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ZUG: Den Zuger Seglern fehlt ein zweiter Notausgang

Die Stadt muss für eine Fehlplanung beim Gebäude des Yacht-Clubs bezahlen. Noch arger trifft es den Club selbst. Bei ihm schlägt der Betrag besonders zu Buche.
Zoe Gwerder
Beim Vereinshaus des Yacht Clubs Zug ist derzeit der Eingang der einzige Notausgang. (Bild Stefan Kaiser)

Beim Vereinshaus des Yacht Clubs Zug ist derzeit der Eingang der einzige Notausgang. (Bild Stefan Kaiser)

50 000 Franken kostet die Stadt ein Fehler, der vor über 16 Jahren gemacht wurde. Dies ausgerechnet in Zeiten von «Sparen und Verzichten», wie das städtische Sparprogramm heisst. Das Problem: Dem Gebäude des Yacht-Clubs Zug fehlt ein zweiter Notausgang – obwohl sich das Gesetz seit dem Bau nicht geändert hat. Den zweiten Notausgang braucht es, wenn sich mehr als 50 Personen im Clubraum aufhalten. Gemäss dem Vereinspräsidenten Wolfgang Hass ist dies mit rund 500 Mitgliedern regelmässig der Fall: «Bei jeder Regatta, aber auch bei unzähligen anderen Anlässen brauchen wir Platz für mehr als 50 Personen.»

Die Stadt fungierte als Bauherrin, als das Gebäude am Zuger Yachthafen im Jahr 2000 neu gebaut wurde. Der Yacht-Club ist zu einem reduzierten Mietpreis eingemietet, da er sich damals zur Hälfte an den Baukosten von rund 1,5 Millionen Franken beteiligt hatte. Dass aber das Gebäude rechtlich seit jeher eigentlich nur für 50 Personen statt für bis zu 100 Personen taugt, kam erst kürzlich ans Licht. Wie Präsident Hass erklärt, wollte der Club für einen Anlass wissen, ob sich im Clubraum auch mehr als 100 Personen aufhalten dürfen. «Ich habe mich schon ziemlich gewundert, als auskam, dass die Notausgänge nur auf 50 Personen ausgelegt sind», sagt Hass.

Gesetz ist gleich geblieben

Dass die Gesetze bezüglich Notausgänge in den vergangenen 16 Jahren nicht verschärft wurden, bestätigt der Feuerinspektor des Kantons Zug, Hans-Peter Spring. «Grundsätzlich hätte man damals klären und beurteilen müssen, wie viele Personen sich in diesem Raum aufhalten dürfen», erklärt er. Die Sicherheit liege jedoch immer in der Verantwortung des Eigentümers.

Protokolle sind nicht schlüssig

Als Eigentümerin plant nun die Stadt Zug, den zweiten Notausgang mit einer Aussentreppe sicherzustellen. Für die voraussichtlichen Kosten von bis zu 100 000 Franken hat sich die Stadt mit dem Yacht-Club geeinigt, diese hälftig aufzuteilen – so wie es bereits beim Bau gemacht worden war. Den Raum einfach nur noch mit maximal 50 Personen zu nutzen, wurde laut dem zuständigen Stadtrat Karl Kobelt ebenfalls diskutiert. «Wir fanden die Notwenigkeit eines zweiten Notausgangs jedoch gut begründet», sagt Kobelt. So könne der Raum im gleichen Rahmen wie bisher auch in Zukunft für Anlässe des Clubs ver wendet werden. Wie es dazu kam, dass das Gebäude nicht den Normen entspricht, um über 50 Personen aufzunehmen, ist unklar. Aus Gesprächsprotokollen aus der Planungsphase geht hervor, dass über die Notwendigkeit eines weiteren Notausganges für die Nutzung mit mehr als 50 Personen gesprochen wurde. «Warum die maximale Anzahl Personen schlussendlich nicht auf 100 festgelegt und beim Bau mit einer zweiten Treppe entsprechend umgesetzt wurde, kann aufgrund der zur Verfügung stehenden Unterlagen nicht nachvollzogen werden», so Kobelt.

Der Präsident des Yacht-Clubs Zug, Wolfgang Hass, will jetzt aber vorwärtsschauen. «So viele Jahre nach dem Bau noch Schuldige zu suchen, bringt nichts», meint er. Die Sache sei sowieso verjährt. Wie der Verein jedoch die rund 50 000 Franken für die geplante Aussentreppe aufbringen soll, ist noch nicht geklärt. «Mit dem Hochwasser im Sommer ist zusätzlich unser Piratenhafen erheblich beschädigt worden», sagt Hass. Die Reparatur des Stegs werde nochmals gegen die 50 000 Franken kosten. Zudem habe sich der Club erst noch ein Trainerboot und einige Segeljollen angeschafft, die allen Mitgliedern zur Verfügung stehen. Dabei hätten wohl Sponsoren die Jollen bezahlt, die Nebenkosten habe jedoch der Club auf sich genommen. Da dies nun alles zusammen komme, sei der Betrag eine ziemliche Belastung für den Club, sagt der Präsident: «Es geht an die Substanz.»

Bauanfrage läuft

Auch für die Stadt ist dieser Zusatzposten in Zeiten des Sparens nicht gerade wünschenswert. «Natürlich ist die Sache nicht erfreulich, aber aus unserer Sicht ist es notwendig, das Geld aufgrund der geltenden Brandschutzvorschriften auszugeben», meint Kobelt. Dank einiger Bauprojekte, die in diesem Jahr weniger kosteten als budgetiert, sei die Finanzierung möglich. Ein Baugesuch wurde der Stadt noch nicht eingereicht. Eine Bauanfrage habe es jedoch schon gegeben, bestätigt auch das zuständige Baudepartement. Wolfgang Hass und seine Clubmitglieder hoffen auf einen schnellen Entscheid. Sodass sie spätestens in der nächsten Saison ihr Clubhaus wieder so benutzen können, wie sie das die vergangenen 16 Jahre bereits taten.

Zoe Gwerder

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