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ZUG: Das Zuger Seefest scheint gerettet

Noch letzte Woche stand das grösste Volksfest im Kanton Zug vor dem Aus, weil die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Zug den Anlass nicht mehr organisieren und durchführen will. Nun zeichnet sich eine Lösung ab. Der neue Organisator ist ein bekannter.
Samantha Taylor
Die Zuger müssen wohl nicht auf ihr Fest verzichten. (Bild: Christian H. Hildebrand)

Die Zuger müssen wohl nicht auf ihr Fest verzichten. (Bild: Christian H. Hildebrand)

Samantha Taylor

samantha.taylor@zugerzeitung.ch

Es sei ein schwieriger Entscheid gewesen. Das Fest geniesse bei der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Zug (FFZ) grossen Rückhalt. Dies äusserte Roman Jenny, Präsident der FFZ, vergangene Woche, als bekannt wurde, dass die FFZ das Zuger Seefest nicht mehr organisieren und durchführen wird. Grund für den Entscheid waren in erster Linie personelle Probleme. Das grösste Zuger Volksfest, das jeweils bis zu 20'000 Besucher anzieht, stand damit vor dem Aus. Doch nun scheint es, als müssten Zuger doch nicht auf ihr Seefest und das Feuerwerk verzichten.

In die Bresche springen wollen Daniel Schärer und sein Team. «Die Zugerinnen und Zuger haben dieses Fest verdient. Es gehört zu Zug», sagt Schärer auf Anfrage. Daniel Schärer ist im Eventbereich alles andere als unbekannt. Sein Verein Zug Sports organisiert jeweils im August das zweitägige Zug-Sports-Festival zwischen dem Landsgemeindeplatz und der Schützenmatt. Zu seinen Projekten gehört ausserdem das Ägeri on ice, das Eisfeld im Birkenwäldli in Unterägeri. Aufgrund dieser Erfahrungen ist Schärer auch überzeugt, dass sein Verein den Anlass ausrichten kann. «Wir verfügen über genügend Ressourcen, Kontakte und die nötige Motivation, das Seefest zu retten oder ein ähnliches Format zu stemmen.» Dies auch, weil der Verein in diesem Jahr gewachsen sei.

Verein wartet auf Zusage der Stadt

Schärer will die Sache möglichst bald anpacken, denn er möchte das Seefest schon in diesem Jahr am gewohnten Datum im Juni durchführen – inklusive Feuerwerk. «Dass das Fest abgesagt wird, ist keine Option.» Natürlich könne es sein, dass der Anlass in diesem Jahr aufgrund der nun knappen Zeit und ihrer Premiere etwas kleiner ausfalle als gewohnt. «Und wir werden sicher auch auf etwas Hilfe seitens der Stadt, der Wirtschaft, der FFZ als bisheriger Macherin und vielleicht sogar der Bevölkerung angewiesen sein», sagt Schärer. Er sei allerdings sehr zuversichtlich, dass sein Team und er das hinbekommen. Und schon ab nächstem Jahr soll das Fest dann mindestens wieder in der gewohnten Grösse durchgeführt werden. «Wir haben auch schon einige Ideen, wie wir den Anlass ausbauen und noch attraktiver machen können.» Mehr verraten will Schärer dazu aber noch nicht. Dazu sei es jetzt noch zu früh.

Damit die Retter des Seefestes loslegen können, braucht es noch die Einwilligung der Stadt Zug. Man stehe bereits in Kontakt mit der Stadt und führe Gespräche. «Wir sind bereit, loszulegen. Wir brauchen nur noch das Go der Stadt», sagt Schärer.

Die Organisation des Seefestes soll übrigens keinen Einfluss auf das Zug Sports Festival haben. «Auch diesen Event wollen wir weiterhin durchführen. Das sind aber zwei verschiedene Paar Schuhe, und die Anlässe sollen sich auch klar unterscheiden.»

Stadt setzt noch Fragezeichen

Zugs Stadtpräsident Dolfi Müller zeigt sich noch nicht ganz so euphorisch wie der mögliche neue Organisator. Es werde in den nächsten Tagen ein Treffen geben, bei dem man sich austausche. «Und wir freuen uns natürlich alle, wenn es wieder etwas gibt. Um mehr zu sagen, ist es wirklich noch viel zu früh. Es gibt noch zahlreiche offene Fragen – etwa bezüglich der Konditionen», so der Stadtpräsident. Wichtig sei, dass die Stadt in jedem Fall nur eine unterstützende Funktion wahrnehme und nicht den Lead übernehme. Auch ist Müller noch nicht sicher, ob es mit der Durchführung schon in diesem Jahr klappt. «Die Zeit ist knapp.»

Andere Vereine bekunden kein Interesse

Zug Sports scheint bisher als Organisator konkurrenzlos zu sein. Wie eine Nachfrage bei anderen grösseren Vereinen ergeben hat, kommt für sie die Organisation und Durchführung des Seefestes nicht in Frage. «Es ist nicht unsere Hauptaufgabe, den Eventplatz Zug zu bespielen. Wir promoten ihn», sagt etwa Seraina Koller, Geschäftsführerin von Zug Tourismus. Auch Maurus Schönenberger, der mit dem Verein Wake Up im vergangenen Jahr die Feierlichkeiten rund um das EVZ-Jubiläum auf die Beine gestellt und im Jahr 2015 die Streethockey-WM organisiert hat, will das Seefest nicht übernehmen. «Wir haben mit dem Verein andere Projekte», sagt er. Für den EVZ selbst ist die Organisation derzeit kein Thema.

Die Stadtzuger Pfadi Zytturm gibt an, die Organisation und Durchführung personell nicht stemmen zu können. «Eine Mithilfe ist aber nicht vollkommen ausgeschlossen. Allerdings liegt unser Fokus eher auf Anlässen für Kinder und Jugendliche», erklärt Präsident Florin Meier. Eine Mithilfe im Sinne der Organisation eines Festplatzes könnte sich auch Zug 94 vorstellen, wie der Fussballclub auf Anfrage Auskunft gibt.

Mitgliederschwund als Auslöser

Die bisherige Organisatorin des Zuger Seefestes, die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Zug, hat letzte Woche bekanntgegeben, dass sie den Grossanlass nicht mehr auf die Beine stellen wird. Dies, nachdem sie seit 1973 für Organisation und Durchführung verantwortlich war. Vor allem der Personalbestand der FFZ hat zu diesem Entscheid geführt. Zu Beginn ihrer Organisationstätigkeit lag dieser noch bei über 300 aktiven Feuerwehrleuten, heute ­beträgt er noch 141. Am Fest im Einsatz stehen jeweils rund 250 Personen. Neben sämtlichen Mitgliedern der Feuerwehr helfen auch deren Partnerinnen und Partner, Freunde sowie die Mitglieder der Jugendfeuerwehr und Ehemalige mit. Mit dem aktuellen Bestand seien Organisation und Durchführung schlicht nicht mehr machbar, so die FFZ. Hinzu komme, dass das Fest mit hohen Kosten verbunden sei. Diese belaufen sich auf rund 250 000 Franken, die am Fest jeweils wieder eingespielt werden müssten.

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