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ZUG: Buntes Treiben am Morgarten-Volksfest

Das Volksfest zur 700-Jahr-Feier in Oberägeri hat trotz wechselhaftem Wetter Tausende Besucher angelockt. Sie wurden zurückversetzt in eine längst vergangene Zeit.
Lionel Hausheer
Kreuzende Klingen in Oberägeri: Ein Schaukampf zweier Ritter gab einen Einblick, wie sich die Eidgenossenschaft vor 700 Jahren verteidigt hat. (Bild Christian Herbert Hildebrand)

Kreuzende Klingen in Oberägeri: Ein Schaukampf zweier Ritter gab einen Einblick, wie sich die Eidgenossenschaft vor 700 Jahren verteidigt hat. (Bild Christian Herbert Hildebrand)

Flöten- und Dudelsackklänge vermischen sich mit dem Bratwurstduft am Volksfest zur 700-Jahr-Feier der Schlacht am Morgarten. Zum Volksfest gehört Bratwurst, das ist klar. Die Dudelsäcke und fremdartig anmutende Flöten kommen vom Mittelaltermarkt, der ebenfalls Teil des Volksfestes ist. Trotz dem eher wechselhaften Wetter schlendern Besucher über den Holzschnitzelweg zwischen Pfeilbogenständen und Lederwaren nach Art von vor 500 Jahren. Zwei Männer mit Bart drechseln ein Stück Holz. Sie nennen sich Tywaskier und stellen Allemannen der Spätantike dar. Mit einem Fusspedal drehen sie ihr Werk und schnitzen so feine Konturen, nach alter Art. Einzig das Gummiband, das für den nötigen Gegendruck des Fusspedals sorgt, erinnert an die Neuzeit. «Wenn man es ganz genau nimmt, müsste man eigentlich einen zirka sechs Meter langen Ast nehmen», lachen die zwei Darsteller. Das sei aber sehr unhandlich. Und letztlich gehe es ja auch um den Spass, nicht alles müsse so ganz genau sein.

Authentizität hat ihren Preis

Der Spass steht auch beim Mittelalterverein Bern im Vordergrund. Dort ist Stefan Lörtsche Mitglied. Auch er und seine Truppe sind am Mittelaltermarkt in Oberägeri. Von übertriebener Genauigkeit in Zusammenhang mit seinem Hobby hält Stefan Lörtsche aber nur wenig. «Es ist heute fast unmöglich, alles originalgetreu herzustellen. Nur schon vom Aufwand und vom Kostenpunkt her.» Wie gross der Aufwand für ein authentisches Bett sein kann, ist kaum vorstellbar. Stefan Lörtsche erzählt, er kenne jemand, der nahm jeweils ein sogenanntes Schnurbett mit. «Der hat dann mal gut drei Stunden die Schnur in den Bettrahmen eingefädelt.»

Morgenstern aus dem Elternhaus

Alois Hegglin will man so im Dunkeln nicht begegnen: Er trägt etwas herum, dass bei den damaligen Adligen am Morgarten für schlaflose Nächte gesorgt hätte. An einem mächtigen Stock ragen am einen Ende lange, leicht rostige Nägel aus dem Holz. «Das ist ein Morgenstern. Den habe ich in meinem Elternhaus noch gefunden.» Etwa dreihundert Jahre müsse der dort gewesen sein, schätzt Alois Hegglin. Seine zweite Schätzung ist wohl nicht so ernst gemeint wie die erste, denn in seinem Gesicht zeigt sich der Schalk, als er sagt, «den hat mein Urgrossvater wahrscheinlich von der Rekrutenschule heimgebracht».

Gute Stimmung trotz Regen

Schlachten schlagen und traditionelle Werte verteidigen, das scheinen die Hauptthemen des Volksfestes zur 700-Jahr-Feier in Morgarten zu sein. Darum lag für Peter Staub, OK-Präsident des Volksfestes, auch die Zusammenarbeit mit der Armee nahe. «Ohne die tatkräftige Hilfe der Armee hätten die Feierlichkeiten in diesem Ausmass nicht stattfinden können.» Und die Armee geht dabei nicht leer aus, knapp die Hälfte des Programms darf sie gestalten. «Die Armee passt halt auch thematisch, bei der Schlacht ging es ja auch um die Verteidigung traditioneller Werte.»

Programmpunkte wie die Flugschau der Patrouille Suisse oder ein spektakulärer Fallschirmabsprung scheinen jedenfalls gut anzukommen. Peter Staub ist zufrieden mit den Besucherzahlen, auch wenn er diese nicht benennen kann. «Man liess sich offensichtlich nicht vom Regen abschrecken. Es herrscht gute Stimmung auf dem Festgelände», freut er sich.

Lionel Hausheer

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