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ZUG: Da ist buchstäblich Feuer im Horn

Die 122. Ausgabe des Fasnachtsblattes «Das Feuerhorn» hat ein beherrschendes Thema. Es zieht sich wie ein roter Faden durchs ganze Blatt.
Marco Morosoli
Die Nachwehen der Landammann-Feier sind im aktuellen «Feuerhorn» das beherrschende Thema. (Bild: Titelbild «Feuerhorn»)

Die Nachwehen der Landammann-Feier sind im aktuellen «Feuerhorn» das beherrschende Thema. (Bild: Titelbild «Feuerhorn»)

Marco Morosoli

Der Kanton Zug steht normalerweise im Zusammenhang mit Steuern oder Drohungen, die NFA-Gelder nicht vollumfänglich nach Bern zu überweisen, im Fokus der medialen Öffentlichkeit. Seit Ende Dezember beherrscht aber ein anderes, zwischenmenschliches Thema die Zeitungen, Stammtischgespräche und allerlei Internetplattformen: das Techtelmechtel zwischen dem Kantonsrat Markus Hürlimann (SVP) und seiner Ratskollegin Jolanda Spiess-Hegglin (Alternative-die Grünen) während und im Nachgang der Landammann-Feier auf dem Zugersee-Schiff und im «Schiff». Die Fasnachtspostille umfasst inklusive Titelblatt – zwölf redaktionelle Seiten. Die Affäre, in Anlehnung an den «Watergate-Skandal» in den USA in den 1970er-Jahren auch schon als «Zuger Sex-Gate» bezeichnet, füllt dabei fast vier Seiten.

Dabei ärgert sich die «Feuerhorn»-Redaktion, dass wohl viele Fragen in dieser delikaten Angelegenheit für «immer unbeantwortet bleiben». Nicht alle sind jugendfrei. Einige wie «Warum werden die Überwachungskameras im Restaurant nicht ausgewertet?» durchaus naheliegend. Die Blattmacher haben dabei augenzwinkernd natürlich – auch gute Tipps auf Lager. So sollen «zwingend notwendige Veranstaltungen wenn möglich in nach Geschlechtern getrennten Räumen durchgeführt werden». Vom «Feuerhorn» bekommt aber auch die Presse ihr Fett weg. Diese habe «nach dem parteiübergreifenden Freundschaftsakt» schlagzeilen­gierig über «diesen Kniefall» berichtet. Und dies in einer «schamlosen Art», von der sich selbst «Das Feuerhorn» distanzieren muss. Bei all dem Auf-die-Finger-Klopfen fügt die Redaktion des vom Styger-Rettungskorps herausgegebenen Blattes immerhin noch an: Dass «über diese für die Direktbetroffenen sicher nicht lustige Tragikomödie weiterhin gewitzelt und geschmunzelt wird», hätten sich die beiden Protagonisten «in erster Linie selber zuzuschreiben».

«Das grosse Chaos» im Innern

In der Direktion des Innern, so stellt «Das Feuerhorn», fest, hätten im letzten Jahr Dinge ihren Anfang genommen, die mehr als genügend Stoff für einen Schwank böten. Auch der Titel ist laut dem Fasnachtsblatt mit «Das grosse Chaos» schon bekannt. Hauptdarstellerin, wenig überraschend, ist die Direktionsvorsteherin Manuela Weichelt-Picard. Sie wird in einer Karikatur gleich mit fünf Armen dargestellt, die aber scheinbar nicht reichen, um all die Problemfelder bewältigen zu können. Es fängt mit der Suche nach einem Direktionssekretär (oder -in) an, der die gleiche politische Gesinnung wie sie haben soll. Auch bei den erstmals nach dem Majorzsystem durchgeführten Wahlen für die Exekutiven (Regierungsrat, Gemeinderäte) habe das «totale Chaos» geherrscht. Dessen Aufarbeitung sei «mit einem genial misslungenen Krisenmanagement» vonstattengegangen. Die Verantwortliche habe sich das ganze «Theater» von der Bühne aus angeschaut.

Der Unbill ist aber noch nicht genug, ebenso in anderen Dossiers bekommt die einzige Frau in der Zuger Regierung vom Narrenblatt Schelte. Sie hätte die Sache bei der Suche nach einer neuen Computer-Software nicht wie gefordert öffentlich ausgeschrieben. Der Programm-Wirrwarr geht weiter. Auch bei einem umfassenden Update für die Einwohnerkontrolle setzt der Kanton Zug viel Geld in den Sand. Und als reichten vier Akte für einen Schwank nicht schon aus: Bei der Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde laufe nicht alles rund. Das Fasnachtsblatt stellt fest: «Herrlich, wie Weichelt die Unschuldige mimt. Sie ist fast so gut wie Larry Hagman, der einst in der TV-Soap ‹Dallas› den windigen Bösewicht J.R. Ewing spielte.» Immerhin erhält Manuela Weichelt für ihre Rolle keinen Kaktus, aber Ironie muss trotzdem sein: Die Regierungsrätin brilliert in der Hauptrolle.

Ständerat irrt planlos umher

Daneben finden sich im Fasnachtsblatt noch zahlreiche kleine Schmankerln. So hat «Das Feuerhorn» erfahren, dass der Zuger Ständerat Joachim Eder sich auf dem Zugerberg verlaufen hat, und der ehemalige Stadtrat Andreas Bossard an einer Feier in Walchwil doch glatt zwei Käselaibe mit nach Hause nehmen wollte. Ob er zu Hause noch heimliche Mitesser hat? Alles in allem stimmt der Mix der 122. Ausgabe des «Feuerhorns». Ob es wohl mit dem Ausbleiben von «Sex-Gate» dünner ausgefallen wäre? Klar ist, ohne diese «Ingredienz» hätten ein paar Zeitgenossen in letzter Zeit besser geschlafen.

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