» Doch Rytz lobte auch den Zuger Regierungsrat: «Offenbar funktioniert die Konkordanz in Zug, die als faire Mehrheitsvertreter mit Manuela gut zusammenarbeiten. Wir sind stolz auf dich.»

Um 18.30 Uhr dislozierte die Festgesellschaft ins alte Kantonsspital – genauer ins ehemalige Personalrestaurant und in die Räume, in welchen der «Türkische Verein Zug» beheimatet ist. Hanspeter Uster gab Frau Landammann in seiner Ansprache den Tipp, den er aus eigener Erfahrung als Landammann gut kenne. «Halte dir die Zeit nach den Regierungsratssitzungen ab 16 Uhr frei. Denn ich war jeweils riesig auf dem Schnauz.»

Grünen-Kantonsrat Anastas Odermatt (Steinhausen) wünschte ihr: «Regiere wie eine Königin. Und da meine ich eine Königin im alten orientalischen Sinn: Das ist der oder die, welche die Verantwortung über Land und Menschen hat. Ich wünsche dir viel Erfolg und Freude, Frau Landammann.»

Auf dem Landsgemeindeplatz hält Stadtpräsident Dolfi Müller (oben rechts) eine Rede zu Ehren der frisch gewählten Frau Landammann. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 16. Dezember 2016))

Auf dem Landsgemeindeplatz hält Stadtpräsident Dolfi Müller (oben rechts) eine Rede zu Ehren der frisch gewählten Frau Landammann. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 16. Dezember 2016))

Ein Bild für das Familienalbum: Manuela Weichelt zusammen mit ihrem Ehemann Arnim und den beiden Töchtern Rezia Andrina und Lina Urezza. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 16. Dezember 2016))

Ein Bild für das Familienalbum: Manuela Weichelt zusammen mit ihrem Ehemann Arnim und den beiden Töchtern Rezia Andrina und Lina Urezza. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 16. Dezember 2016))