ZUG: Definitives Aus für die Rad-Weltmeisterschaft

Einen kleinen Hoffnungsschimmer hats noch gegeben. Nun wirft die IG Rad-WM endgültig das Handtuch. Aus verschiedenen Gründen.

Harry Ziegler
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Im Kanton Zug werden keine Radathleten im Schlussspurt um den Weltmeistertitel kämpfen. (Bild: Peter De Voecht/Photo News)

Im Kanton Zug werden keine Radathleten im Schlussspurt um den Weltmeistertitel kämpfen. (Bild: Peter De Voecht/Photo News)

Harry Ziegler

«Leider muss ich Sie informieren, dass die IG Rad-WM im Kanton Zug den Entscheid gefällt hat, das Projekt Bewerbung für die Rad-WM im Kanton Zug nicht mehr weiterzuverfolgen.» Mit dieser Mitteilung von gestern Nachmittag ist die letzte Hoffnung der Initianten um den Zuger Radsport-Enthusiasten Andreas Poncini gestorben. Zwar hatte die IG bereits im letzten Jahr den Bettel hingeworfen. Allerdings hat man im kleinen Kreis das Projekt Rad-Weltmeisterschaften 2020 bis 2022 weiterverfolgt. Bis gestern. «Das Projekt ist nun definitiv gestorben», sagt ein enttäuschter Andreas Poncini.

Zu hohe Hürden

Der Frust bei Initiant Andreas Poncini ist gross. Er hat in den letzten drei Jahren viel Zeit und persönliches Engagement ins Projekt investiert. Im vergangenen Jahr hat die Zuger Regierung schliesslich diverse Einwände gegen eine mögliche Kandidatur vorgebracht. Vor allem die vorgesehene Streckenführung durch die Zentren Zug und Baar wurde bemängelt und schliesslich untersagt. Zwar hatte Poncini nach dem Entscheid der Regierung 2014 noch gesagt, die Rad-WM sei unter diesen Voraussetzungen vom Tisch. Ganz losgelassen hatte ihn das Projekt aber nie. Nun aber ist es definitiv vorbei. «Es ist uns nicht gelungen, sämtliche Interessen unter einen Hut zu bringen», sagt er. Poncini spricht vor allem die sportlichen und wirtschaftlichen Interessen der IG sowie das Interesse der Allgemeinheit an, das vom Regierungsrat wahrgenommen werde. Deshalb habe die IG beschlossen, nun definitiv einen Schlussstrich unter das Projekt zu ziehen.

Beeinträchtigung zu gross

Der Regierungsrat hatte in seinem abschlägigen Entscheid argumentiert, die Hauptverkehrsadern in Baar und Zug müssten für die Durchführung einer Rad-WM während sieben Tagen tagsüber gesperrt werden. Das sei eine zu grosse Beeinträchtigung für Wirtschaft und Bevölkerung.

Der Zuger Regierungsrat Stephan Schleiss zeigte Verständnis für die damalige Enttäuschung der Initianten. Er war wie die Initianten zwar der Meinung, der Kanton Zug könne von einer Rad-WM profitieren. «Aber für die Regierung überwiegen die Nachteile, wenn die Strecke durch Baar und Zug führt», so Schleiss (Ausgabe vom 30. Mai 2014). «In Zug wäre zwar von der Infrastruktur alles vorhanden», gab Schleiss den Initianten Recht. «Aber wenn wir die Sicherheitskosten und die Beeinträchtigungen dagegen aufwiegen, käme der Aufbau eines Start- und Zielbereichs auf der grünen Wiese oder in einem Industriegebiet wohl günstiger.»

Offene Türe

Die Regierung hat Poncini und der IG Rad-WM damals jedoch ein Türchen offen gelassen. Die Durchführung einer Rad-Weltmeisterschaft im Kanton Zug hätte dann eine Chance, wenn das Projekt gemäss den Vorschlägen der Regierung überarbeitet würde. Stephan Schleiss dazu: «Zur Hauptsache müsste die Strecke so angepasst werden, dass für Wirtschaft und Bevölkerung weniger Beeinträchtigungen resultieren.» Was die Initianten damals wie heute rundweg ablehnen.

Andere Strecke langweilig

Mit dem Entscheid der Zuger Regierung aus dem letzten Jahr, die Rennstrecke nicht durch Zug und Baar zu führen, war vorgeschlagen worden, die Rennstrecke in den Ennetsee und ins Freiamt zu verlegen. Damals erklärte Andreas Poncini, eine solche Strecke wäre zu flach und damit «Langeweile pur». Die ursprünglich geplante Rennstrecke hätte von Zug über den Talacher nach Baar und weiter über Steinhausen zurück nach Zug geführt, die zweite von Zug über Baar und die Bachtalen weiter nach Mettmenstetten, Knonau und zurück nach Zug. 12 bis 13 Mal hätten die Fahrer diesen Parcours absolviert. Start und Ziel hätten sich bei beiden Streckenführungen auf der Chamerstrasse in Zug befunden.