Zug
Denkmäler und Energieeffizienz: Der Zuger Denkmalschutz muss einen konstruktiven Beitrag leisten

Die Energiestrategie 2050 des Bundes will unter anderem den Energieverbrauch im Gebäudebereich reduzieren. Da können zu sanierende Baudenkmäler nicht ausgeklammert werden, ist Kantonsrat Daniel Stadlin (GLP/Zug) der Meinung.

Harry Ziegler
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Die Kritik an den Zuger Denkmalschutzbehörden ist in der Interpellation «betreffend Denkmalschutz und Energieeffizienz» des Zuger GLP-Kantonsrats Daniel Stadlin zurückhaltend formuliert. Aber da. Denn: «Bei Umbauten oder Restaurierungen von Baudenkmälern werden Vorgaben (des Energiegesetzes, Anm. d. Red.) jedoch nur ungenügend respektive fast nie umgesetzt. Erfahrungsgemäss zeigen sich Denkmalschutzbehörden eher ablehnend, wenn es um energetisch bedingte bauliche Veränderungen geht», schreibt Stadlin. Insbesondere täten sich die Behörden schwer damit, wenn Dächer oder Fassaden zusätzliche Wärmedämmung benötigen oder eine Solaranlage genutzt werden soll.

Für Stadlin ist klar, dass die Denkmalschutzbehörden hier in der Pflicht stehen. Er begründet dies damit, dass laut seit 2018 geltendem Energiegesetz die Kantone «bei Erlass ihrer Vorschriften den Anliegen energetischer Sanierung nach Möglichkeit den Vorrang geben». Und weiter:

«Auch wenn Denkmäler als nicht ersetzbare materielle Zeugnisse unserer Vergangenheit in ihrer historischen Substanz und in ihrer Erscheinung möglichst unverändert erhalten werden sollen, dürfen sie gemäss Energiegesetz nicht komplett aus der praktischen Umsetzung der Energiestrategie 2050 herausgehalten werden.»

Dies zumal die Bausubstanz denkmalgeschützter Gebäude vielfach wahre Energieschleudern seien. «Die Denkmalpflege kann sich also der Thematik nicht entziehen und steht in der Pflicht, hierzu ihren konstruktiven Beitrag zu erbringen.» Technisch sollte es laut Stadlin möglich sein, allen Anliegen der energetischen Sanierung aber auch jenen des Ortsbild-, Heimat- und Denkmalschutzes Rechnung zu tragen. Der GLP-Kantonsrat stellt der Regierung diesbezüglich einige Fragen. Die spannendste ist jene nach dem Beitrag des Zuger Denkmalschutzes zur Energiestrategie 2050.