ZUG: Cham erteilt Bewilligung für umstrittene Antenne

Fast 200 Anwohner protestieren gegen eine Mobilfunkantenne in einem Wohngebiet in Cham. Weil alle Vorschriften eingehalten wurden, hat die Gemeinde die Baubewilligung erteilt.

Drucken
Teilen
Der rote Pfeil zeigt, wo die Sunrise-Antenne in Cham zu stehen kommen soll. (Bild: Maria Schmid / Neue ZZ)

Der rote Pfeil zeigt, wo die Sunrise-Antenne in Cham zu stehen kommen soll. (Bild: Maria Schmid / Neue ZZ)

Innerhalb weniger hundert Meter soll in einem Wohngebiet in Cham an der Zugerstrasse 47 eine dritte Mobilfunkantenne aufgestellt werden. Dagegen haben 185 Anwohner Einsprache erhoben. Da das Baugesuch für eine neue Mobilfunkantenne von Sunrise alle notwendigen Vorschriften erfüllt, ist die Gemeinde Cham verpflichtet, die Baubewilligung zu erteilen, wie sie am Dienstag mitteilt. Die Einsprecher sind darüber informiert worden. Sie können den Entscheid über die kantonalen Beschwerdeinstanzen bis hin zum Bundesgericht anfechten.

Sunrise ist seit längerem auf der Suche nach einem weiteren Handymasten in Cham. «Zusätzliche Kapazität braucht mehr Leistung. Das Dateivolumen verdoppelt sich pro Jahr, und primär wird ja heute auf dem Smartphone im Internet gesurft», begründet Sunrise-Pressesprecher Roger Schaller das Gesuch. Sprich: Es geht vor allem ums Konsumieren von Videos, Musik und Ähnlichem – weniger ums Telefonieren.

An einer Infoveranstaltung im März kündigte ein Vertreter der Grundeigentümerschaft an, aus dem bereits abgeschlossenen und rechtsgültigen Vertrag aussteigen zu wollen. Dies ist ihm jedoch offenbar nicht gelungen, teilt die Gemeinde Cham mit. Sunrise hält am Baugesuch fest und macht ihren Anspruch auf die Erteilung der Baubewilligung geltend.

Untersuchungen in den vergangenen Wochen haben gezeigt, dass Sunrise ein vollständiges Gesuch eingereicht hat und die zulässigen Strahlungsgrenzen eingehalten werden. «Die geplante Mobilfunkantenne hat bei der Bevölkerung und insbesondere bei den Anwohnern Bedenken ausgelöst. Wir haben Verständnis für diese Bedenken. Aufgrund der baurechtlichen Bestimmungen ist es uns jedoch nicht möglich, die Bewilligung zu verweigern», sagt Gemeinderat Charles Meyer.

Die Einsprecher haben bereits Anfang März in der Neuen Zuger Zeitung bekundet, den Streit um die Mobilfunkantenne mit einem Rechtsanwalt weiterziehen zu wollen.

wh/rem