ZUG: Casino auf Tournee im Kanton

Das Programm des Theaters Casino Zug wird von alternativen Veranstaltungs­orten übernommen – darunter sind auch einige über­raschende.

Lena Beiersdörfer
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In der Werkstatt-Lagerhalle der Bavaria AG in Baar werden bald Künstler zu Gast sein. (Bild Werner Schelbert)

In der Werkstatt-Lagerhalle der Bavaria AG in Baar werden bald Künstler zu Gast sein. (Bild Werner Schelbert)

Lena Beiersdörfer

«Casino. Gespielt wird immer.» Das ist das Motto der Theater- und Musikgesellschaft Zug (TMGZ) für die Saison 2016/17. Das Theater Casino Zug bleibt nämlich aufgrund von grossen Sanierungsarbeiten in nächster Zeit geschlossen (siehe Box). Getreu dem Motto laufen die Veranstaltungen jedoch trotzdem weiter – und zwar über den ganzen Kanton verteilt, wie die TMGZ in einer Mitteilung schreibt.

Hauptspielort wird dabei die Shedhalle in Zug sein. Hier werden von Dezember bis März Jazz, Comedy, Tanz und Familienprogramme zu sehen sein. In den Kirchen St. Johannes in Zug und St. Martin in Baar werden Orchesterkonzerte ertönen. Auch auf Bauernhöfen werden Events zu geniessen sein: Auf dem Kultursilo Böschhof in Hünenberg ist etwa eine Oper zu Gast. Mit der Werkstatt-Lagerhalle der Bavaria AG und der Produktionshalle der V-Zug stehen weitere aussergewöhnliche Veranstaltungsorte zur Verfügung. Die Keynote-Jazz-Reihe erklingt zunächst in der Dock Bar im Restaurant Schiff. Ab Januar 2017 wird sie jedoch in der Stadtbahn Zug ein neues Zuhause finden. «Es handelt sich bei der Jazz-Reihe vor allem um Kleinformationen, die auch gut in einem Bahnwagen Platz finden», erzählt Claudia Vieli, Medienverantwortliche der TMGZ. «Die Konzerte werden dann im fahrenden Zug entlang des Zugersees stattfinden.» Dieses Konzerterlebnis der anderen Art wird jeweils am Bahnhof Zug starten.

Um die zahlreichen anderen Veranstaltungsorte auch gut zu erreichen, wird für einen Teil der Anlässe ein kostenloser Shuttlebus zur Verfügung stehen.

Eine gesunde Portion Frechheit

Samuel Steinemann, Geschäftsführer und Intendant des Theaters Casino Zug, hat diese Lokalitäten organisiert. Schwierig sei es nicht gewesen, aber ganz gewisse eine Herausforderung. «Die Aufgabe hat uns – im positiven Sinne – aus der Komfortzone gezwungen», sagt er und fügt an: «Aber wenn man richtig gefordert ist, kann Tolles entstehen.» Letzten Sommer wurde eine Liste mit insgesamt 200 Lokalitäten erstellt und geprüft. 30 davon wurden vom Team des Theaters Casino besucht und 14 schlussendlich ausgewählt. Die Idee fand bei den Anbietern der Lokalitäten sogleich Anklang, sodass keine grosse Überzeugungsarbeit notwendig war: «Wir wurden überall mit offenen Armen empfangen», erzählt Steinemann. Nur, wie kommt man überhaupt auf die Idee, Konzerte in Zügen und Produktionshallen zu veranstalten? Steinemann erklärt das so: «Da braucht es eine gesunde Portion Frechheit und Unverfrorenheit. Man darf nicht aufgeben, auch wenn die Idee am Anfang undurchführbar erscheint.»

In nächster Zeit werden unter anderen Gidon Kremer und seine Kremerata Baltica, Nicolas Altstaedt und Regula Mühlemann in Zug zu Gast sein. Lorenz Keiser, Hazel Brugger und Anet Corti werden das Publikum in der Sparte Comedy zum Lachen bringen. Zudem wird Tanztheater «Der Glöckner von Notre-Dame» und Rossinis Oper «Der Barbier von Sevilla» zu sehen sein.

Neues Wahlabo

Diese Saison kann nebst dem Generalabo neu auch ein Wahlabo erworben werden. Dabei können die Wunschveranstaltungen zu einem individuellen Programm zusammengestellt werden.

HINWEIS

Der Vorkauf beginnt heute. Buchungen und weitere Informationen auf www.theatercasino.ch

Casino im Umbau

leb. In den nächsten Monaten stehen im Theater Casino Arbeiten an. Anfang Juni war die vorläufige letzte Vorstellung zu sehen. Inzwischen wurde das Gebäude geräumt. Ebenso ist der Ticketcorner in die Stadt- und Kantonsbibliothek an der St.-Oswalds-Gasse umgezogen. Die eigentliche Sanierung ist seit vergangenem Sonntag im Gange. Sie dauert insgesamt rund 14 Monate. Die Arbeiten konzentrieren sich auf den Abbruch des Fumoirs, den Übergang zwischen Alt- und Neubau mit dem zentralen Empfang sowie die Renovation der Altbaufassade.