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ZUG: Der Catwalk für Kühe

An der Bruna 2017, einer nationalen Braunviehmesse, versammelten sich dieses Wochenende Kenner und Liebhaber von Braunvieh auf dem Stierenmarktareal. Gewählt wurde unter anderem die Miss Bruna 2017.
Julian Koller
Die Euter der Wettbewerbsteilnehmer werden begutachtet. (Bild: Roger Zbinden (Zug, 8. April 2017))

Die Euter der Wettbewerbsteilnehmer werden begutachtet. (Bild: Roger Zbinden (Zug, 8. April 2017))

Julian Koller

redaktion@zugerzeitung.ch

Alle fünf Jahre findet in Zug auf dem Stierenmarktareal eine nationale Braunviehmesse statt – die Bruna. So auch vergangenen Freitag und Samstag. Die Messe erinnert an einen Model-Contest – nur eben mit Kühen und wohl etwas strengerem Geruch. Das Braunvieh wird vor dem grossen Auftritt in seiner eigenen Box aufwendig auf Hochglanz gebracht.

Danach stolziert die Kuh des jeweiligen Besitzers zu vornehmlich schweizerischer Popmusik auf der Bühne im Kreis. Das Ganze vor einem interessierten Publikum von Hunderten von Braunviehliebhaber, welche die Tiere kritisch begutachten. «Ganz besonders ist auf das Euter, die Beine und das Becken zu achten», sagt etwa Ueli Meienberger aus dem Kanton Aargau. Die Prachtvollsten unter den Kühen dürfen dann auf einen Titel wie «Miss Protein» oder «Miss Genetik» hoffen. Dass die Veranstaltung ganz im Zeichen des Braunviehs steht, lässt sich auch an den Souvenirs erkennen, die dort verkauft werden. So lässt sich beispielsweise ein Autoaufkleber mit dem Spruch «Nicht hupen, Fahrer träumt vom Schweizer Braunvieh» erwerben.

Kein Euter ist wie das andere

Marion Zimmermann betreut eine der Kühe, die an diesem Tag einen Preis gewinnen sollen. Sie ist extra aus Luzern angereist. «Da ist man schon etwas nervös im Voraus», sagt sie. Dabei sei es schon ein kleiner Sieg, überhaupt antreten zu dürfen, da die Kühe zuerst in einer regionalen Vorauswahl brillieren müssen. «Trotzdem wäre ein Preis fantastisch. Aber ich muss sagen, dass ich heute schon etliche sehr schöne Tiere gesehen habe. Das Niveau hier ist meiner Meinung nach wirklich hoch.»

Einer der prestigeträchtigen Preise, die an diesem Tag verliehen werden, ist jener des Schöneuterchampions. Ein Kenner wie Johan Wachter kann ein Prachteuter durch einen Blick vom «schnöden» Mittelmass unterscheiden. Er kommt aus dem St. Galler Oberland und war vor seiner Pensionierung mehrfach im Organisationskomitee der Bruna. «Für ein schönes Euter ist die Aufhängung wichtig», erklärt er. Es müsse generell hoch aufgehängt sein, da ein tief liegendes Euter Verletzungsgefahr mit sich brächte. «Ausserdem ist die formale Korrektheit der Zitzen heutzutage unabdingbar», fügt er hinzu. Dies liege daran, dass der Roboter beim mechanischen Melken das Euter so besser greifen könne. Nicht zuletzt sei auch die sogenannte Drüsigkeit des Euters, also wie stark die Adern hervortreten, ein Kriterium, da ein drüsiges Euter generell mehr Milch produziere.

Die wichtigste Wahl des Tages, jene zur Miss Bruna 2017, gewann eine Kuh namens Jongleur Elisa von Adrian Arpagaus aus Falera GR. Sie ist damit laut Veranstaltern im Olymp der grossen Schaudiven angekommen. Im Grand Finale zur Miss Bruna 2017 standen ausserdem die Kühe mit den Namen Blooming Brooke, Einstein Enrica, Blooming Blondi, Jongleur Belen und Vigor Nirvana.

Hinweis

Die detaillierte Rangliste finden Sie hier>>.

Die Gewinnerin Elisa von Adrian Arpagaus (Mitte), die zweit- (links) und drittplatzierten Kühe daneben. (Bild: PD)

Die Gewinnerin Elisa von Adrian Arpagaus (Mitte), die zweit- (links) und drittplatzierten Kühe daneben. (Bild: PD)

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