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ZUG: Der Kreuzstreit erreicht Zug

In der Kapelle des ehemaligen Kantonsspitals sind religiöse Bilder übermalt worden. Weil im Gebäude Asylbewerber leben?
Eine von sechs Szenen der Passion Christi in der Kapelle des ehemaligen Kantonsspitals. (Bild: PD / Alois Ottiger)

Eine von sechs Szenen der Passion Christi in der Kapelle des ehemaligen Kantonsspitals. (Bild: PD / Alois Ottiger)

Harry Ziegler

Im Februar dieses Jahres stritten die Luzerner darüber, ob in der konfessionslosen Abdankungshalle Friedental die christlichen Symbole entfernt werden müssen (Ausgabe vom 27. Februar). Mittlerweile wurde erfolgreich gegen die Vorlage des Luzerner Stadtparlaments das Referendum ergriffen. Die Stadtluzerner werden diese Frage nun am 25. September an der Urne klären. Jetzt wird sich auch der Regierungsrat des Kantons Zug mit ähnlichen Fragen beschäftigen müssen.

In der ehemaligen Kapelle des alten Kantonsspitals hat der 1968 verstorbene Schweizer Künstler Fritz Pauli im Jahr 1938 sechs Szenen der Passion (Leidensgeschichte) Christi gemalt. Die Kapelle wurde damals von Pauli vollständig ausgemalt. Diese Szenen sollen vor kurzem mit weisser Farbe übermalt worden sein. Warum dies getan wurde, wollen die beiden Stadtzuger Kantonsräte Daniel Stadlin (GLP) und Richard Rüegg (CVP) wissen. Sie stellen in einer Interpellation entsprechende Fragen – und vermuten, dass die aktuelle Situation im ehemaligen Kantonsspital den Ausschlag dafür gegeben haben könnte. Denn dort sind gegenwärtig über 100 Asylbewerber untergebracht. Die Interpellanten fragen denn auch klar nach: «Wurden die Bilder übermalt, weil der Raum jetzt vor allem für Personen aus anderen Religionen benutzt wird?»

Unzumutbarer christlicher Inhalt?

Gemäss dem Vorstoss wird die ehemalige Kapelle aktuell als Ruheraum genutzt. Ihnen sei durchaus bewusst, dass die ehemalige Kapelle nicht unter Denkmalschutz steht, also abgebrochen werden kann, schreiben die Interpellanten. Ihnen geht es jedoch um Grundsätzlicheres. Die letzte Frage der Interpellanten birgt denn auch Zündstoff: Sie verlangen vom Regierungsrat eine Grundsatzerklärung, wie er sich dazu stelle, «christliche Symbole zu Gunsten fremder Kulturen zu entfernen».

Mittlerweile ist die Debatte um christliche Symbole in der Öffentlichkeit auf eine nationale Ebene gehoben worden (Ausgabe vom 21. Mai). Der Neue Rütlibund mit Sitz in Zug möchte, dass die Thematik nicht mehr nur regional behandelt wird. Begründet wird dieses Engagement damit, dass die Schweiz ein christlich geprägtes Land sei, was erkennbar bleiben solle – auch durch Symbole im öffentlichen Raum.

Die Szenen wurden nun übermalt (Bild: PD / Ottiger)

Die Szenen wurden nun übermalt (Bild: PD / Ottiger)

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