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ZUG: Das Spiel mit Raum und Perspektive

Die 22 Elemente auf ausladendem Betonfundament sind das Werk einer bekannten Südtiroler Künstlerin. Sie füllen verspielt einen Freiraum inmitten streng gegliederter Architektur, ohne deren Rechtwinkligkeit zu durchbrechen.
Andreas Faessler
«22 Elements» fügt sich unaufdringlich in die umliegende Bebauung ein.

«22 Elements» fügt sich unaufdringlich in die umliegende Bebauung ein.

Andreas Faessler

andreas.faessler@zugerzeitung.ch

Angesichts seiner Bemessung von 13 x 11,5 x 8,3 Metern möchte man bei «22 Elements» ein monumentales Kunstwerk vermuten. Eigentlich ist es das auch, ist es doch auf einer entsprechend grossen Betonplattform installiert, auf der fast ein Kleinstwohnhaus Platz finden würde Und doch ist das Kunstwerk, welches fast den ganzen Freiraum zwischen der Guthirt-Kirche und der Überbauung Baarerstrasse 78–80 füllt, so luftig-leicht, filigran und kleinteilig wie transparent zugleich.

Die Installation der Südtiroler Künstlerin Esther Stocker (*1974) ist als Aussengestaltung für die 2008 errichtete Überbauung «Pile up» entlang der Baarerstrasse entstanden. Die ausführende Firma Zapco Ltd. pflegt Bauprojekte mit Kunst am Bau zu «besiegeln». Nach unbefriedigenden Vorschlägen wandte sich die Firma an Esther Stocker, deren Entwurf schliesslich überzeugte. Am 24. März 2009 wurde ihre Installation eingeweiht. In seiner Machart erinnert das Kunstwerk entfernt an Max Bills berühmte «Pavillon»-Skulptur an der Zürcher Bahnhofstrasse. Doch findet Esther Stocker hier ihre ureigene Formensprache, indem sie die 22 schlanken Elemente aus eloxiertem Aluminium scheinbar willkürlich auf dem Betonfundament platziert – als hätte jemand einen Sack voll abgespeckter Tetris-Bausteine verschüttet. So einfach ist die Skulptur freilich nicht zu interpretieren. Es sind tatsächlich ­exakt 22 Aluminiumelemente, deren Form vom kleinen Würfelchen bis zum mehrere Meter langen mehrwinkligen Stück reicht. Wer die Installation genauer betrachtet, stellt fest, dass 20 Elemente ausschliesslich vertikal und horizontal ausgerichtet sind, egal, wie oft sie sich verzweigen. Zwei von ihnen weisen jeweils ein Teilstück auf, welches in eine dritte Richtung, quasi in die Tiefe, zeigt. Welche Bewandtnis es damit auf sich hat – wenn überhaupt –, ist nicht festgehalten.

«22 Elements» geht der Frage nach der Definition von Ordnung und Unordnung, von Vollständigkeit und Unvollständigkeit oder auch von Raum und Leere nach. Der Linienverlauf der Installation greift die klaren Formen der umliegenden Architektur auf und korrespondiert einerseits mit der Guthirt-Kirche und ihren hohen, schmalen Fenstern und den Schallöffnungen am Turm und andererseits mit der ebenso klaren rechtwinkligen Anordnung in den Fassaden der Neubauten. Obschon die einzelnen Elemente in sich Unvollständigkeit suggerieren, fügen sie sich in ihrer Gesamtheit zu einem verspielten Ganzen zusammen, welches den dortigen Freiraum unaufdringlich und verspielt füllt und belebt. Die Struktur von «22 Elements» soll sich laut Künstlerin dem Betrachter von jedem Blickwinkel aus neu präsentieren. Das gelingt ihr.

Esther Stockers Installationen, Wandgestaltungen, Bilder und Fotografien spielen stets mit Perspektiven und mit der Wahrnehmung von Raum und Dimensionen – die gerade Linie steht dabei fast immer im Zentrum. Die Künstlerin ist mit ihren Arbeiten international präsent. Sie lebt

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