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ZUG: Den Parkplatz per App bezahlen?

Die Parkuhren in der Stadt sollen nach und nach umgerüstet werden, damit bargeldloses Parkieren möglich ist. Die Stadt Zug nimmt hier eine Pionierrolle ein.
Samantha Taylor
In der ganzen Stadt Zug gibt es rund 80 Parkuhren auf öffentlichen Parkplätzen. Wird die herkömmliche Bedienung bald von einer App oder einem Online-Bezahldienst ersetzt? (Bild: Werner Schelbert (Zug, 20. Dezember 2017))

In der ganzen Stadt Zug gibt es rund 80 Parkuhren auf öffentlichen Parkplätzen. Wird die herkömmliche Bedienung bald von einer App oder einem Online-Bezahldienst ersetzt? (Bild: Werner Schelbert (Zug, 20. Dezember 2017))

Samantha Taylor

samantha.taylor@zugerzeitung.ch

Mühsam das Münz hervorkramen, dann doch nicht die passenden Münzen haben oder jene, die man hat, werden immer wieder ausgespuckt. Autofahrern dürften solche Situationen an Parkuhren bestens bekannt sein. In der Stadt Zug könnten solche Szenen jedoch schon bald der Vergangenheit angehören – zumindest teilweise. Denn die Stadt will das bargeldlose Parkieren einführen. Mit bargeldlos meint sie nicht nur die Verwendung von EC- oder Kreditkarten. Man will einen Schritt weiter gehen. Konkret könnten die Parkgebühren beispielsweise über eine App oder einen Online-Bezahldienst beglichen werden.

Festgeschrieben hat dieses sogenannte Leuchtturmprojekt Urs Raschle, Vorsteher des Departements Soziales, Umwelt und Sicherheit, in seinen Departementszielen. Das Vorhaben stammt aus dem Strategiepapier Stadtidee aus dem Jahr 2015. Wie im kürzlich veröffentlichen Finanzplan der Stadt ersichtlich ist, wird das Projekt umgesetzt. «Ich fand das Projekt hochinteressant und wichtig für die Stadt Zug», sagt Raschle. Darum habe er es im Rahmen der Stadtratsklausur im vergangenen Jahr eingebracht und seither auch vorangetrieben.

Zeitpunkt ist eine Herausforderung

In den vergangenen Monaten ist in der Sache offenbar einiges passiert. «Wir haben mit diesem Vorhaben in ein Wespennest gestochen», sagt Raschle. Das bargeldlose Parkieren sei ein Tummelfeld für Start-ups. Es gebe sehr viele Firmen, die in diesem Gebiet derzeit tätig seien und derzeit Lösungen entwickeln würden. «In den vergangenen Monaten haben sich die Entwickler und Anbieter bei uns quasi die Klinke in die Hand gegeben», sagt Raschle. Zahlreiche Jungunternehmer hätten ihre Projekte und Produkte vorgestellt. «Die ganze Sache ist zu einem richtigen Selbstläufer geworden. Es hat sich offenbar in der Szene rumgesprochen, dass wir in diesem Bereich aktiv werden wollen», sagt Raschle.

Trotz oder gerade wegen der zahlreichen Angebote sei es schwierig, sich für eines zu entscheiden, erklärt der Stadtrat. «Der Zeitpunkt stellt die Herausforderung dar», sagt Raschle. Man wisse derzeit noch nicht, wohin die Reise in diesem Bereich gehe und welches Produkt langfristig eine Wirkung haben werde oder sich durchsetze. «Es ist also gut möglich, dass man auf ein falsches Pferd setzt», erklärt Raschle. Erschwerend kommt hinzu, dass das Stadtzuger Projekt Pioniercharakter hat. Mit anderen Worten: Bisher wendet keine andere Stadt in der Schweiz ein bargeldloses Parkgebührensystem an. «Wir mussten in zahlreichen Gesprächen und durch diverse Abklärungen etwas rausspüren, was die beste Lösung sein könnte», so Raschle. Hinzu kommt, dass ein allfälliges neues System auch kontrollierbar sein muss. Die Zuger Polizei muss überprüfen können, ob eine Parkuhr abgelaufen ist oder nicht. «Wir haben also auch die Polizei ins Boot geholt», sagt Raschle.

Erster Testlauf im Frühjahr

Inzwischen hat sich die Stadt für ein System entschieden. Welches es ist oder wie dieses genau funktioniert, dazu will sich Raschle noch nicht äussern. Es sei noch etwas zu früh. «Wir werden das System erst Anfang Jahr dem Gesamtstadtrat vorstellen. Gibt dieser sein Ok, dann werden wir wohl im Frühjahr einen Testbetrieb starten und die ersten Ergebnisse im Herbst auswerten», erklärt Raschle. Der Stadtrat versichert aber, dass auch mit dem neuen System Parkgebühren weiterhin mit Bargeld bezahlt werden können. «Das war für uns ein wichtiger Punkt. Es muss ein System sein, das mit den heutigen Parkuhren so weit kompatibel ist, dass wir diese weiterhin nutzen können und dass es den Nutzern frei steht, ob sie bargeldlos oder mit Bargeld bezahlen. Auch das neue System muss für alle funktionieren», betont Raschle.

Bewährt sich das vom Stadtrat ausgesuchte System bis im nächsten Herbst, will die Stadt die Parkuhren auf öffentlichem Grund, nach und nach umrüsten und damit ausstatten. Die städtischen Parkhäuser stehen laut Raschle bisher nicht im Fokus. «Wir wollen insgesamt bei diesem Projekt sehr behutsam vorgehen. Auch weil sich da derzeit im Bereich der Entwicklung sehr viel tut», erklärt der Stadtrat.

Die Kosten für das gesamte Projekt sind mit 180 000 budgetiert. Dieser Betrag wird, wie Raschle betont, jedoch nicht mit einem Schlag ausgegeben. «Das sind die Gesamtkosten, wenn wir alle der 80 Parkuhren auf dem Gebiet der Stadt Zug umrüsten würden.»

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