ZUG: Der Ausbau des Park Towers wird doppelt so teuer

437 000 Franken will die Stadt für den Ausbau des Gesellschaftsraums im obersten Geschoss des Park Tower investieren. Nur eine Partei zeigt sich kritisch.

Drucken
Teilen
Der Park Tower in Zug. (Bild: Dominik Hodel)

Der Park Tower in Zug. (Bild: Dominik Hodel)

Samantha Taylor

Jetzt ist es definitiv: Der Grosse Gemeinderat der Stadt Zug (GGR) muss beim Park Tower noch mal ran. Und zwar bei den Kosten, für den Ausbau des Gesellschaftsraumes im 24. Stock. Diese belaufen sich nämlich auf 437 000 Franken und sind damit mehr als doppelt so hoch als das vorgesehene Kostendach von 200 000 Franken. Der GGR muss deshalb über den für den Ausbau nötigen Objektkredit befinden. Grund für das deutlich grössere Preisschild ist einerseits die Klimatisierung sowie die Lüftung des Raumes. Zum anderen hat sich die Stadt für einen Vollausbau für 50 Personen entschieden. Zwar habe man auch eine Variante für 30 Personen geprüft. «Nach Abwägen aller Vor- und Nachteile der Ausbauvarianten fiel die Entscheidung aber auf den Vollausbau, da der Raum nur dann sinnvoll und auch langfristig genutzt und unterhalten werden kann», führt die Stadt in einer Mitteilung aus. «Der Stadtrat hat sich gesagt, wenn wir das machen, dann machen wir das richtig», sagt Finanzchef Karl Kobelt.

Aus der Vorlage des Stadtrates geht hervor, dass in erster Linie die Elektroanlagen inklusive Leuchten mit 60 000 Franken am meisten zu Buche schlagen. Danach folgen Honorare (54 000 Franken), Möbel (44 500 Franken) und die Lüftungsanlage (43 500 Franken). Enthalten soll der Gesellschaftsraum in luftiger Höhe grundsätzlich Mobiliar für 50 Personen, einen Serviceraum mit einer ausgebauten Küche, Multimediaausstattung sowie ein Buffet und eine Akustikdecke. Gemietet werden kann der 80 Quadratmeter grosse Raum etwa für Geburtstagsfeiern, Sitzungen, Generalversammlungen oder den Hochzeitsapéro. Wie viel die Miete kostet, kann und will Kobelt noch nicht sagen. «Wir wollen erst den Grundsatzentscheid des GGR abwarten, ob er sich hinter den Ausbau stellt», so der Finanzchef. Allerdings stehe jetzt schon fest, dass eine kostendeckende Vermietung zu Preisen wie sie die Stadt beispielsweise im Siehbachsaal oder im Burgbachsaal verlange, nicht möglich sei. «Hier muss der Stadtrat entscheiden: Will er die Vermietung subventionieren und so günstige Konditionen anbieten, oder soll der Raum kostendeckend und dafür teurer vermietet werden», erklärt Kobelt. Entscheiden werde man sich auch in dieser Frage nach den Sommerferien und der Beratung im GGR.

In den «sauren Apfel beissen»

Dass die Kosten für den Ausbau des Raumes nun mehr als doppelt so hoch ausfallen wie ursprünglich angenommen, wird von den Fraktionen des GGR weitgehend ruhig aufgenommen. Einzig für Benny Elsener, Fraktionschef der CVP, ist klar: «Das beste wäre, die Stadt könnte den Raum zum Marktpreis wieder verkaufen.» Denn Elsener ist überzeugt, dass auf die Stadt erhebliche Kosten zukommen. «Der Unterhalt wird teuer», so der CVP-Fraktionschef.

Weniger kritisch zeigen sich die anderen Fraktionen. «Natürlich ist das unschön, aber wir müssen jetzt in diesen sauren Apfel beissen», sagt FDP-Fraktionschef Stefan Moos. Dennoch sei er der Meinung, dass sich die Stadt richtig entschieden habe, den Raum für 50 und nicht nur für 30 Personen auszubauen. «So kann der Raum schliesslich sinnvoll genutzt werden.» SVP-Fraktionschef Jürg Messmer teilt diese Ansicht. Der Ausbau sei der logische nächste Schritt. «Und ich sehe in den aufgeführten Kosten auch keine überrissenen Posten. Daher gehe ich davon aus, dass wir dem Kredit zustimmen werden.» Auch von linker Seite gibt es kaum Kritik. «Als quasi Ur-Vater dieses Raumes, befürworte ich dessen Ausbau natürlich.», sagt SP-Fraktionschef Urs Bertschi. Er hoffe, dass die Stadt dem Gesellschaftsraum mit schönen Materialien und funktionaler Ausstattung die nötige Aufenthaltsqualität einhauche. «Wir haben hier eine einmalige Gelegenheit», so Bertschi. Und für Stefan Hodel, Fraktionschef Alternative-CSP, ist klar: «Das ist durchaus ein stolzer Betrag für einen Raum.» Aber es mache sicherlich Sinn, diesen Ausbau richtig zu machen. «Es ist gut, dass diese langwierige Geschichte nun zu einem guten Abschluss kommt.»

Einweihung im Mai 2017

Von einer langwierigen Sache kann durchaus die Rede sein. Denn der Raum im obersten Geschoss des Park Tower beschäftigt die Stadt bereits seit 2009. Mit dem Bebauungsplan wurde eine öffentliche Nutzung beschlossen. 2012 wollte der Stadtrat das Nutzungsrecht dann jedoch an die Eigentümerschaft abtreten. Der GGR sprach sich jedoch dagegen und für den Gesellschaftsraum aus. Doch auch dessen Ausgestaltung sowie die Nutzungsmöglichkeiten sorgten für heftige Diskussionen. Am Ende musste ein Schiedsgericht ran. In seinem Schiedsspruch vom 23. Juni 2015 wurden das endgültige Betriebskonzept und die Kostentragung festgelegt. Seither ist klar: Der Raum kann von Montag bis Donnerstag jeweils von 8 bis 22 Uhr, am Freitag von 8 bis 24 Uhr, am Samstag von 10 bis 24 Uhr und am Sonntag von 10 bis 18 Uhr genutzt werden.

Der GGR wird voraussichtlich Ende August über den Kredit befinden. Im Januar 2017 soll dann mit dem Bau begonnen werden, so dass der Raum im Mai eingeweiht werden kann.

 

Neuer Interessent

Penthouse st. Ebenfalls noch nicht belebt ist das Penthouse im obersten Geschoss des Park Tower. Wie eine Nachfrage unserer Zeitung nun jedoch ergeben hat, liegt bei der Peikert Immobilien AG eine unterzeichnete Kaufzusage für die Luxuswohnung vor. Ausserdem sei eine Anzahlung geleistet worden, heisst es bei der Firma. Derzeit laufen die Vorbereitungen für die öffentliche Beurkundung.

Noch befindet sich der Raum im obersten Geschoss des Park Tower im Rohbau. Geht es nach dem Stadtrat, beginnen die Arbeiten im Januar. (Bild: PD)

Noch befindet sich der Raum im obersten Geschoss des Park Tower im Rohbau. Geht es nach dem Stadtrat, beginnen die Arbeiten im Januar. (Bild: PD)