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ZUG: Der Meister tritt ab

Stephen Smith hat sich als Gründer und künstlerischer Leiter des Luzerner Ensembles Corund einen Namen gemacht. Das bevorstehende Konzert mit den Cantori contenti und der Zuger Sinfonietta ist ein Abschiedskonzert.
Stephen Smith dirigiert am kommenden Samstag die Cantori contenti und die Zuger Sinfonietta. (Bild: Tomasz Trzebiatowski/PD)

Stephen Smith dirigiert am kommenden Samstag die Cantori contenti und die Zuger Sinfonietta. (Bild: Tomasz Trzebiatowski/PD)

Haymo Empl

redaktion@zugerzeitung.ch

Am Palmsamstag führen die Cantori contenti zusammen mit der Zuger Sinfonietta Maurice Duruflé und diverse Werke von Felix Mendelssohn in der Kirche St. Johannes in Zug auf. Es ist die erste Zusammenarbeit der Cantori contenti mit der Zuger Sinfonietta, und es ist das 10-Jahr-Jubiläum der Zusammenarbeit mit dem Dirigenten Stephen Smith und gleichzeitig auch sein Abschied. Ein Passionskonzert mit schönster romantischer und impressionistischer Musik, aufgeführt von drei der besten Musikformationen der Region – und zwei Gesangssolistinnen obendrauf –, man kann also viel erwarten. Es sei «Musik für das Gemüt», erklärt Stephen Smith.

Rund hundert Jahre trennen die Geburtsjahre der beiden Komponisten Felix Mendelssohn und Maurice Duruflé. «Der Deutsche, Mendelssohn, stand am Anfang. Der Franzose, Duruflé, am Ende der Romantik. Was die beiden verbindet, ist ihr Umgang mit Emotionen in der Musik. Beide bedienen sich einer Empfindsamkeit, einer – stereotypisch ausgedrückt – weiblichen Emotionalität, die weder Süsse noch Zorn scheut und nebeneinander stehen lässt. «Beide Komponisten sprechen mich im Herzen an. Und mit beiden Komponisten habe ich mich jahrelang intensiv auseinandergesetzt», erklärt der Dirigent im Gespräch.

Am Samstag kommt es zur ersten Zusammenarbeit der Cantori contenti mit der Zuger Sinfonietta. «Auf diese Zusammenarbeit habe ich mich sehr gefreut», so der Dirigent. «Vor gut acht Jahren durfte ich mit dem Orchester das Requiem von Mozart dirigieren und war schon damals beeindruckt von der hohen Qualität. Jetzt spannen diese zwei etablierten Zuger Formationen zum ersten Mal zusammen, und es zeichnet sich jetzt schon eine glückliche Paarung ab.»

Bei Stephen Smith gibt es auch sonst Grund zum Feiern – es steht das 10-Jahr-Jubiläum der Cantori contenti an. In dieser langen Zeit gab es einige Höhepunkte. «Ein stimmungsvolles Programm mit englischer Musik, der Auftritt im Petersdom in Rom beim Einsetzungsgottesdienst der Schweizergarde, Haydns ‹Jahreszeiten› im KKL, Händels ‹Israel in Egypt› mit Gastspiel im Rumänischen Sibiu, eine Chorwoche in der Kathedrale von Lincoln, Gershwins ‹Porgy and Bess-Suite›», erinnert sich Stephen Smith, wenn er die Dekade Revue passieren lässt.

Leidenschaftlicher Musiker

Nach dem Konzert am Samstag in Zug wird der gebürtige Amerikaner, der seit 1982 in der Schweiz lebt, in Luzern die Arbeit mit anderen Formationen weiterführen. «Die Arbeit mit dem Ensemble Corund und meine Tätigkeit als Gastdirigent werden immer umfangreicher und verlangen zunehmend Zeit von mir – das 10-Jahr-Jubiläum schien dem Chor und mir eine gute Gelegenheit zu geben, uns neu zu orientieren und andere Ziele zu setzen.»

Stephen Smith ist Dirigent – aber vor allem leidenschaftlicher Vollblutmusiker und setzt sich so direkt und indirekt auch für die (klassische) Musik ein. Es fällt generell auf, dass an vielen Konzerten der Altersdurchschnitt eher hoch ist, die Jungen scheint diese Art von Musik weniger zu interessieren. «Ich beobachte, dass es bei der jüngeren Generation oft an kultureller Bildung und an Begegnung mit Musik, Kunst und Literatur fehlt, in der Familie wie auch in der Gesellschaft und in der Schule.»

Hemmschwellen senken

Und um etwas Abstraktes und Komplexes zu mögen, müsse man es auf einer gewissen Ebene verstehen, und um es zu verstehen, brauche es Bildung und einen selbstverständlichen Umgang mit der Materie, was eine gewisse Vertrautheit bedinge. «Das heisst auch, dass die Hemmschwellen für den ‹Zugang› gesenkt werden müssen.» Das beinhalte ferner, dass das Formelle, wie beispielsweise Kleidervorschriften, hohes Eintrittspreisniveau und eine gewisse Künstlichkeit eine jüngere Generation von einem Konzertbesuch eher abhalten würden, so Smith weiter.

Vielleicht wird es ja Menschen wie Stephen Smith gelingen, auch ein neues Publikum zu erschliessen.

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