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ZUG: Buslinie Nr. 8: Alles andere als ein wehmütiger Abschied

Mit dem Fahrplanwechsel morgen Sonntag verschwindet die Buslinie Nr. 8 aus dem Liniennetz der Zugerland Verkehrsbetriebe. Sie lebt aber in einer anderen Form wieder auf.
Marco Morosoli
Zwei Busse der Linie Nr. 8 kreuzen sich im Zentrum Zugerland. Ab morgen ist das Geschichte. (Bild: Maria Schmid (Steinhausen, 6. Dezember 2017))

Zwei Busse der Linie Nr. 8 kreuzen sich im Zentrum Zugerland. Ab morgen ist das Geschichte. (Bild: Maria Schmid (Steinhausen, 6. Dezember 2017))

Marco Morosoli

marco.morosoli@zugerzeitung.ch

Die Buslinie Nr. 8 und die USA-Komödie «Und täglich grüsst das Murmeltier» mit Bill Murray haben etwas Entscheidendes gemeinsam. Der Hauptdarsteller befindet sich in einer Endlosschlaufe des Erlebens. Sein Tag wiederholt sich immer wieder nach dem gleichen Schema. Er kommt nur daraus heraus, wenn er sein arrogantes Gehabe aufgibt. Auch auf der Buslinie 8 er- leben die Nutzer jeweils am Abend das gleiche Trauerspiel: In der Hauptverkehrszeit am Abend sind die Busse auf der Achse Baar–Steinhausen–Cham–Rotkreuz notorisch verspätet. Ein Chauffeur sagt: «Es kommen Verspätungen bis zu 25 Minuten vor.» Und das sehr häufig.

Verkehrsmeldungen der ZVB haben denn auch immer diese Linie betroffen. Jetzt ist der ZVB respektive dem Amt für öffentlichen Verkehr der Kragen geplatzt. Die Äste der mit 16,3 Kilometer längsten Linie der ZVB werden beibehalten. Die Nummer 48 fährt von Cham nach Rotkreuz. Die Nummer 36 von Baar nach Steinhausen.

Ein Opfer des «hohen Verkehrsaufkommens»

Der Mittelteil wird durch die Linien 6 respektive 7 bedient. Das spart Geld und wohl auch Nerven der Pendler. In den Hauptverkehrszeiten sind derzeit am Abend an Werktagen fix sieben Busse unterwegs. Wegen «des hohen Verkehrsaufkommens», so lässt sich die ZVB-Sprecherin Kathrin Howald zitieren, ist regelmässig noch ein achter Bus hinzugekommen. Das hat die Kosten erhöht, und trotzdem immer wieder zu Anschlussbrüchen geführt.

Neuralgisch, so berichten Pendler, sei vor allem die Strecke zwischen Baar und Steinhausen. Dort quert die Nr. 8 die Nordstrasse, auf welcher am Abend jeweils der grosse Stillstand herrscht. Davon ist auch der Bus betroffen. Mit dem neuen Regime hofft das Amt für öffentlichen Verkehr als Besteller zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Einerseits verbessert sich die Fahrplanstabilität, und andererseits wird zwischen Steinhausen und Cham verhindert, dass sich praktisch zwei Busse hintereinander auf dieser Strecke bewegen. So kann auch noch Geld gespart werden. Ebenfalls verkürzt wird ab dem Fahrplanwechsel, da die Linie nur noch bis ins Chamerried geführt wird.

Zudem gibt es nur wenige Busnutzer, die von Baar bis nach Rotkreuz durchfahren. Da ist die ebenfalls an Wochentagen im Viertelstundentakt verkehrende Stadtbahn, welche die beiden Relationen miteinander verbindet, die bessere Wahl.

Bei dieser Ausgangslage werde deshalb, so die ZVB-Sprecherin Kathrin Howald, auf der Abschiedsfahrt auf der Buslinie Nr. 8 auf Blumen am Bus verzichtet. Diese spezielle Reverenz wird oftmals Zügen erwiesen, die auf einer Strecke zum letzten Mal verkehren.

Trotzdem sehen die ZVB-Verantwortlichen und das Amt für öffentlichen Verkehr dem Montag mit Spannung entgegen. Werden auch die Buslinien Nr. 48 und Nr. 3 weiterhin notorisch verspätet sein?

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