ZUG: Das Kino wirbt um die Kleinen

Kinder und Familien kommen in einer speziellen Reihe wieder zum Zug. Obwohl man Filme daheim günstiger sehen kann, kommt dies gut an.

Julian Feldmann
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Sie waren letztes Jahr mit von der Partie (von links): Jakobo Campos, Claudia, Fabio, Adrian und Rafael Schobinger. (Bild Stefan Kaiser)

Sie waren letztes Jahr mit von der Partie (von links): Jakobo Campos, Claudia, Fabio, Adrian und Rafael Schobinger. (Bild Stefan Kaiser)

Sich einen guten Streifen anzuschauen, war auch schon komplizierter. Mit einem Doppelklick können heute Filme online gestreamt werden. Wohl zwar am Rande der Legalität – dafür gratis. Auch Anbieter wie Netflix oder Swisscom TV konkurrieren die Kinos zusätzlich mit ebenso preisgünstigen wie unerschöpflichen Angeboten. Die Kinos können da nicht mithalten: Für einen Besuch mit der ganzen Familie muss man tief in die Tasche greifen.

Ansprachen vor Filmstart

Die Kinos wehren sich mit Veranstaltungsreihen und gewähren Preisreduktionen, um bewusst bestimmte Zielgruppen in die Säle zu locken. So auch bei der Kinder- und Familienreihe der Zuger Kinos, die bald wieder startet. Dabei gibt es aber mehr als nur Filme zu sehen. Denn jeweils zu Beginn der Vorstellungen vermitteln lokale Filmschaffende und Filmwissenschaftler den jungen Zuschauern altersgerechtes Hintergrundwissen, damit diese den jeweiligen Film bewusster erleben. Dabei gehen sie auf Fragen ein wie: «Wo liegen die Stärken eines Kinofilms im Vergleich zu Comics oder Fernsehserien?» und «Warum wirkt ein Film im Kino anders als auf dem Laptop?»

«Erlebnis zelebrieren»

Letzteres wollten wir auch vom Betreiber der Zuger Kinos, Thomas Ulrich, wissen – unter der Prämisse, dass die jüngeren Semester den Kinos heute häufig fernbleiben. «Es stimmt: Teenager und junge Erwachsene kommen immer seltener ins Kino», sagt Ulrich. Dieser Trend gelte aber nicht für die ganz Kleinen – gerade die Kinder- und Familienfilmreihe werde rege besucht. Der Kinobetreiber kennt dafür viele Gründe: «Beim Kinobesuch steht das gemeinsame Erlebnis im Mittelpunkt.» Dieses werde regelrecht zelebriert. Ein Film habe nämlich in einer grösseren Gruppe eine andere Wirkung, als wenn man ihn sich alleine auf dem iPad oder Laptop anschaue. «Man teilt seine Gefühle mit den anderen Menschen im Saal», sagt Ulrich. So erschrecke man etwa gleichzeitig oder stecke sich bei Komödien mit gegenseitigem Lachen an.

Der Kinobesuch hat gegenüber dem Streaming noch weitere Vorzüge zu bieten: «Im Kino ist man weniger abgelenkt und kann sich darum viel besser auf den Film konzentrieren», ist sich Ulrich sicher. Gestört wird man nämlich weder von einer klingelnden Türglocke noch vom verlockenden Kühlschrank. Nachrichten schreiben oder einen Anruf entgegennehmen zählt auch nicht gerade zum guten Ton. Auch sei die Wahrnehmung und die (Geräusch)kulisse, schlicht das ganze Ambiente im Kino eine andere. Nicht zu vergessen: Die Unterhaltungen in der Pause und die Diskussion über den Film nach der Vorstellung.

Viel Neues und ein Klassiker

Alle diese Vorteile werden nun eben in einer speziellen Reihe Familien und Kindern zuteil. An vier Sonntagen jeweils um 14.30 Uhr wird im Kino Seehof ein altersgerechter Streifen gezeigt.

  • Den Auftakt gibt «Baymax» (Big Hero 6) am 25. Januar. Der Computeranimationsfilm der Walt Disney Animation Studiosist der erste Disney-Zeichentrickfilm, der auf einem Marvel- Comic basiert, aber nicht von den Marvel-Studios produziert wird.
  • Am 22. Februar bringen zwei wohlbekannte Gallier einmal mehr den römischen Kaiser Julius Cäsar zum Verzweifeln. «Asterix im Land der Götter», basierend auf dem Comic-Album «Die Trabantenstadt» von 1971, ist der erste 3D-animierte Asterix-Film.
  • «Shaun das Schaf» hat den Sprung auf die Kinoleinwand geschafft. Am 29. März macht sich Shaun zusammen mit anderen Schafen und dem Hund Bitzer auf den Weg, den Bauern zu retten, den es ungewollt in eine Grossstadt verschlagen hat.
  • Mit «Zurück in die Zukunft» geht es zurück in die Vergangenheit. Der Klassiker, der am 31. Mai zu sehen ist, feiert dieses Jahr sein 30-Jahr-Jubiläum. Der Teenager Marty McFly reist mit einem zur Zeitmaschine umgebauten Sportwagen aus Versehen ins Jahr 1955 zurück und bringt dadurch auch seine eigene Zukunft in Gefahr. «Wir zeigen gerne Klassiker», sagt Ulrich dazu, «entgegen den Vorstellungen vieler sind diese aber kein Publikumsmagnet.»

Hinweis

Detaillierte Informationen zu Programm, Preisen und Reservation unter www.kinozug.ch