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ZUG: Chollerhalle kämpft ums Überleben

Um die Finanzen der Chollerhalle stehts schlecht. Der Geschäftsführer geht Ende Juni. Wie weiter mit der Eventhalle?
Harry Ziegler
Die Chollerhalle in Zug kämpft in einem schwierigen Umfeld. (Bild Stefan Kaiser)

Die Chollerhalle in Zug kämpft in einem schwierigen Umfeld. (Bild Stefan Kaiser)

Harry Ziegler

«Seit 10 Jahren besteht die Chollerhalle, und wir blicken auf ein schwieriges Jahr zurück», schreibt der Präsident des Vereins Chollerhalle Rudy J. Wieser in der Einladung zur Generalversammlung. Und tatsächlich: Im aktuellen Jahresbericht, der unserer Zeitung vorliegt, wird von einem Jahr mit weniger Veranstaltungen und «massiv weniger Publikum» geschrieben. 2014 konnten 20 Veranstaltungen weniger durchgeführt werden als noch im Vorjahr. «Wir sind somit wieder auf das Niveau von 2012 zurückgefallen», schreibt Präsident Rudy J. Wieser im Jahresbericht. Und der schlechten Nachrichten nicht genug: Der Geschäftsführer der Chollerhalle, Andreas Gröber, liess Anfang Juni verlauten, dass er Ende Monat den Betrieb verlasse.

2014 mussten die Verantwortlichen auch wegen des Minus bei den Veranstaltungen weniger Zuschauer verzeichnen. 2014 wollten 8981 Leute die Eigenveranstaltungen in der Eventhalle sehen. 2013 waren es noch 11 937. Bei einem Ertrag von rund 1,244 Millionen Franken und einem Aufwand von knapp 1,295 Millionen Franken resultiert 2014 ein Verlust rund 51 000 Franken. 2013 betrug der Verlust noch fast 64 000 Franken. Allerdings: Die Bilanz 2014 weist ein negatives Vereinsvermögen von rund 75 000 Franken aus.

Subventionen gekürzt

Seit 2014 gilt eine neue Subventionsvereinbarung mit Kanton und Stadt Zug sowie der Stadt Baar. Die Vereinbarung sieht Kürzungen vor. Diese haben sich 2014 laut Jahresbericht offenbar als derart gravierend erwiesen, dass die «Programmation für die Saison 2014/15 nicht wie gewünscht» geplant werden konnte. Die Chollerhalle wurde 2014 mit einem Beitrag von total 498 500 Franken unterstützt. Acht Gemeinden leisteten Beiträge. Aufs Jahr 2014 gekürzt wurden die Beiträge der Stadt Zug um 20 000 auf 180 000 sowie der Stadt Baar um 5000 auf 60 000 Franken. Der Kanton Zug leistete 2014 einen Beitrag von 230 000 Franken. «Es stellt sich für uns nun die Frage, ob wir die Erwartungen der Subventionsgeber in Zukunft so noch erfüllen können», schreibt Rudy J. Wieser weiter. Und weiter: «Gespräche mit den Subventionsgebern zur Klärung sind geplant.»

Gespräche sind im Gang

Wie Rudy J. Wieser erklärt, seien die Gespräche mit den Subventionsgebern auf gutem Wege. «Wir sind mittendrin.» Bis im Herbst sollten Resultate vorliegen. «Ich kann momentan nichts zu allfälligen Ergebnissen der Gespräche sagen», so Wieser. Es handle sich hierbei um ein laufendes Geschäft. Die Chollerhalle verfügt über einen Leistungsauftrag des Kantons bis 2017. In den Gesprächen geht es wohl darum zu klären, wie der Leistungsauftrag seitens Chollerhalle aber auch seitens Kanton verstanden wird. «Wir müssen mehr kommerzielle Veranstaltungen durchführen können», sagt Wieser.

Dass die Chollerhalle mit Problemen kämpft, ist nicht nur ein Phänomen Zugs. Das ist ein schweizerisches Problem. Ausserdem spürt die Chollerhalle auch den Druck, der durch die anderen Eventhallen im Kanton aufgebaut wird. Da kann es schon vorkommen, dass einzelne Veranstalter die Hallen im Kanton gegeneinander ausspielen, wie Szenekenner erklären.

Das sieht auch Zugs Stadtpräsident Dolfi Müller ähnlich. Der Leistungsauftrag mit dem Verein Chollerhalle laufe bis 2017. Daran wolle man nicht rütteln. Man habe aber dem Vorstand Entgegenkommen signalisiert. «Der Verein muss mehr Mittel aus eigener Kraft erarbeiten können», so Müller. Das heisse konkret, dass dazu wohl etwas mehr kommerzielle Veranstaltungen notwendig seien. Dagegen sei nichts einzuwenden. Gemäss Müller müsse aber auch der sogenannten Nischenkultur genügend Platz eingeräumt werden. Diese Kultur werde primär durch Beiträge der öffentlichen Hand gefördert.

«Der Vorstand springt ein»

Vereinspräsident Rudy J. Wieser bestätigt den Abgang von Geschäftsführer Andreas Gröber. Wie gehts weiter in Sachen Geschäftsführung? «Momentan wird die Leitung durch die anstehende Sommerpause geregelt», sagt Wieser. Danach würde man weiterschauen. Solange man nicht wisse, was die Halle brauche, werde man noch niemanden einstellen. «Im Notfall springt der Vorstand ein.»

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