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ZUG: Der nächste Gerichtstermin naht bereits

Ein deutscher Immobilienspekulant beschäftigt die Zuger Justiz seit Jahren. In einem neuerlichen Verfahren ist er freigesprochen worden. Die Staatsanwaltschaft gibt nicht auf.
Marco Morosoli
Blick auf das Zuger Strafgericht. (Bild: Urs Flüeler / Keystone)

Blick auf das Zuger Strafgericht. (Bild: Urs Flüeler / Keystone)

Marco Morosoli

marco.morosoli@zugerzeitung.ch

In der ersten Dekade dieses Jahrtausends hat ein heute 76-jäh­riger Deutscher verschiedene Firmen gegründet, über welche Anlagevehikel verkauft worden sind, mit denen sich zahlungskräftige Kunden an Immobilien an bester Lage beteiligten konnten. Er hat dann allerdings diese ihm anvertrauten Gelder nicht immer abmachungsgemäss verwendet. Dies hat in der Vergangenheit zu zahlreichen Prozessen geführt. Bis jetzt ist allerdings am Zuger Strafgericht erst einmal ein Schuldspruch ergangen. Und dieser ist noch nicht rechtskräftig. Der besagte Fall soll Anfang ­April vor dem Zuger Obergericht verhandelt werden. Das geht aus der Verhandlungsliste des Gerichtes hervor.

Nun ist der Pensionär in einem weiteren Verfahren wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung vom Zuger Strafgericht freigesprochen worden. Die Zuger Staatsanwaltschaft hatte ihm dabei vorgeworfen, dass er 2005 durch eine von ihm beherrschte Gesellschaft ein Darlehen für den Kauf einer Immobilie in einer grossen Schweizer Stadt aufgenommen habe. Dieses Rechtsgeschäft habe er dann mit Geldern einer anderen Firma abgesichert, ohne den dafür notwendigen Gesellschafter­beschluss in der Tasche gehabt zu haben. Dadurch sei, so schreibt die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklageschrift, für diese ein Schaden von über 1 Million Franken entstanden. Deren Kapital haben verschiedene Anleger mit fünf- und sechsstelligen Beiträgen alimentiert.

Das Strafgericht hat sich dabei intensiv mit dem Fall befasst. Das begründete Urteil umfasst 45 Seiten. Dabei muss sich die Anklagebehörde einiges anhören lassen. So rügt das Strafgericht unter dem Vorsitz von Carole Ziegler, dass diesem Verfahren Akten beigelegt wurden, welche schon in anderen gegen den deutschen Pensionär geführten Strafverfahren enthalten waren: «Eine solche unbereinigte Akten(an)sammlung kann nicht als ‹ordnungsgemäss erstellte Akte› bezeichnet werden. Auf eine Rücksendung an die Staatsanwaltschaft zur Aussonderung der aus ihrer Sicht vorliegend relevanten Untersuchungsakten wird indessen zu diesem Zeitpunkt verzichtet.»

Gericht erkennt kein rechtswidriges Verhalten

Zudem haben die Richter 16 Kartonschachteln mit eingereichten Akten unbe­sehen im Archiv deponiert, weil die Staatsanwaltschaft kein Dokument aus diesem Fundus für das Verfahren als relevant bezeichnet hat. Die Strafrichter schreiben dazu im schriftlichen Urteil vom 14.AABB22Dezember 2016: «Ein solches Vorgehen befremdet, und die betreffenden Akten haben bei der Urteilsfindung ausser Betracht zu bleiben.»

Bevor die Richter zu ihrem Urteil kamen, hatten sie alle möglichen Punkte in diesem hochkomplexen Rechtsgeschäft überprüft. Dabei kamen sie zur Erkenntnis, dass sich der deutsche Pensionär in diesem Fall in keinem Anklagepunkt rechtswidrig verhalten habe. Die Konsequenz: Freispruch, da weder die objektiven noch die subjektiven Tatbestandselemente der ungetreuen Geschäftsbesorgung erfüllt sind.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist auf der Seite 42 des Urteils zu lesen, dass «die Kosten auf die Staatskasse zu nehmen» seien. Die Untersuchungskosten betragen laut Urteil 57 320 Franken. In diesem Betrag sind 12 590 Franken für den amtlichen Verteidiger enthalten. Noch fliesst dieses Geld aber nicht. Die Staatsanwaltschaft hat, wie dem Urteil zu entnehmen ist, Berufung dagegen eingelegt. Damit wird das Obergericht zum wiederholten Male mit einem Verfahren gegen den 76-jährigen Deutschen zu tun haben.

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