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ZUG: Der Dialog zur Ortsplanungsrevision findet vor Ort statt

Die nächste Ortsplanungsrevision steht bevor. Mitarbeiter des Baudepartements touren durch die Quartiere und fragen deren Bewohner, was sie gut finden, und wo sie der Schuh drückt. Etwas hat die Frager überrascht.
Marco Morosoli
Blick auf die Stadt Zug, die zweitbeste Stadt der Schweiz. Vier Ränge später folgt... (Bild: Maria Schmid)

Blick auf die Stadt Zug, die zweitbeste Stadt der Schweiz. Vier Ränge später folgt... (Bild: Maria Schmid)

Marco Morosoli

marco.morosoli@zugerzeitung.ch

Der Politik wie auch der Verwaltung wird immer wieder vorgehalten, sie wirke wie in abgehobenen Sphären. Bürgernähe werde nur dann praktiziert, wenn Wahlen anstehen, oder wenn es gilt, den Stimmbürgern eine Abstimmungsvorlage schmackhaft zu machen.

Die Stadt Zug sagt nun diesem Vorurteil den Kampf an. Sie baut zu den Bewohnern innerhalb ihrer Gemarkung Brücken. Im Zuge der anstehenden Ortsplanungsrevision tourt ein Team des Baudepartements unter der Federführung des Stadtarchitekten Christian Schnieper durch alle Stadtzuger Quartiere und fühlt den Puls der Bewohner. Das ist eine Premiere, denn bisher hat die Stadt jeweils Informationsveranstaltungen durchgeführt, bei der Fragen aus dem Publikum beantwortet worden sind.

«Ich war vor dem Start der Aktion am vergangenen Montag sehr nervös», sagt der Zuger Stadtarchitekt freiheraus. Er habe sogar noch Arbeit mitgenommen, um allfällige Flauten sinnvoll überbrücken zu können. Das macht er inzwischen nicht mehr: «Als wir am Herti-Quartier waren, sind wir fast überrannt worden.» Die meisten Quartierbewohner hätten es sehr geschätzt, dass «wir vorbeigeschaut haben». Auch an den anderen Standplätzen sei die städtische Dialogbereitschaft auf offene Ohren gestossen. Es ist dabei zu bemerken, dass die Leute aus den Quartieren zum Ausfüllen eines sehr umfangreichen Fragebogens gebeten werden. Sie müssen diesen aber nicht selber ausfüllen, sondern werden von kundigen Helfern über ihr Quartier ausgefragt. Stadtarchitekt Christian Schnieper sagt, dass das gemeinsame Ausfüllen etwas mehr als eine halbe Stunde braucht.

Umfrageprofis werten die Fragebogen aus

Da wird zum Beispiel gefragt, wie die Quartierbewohner mit den Grünflächen in ihrem Quartier zufrieden sind. Doch auch negative Äusserungen finden Eingang in den Fragebogen. Es soll ja keine Schönwetterumfrage werden. Natürlich sei diese Art der Befragung nach dem Zufallsprinzip und damit kein genaues Abbild der Befindlichkeiten der Quartierbewohner, aber trotzdem hilfreich. «Keiner kennt das Quartier so gut wie seine Bewohner», sagt deshalb Christian Schnieper. Die Fragebogen werden dann von Profis ausgewertet. Was Schnieper und sein Team bis jetzt herausgefunden haben, ist, dass viele Zuger sich in ihrem Quartier einen Treffpunkt wünschen. Interessant sei auch, dass viele Leute sich Gedanken darüber machen, was in unmittelbarer Nähe ihrer Heimstätte verbessert werden könnte. Dann und wann kämen auch Leute vorbei, die ihrem Ärger Luft machen und sich outen, dass sie ihrem Anliegen schon mal in einem Leserbrief Nachdruck verschafft haben. Doch die Diskussion mit diesen Leuten sei, so Schnieper, «fruchtbar». Sein Ziel: «Wir wollen heraushören, wie die Leute vor Ort die Stadt wahrnehmen.» Er merkt zudem an, dass die Personen, die am Stand vorbeikommen, aus allen Altersklassen stammen.

Denkverbote gibt es bei dieser Art der Befragung ebenso keine. Kein Ansatz einer Idee wird abgewürgt. Es überrascht deshalb nicht, dass Schnieper und auch der Bauchef André Wicki gespannt sind, was die Auswertung dieser Interviews ergibt. Erste Resultate, so sagt der Stadtarchitekt, sollten bis Ende Jahr vorliegen.

Heinz Müller ist einer der vielen, der gestern Nachmittag beim städtischen Informationsstand im Loretoquartier vorbeigekommen ist. Er wohnt mit seiner Frau seit 44 Jahren im Quartier. Die Idee, die Meinung der Bewohner abzuholen, findet er «sehr gut». Ein Anliegen, das er bei der Stadt deponiert hat: «Wir müssen unserem Wohnquartier Sorge tragen.» Darunter versteht er, «das Bewahren, was ist». Hohe Häuser, so äussert er sich, finde er nicht gut. Es dürfe auch nicht sein, dass das Loretogebiet übernutzt werde. All das schreibt die Interviewerin wortgetreu auf den Fragebogen.

Wer übrigens nicht selber an einem der Stände vorbekommen kann, muss mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg halten. Der Fragebogen ist auch online verfügbar ( www.zug2050.ch ). Dort findet sich auch noch eine englische Fassung.

Hinweis

Die Aktion «Zug 2050 – Bauen Sie mit uns die Stadt von morgen» ist heute im St.-Michael-Quartier bei der Überbauung Roost (12 bis 15 Uhr) und beim Schulhaus Guthirt (16 bis 19 Uhr) zu Gast. Weitere Termine: Freitag, 22. September, beim Schulhaus Riedmatt (16 bis 19 Uhr) und am Samstag, 23. September, auf dem Bundesplatz. Weitere Informationen finden Sie auf www.zug2050.ch.

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