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Zug: Das Interesse an der Tätigkeit der Kesb bleibt gross

Vorträge und Diskussionsrunden der Kesb Zug sind weiterhin sehr gefragt. Die Behörde sieht diese Anlässe als Chance, Kritik entgegenzuwirken, aufzuklären und Vertrauen zu schaffen.
Andreas Faessler
Sitzer der Kindes und der Erwachsenenschutzbehöde an der Bahnhhofstrasse in Zug. (Bild: Werner Schelbert)

Sitzer der Kindes und der Erwachsenenschutzbehöde an der Bahnhhofstrasse in Zug. (Bild: Werner Schelbert)

Die Kesb Zug stellt auch im ersten Halbjahr 2018 ein grosses Interesse an externen Vorträgen und Diskussionsanlässen rund um das Thema Kindes- und Erwachsenenschutzrecht fest. Zahlreiche Anfragen seien aus Zuger Gemeinden und von diversen Vereinen gekommen, sagt Gabriella Zlauwinen, Präsidentin der Kesb Zug und Leiterin des Amtes für Kindes- und Erwachsenenschutz Zug. Zwar bedeuteten diese Veranstaltungen einen Zusatzaufwand, doch lägen sie ganz klar auch im Interesse der Behörde. «Solche Veranstaltungen stärken das Vertrauen in die Kesb, Interessierte erhalten Informationen über Verfahren und Massnahmen im Kindes- und Erwachsenenschutz aus erster Hand», so Zlauwinen.

Was das Publikum interessiert

Das Hauptinteresse an den Vorträgen gelte vor allem dem Thema Vorsorgeauftrag. «Es stehen Fragen im Zentrum, die etwa die Erstellung und Handhabung eines Vorsorgeauftrages betreffen. Was bedeutet dabei die Validierung? Welche Rechte hat eine vorsorgebeauftragte Person? Oder ab wann ist ein Vorsorgeauftrag gültig?», führt die Kesb-Präsidentin Beispiele an. Teilnehmende seien überdies oft der Meinung, dass die Kesb automatisch eingeschaltet werde, wenn beispielsweise eine Ehepartnerin oder ein Ehepartner stirbt. «Hier gilt es dann aufzuklären, dass die Kesb nur auf eine konkrete Gefährdungsmeldung hin Abklärungen vornimmt und zuerst prüft, ob jemand urteilsunfähig ist oder nicht. Ist die betroffene Person urteilsunfähig und/oder schutzbedürftig, kann je nach den Bedürfnissen eine massgeschneiderte Massnahme errichtet werden oder darauf verzichtet werden», hält Gabriella Zlauwinen zu diesem Punkt fest.

Ein weiteres zentrales Thema, das die Leute beschäftigt, sei die Besuchsrechtsregelung bei Familien mit Kindern. «Dieses wird vor allem dann aufgegriffen, wenn eine Teilnehmerin oder ein Teilnehmer betroffen ist, respektive die oder der jemand Betroffenes kennt.»

Der Gewinn liegt im direkten Dialog

Auch die generelle Kritik, beziehungsweise die Vorbehalte, welche den Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden in der Vergangenheit entgegengeschlagen sind, werden bei den Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen angesprochen. «Das begrüssen wir», betont Gabriella Zlauwinen. «Es gibt uns Gelegenheit, Stellung zu beziehen, allenfalls auch Vorurteile abzubauen und andererseits aber auch berechtigte Kritik entgegenzunehmen – und bei Bedarf Verbesserungen herbeizuführen.» Aus Sicht der Kesb Zug sind diese Anlässe sowohl für das Publikum als auch für die Behörde ein Gewinn, insbesondere deshalb, weil hier ein direkter Dialog stattfinde. So sei denn auch die Resonanz auf diese Veranstaltungen sehr positiv, zieht Gabriella Zlauwinen Fazit.

Abstimmung vom 10. Juni:
Zeitgemässere Begriffe in der Kantonsverfassung

Am Abstimmungstag vom 10. Juni kommt auch eine kantonale Vorlage vors Volk, bei der es um eine rein formelle Anpassung in der Kantonsverfassung geht, die inhaltlich keine Änderung mit sich bringt. Die Anpassung betrifft Paragraf 27, der mit dem Erwachsenenschutzgesetz in Zusammenhang steht und seit über 120 Jahren unverändert geblieben ist. Der Verfassungstext besagt, dass kein Stimmrecht hat, «wer wegen Geisteskrankheit oder Geistesschwäche entmündigt ist». Neu soll es in Paragraf 27 wörtlich heissen: «Personen, die wegen dauerhafter Urteilsunfähigkeit unter umfassender Beistandschaft stehen oder durch eine vorsorgebeauftragte Person vertreten werden, haben kein Stimmrecht.»

Gabriella Zlauwinen, Präsidentin der Kesb Zug und Leiterin des Amtes für Kindes- und Erwachsenenschutz Zug, begrüsst diese Änderung, für welche sowohl Kantons- als auch Regierungsrat einstimmig das Ja empfehlen. «Den Begriffen ‹Geisteskrankheit› und ‹Geistesschwäche› haftet etwas Stigmatisierendes an», findet Zlauwinen. «In der Praxis werden die Ausdrücke von der Kesb Zug deshalb nicht mehr verwendet, sondern man greift auf wertneutrale medizinische Begriffe zurück, welche der internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten entsprechen und die ständig weiterentwickelt werden.» Somit sei es höchste Zeit, dass dieser seit 1894 unveränderte Verfassungstext durch eine Formulierung ersetzt werde, die mit dem heutigen Erwachsenenschutzrecht übereinstimme. (fae)

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