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ZUG: Der neue Postplatz soll ein Anfang sein

Der Stadttunnel ist vom Tisch. Und trotzdem wird der Verkehr in der Stadt nicht weniger. Stadtpräsident Dolfi Müller macht erste Schritte in eine autofreiere Zukunft.
Der Zuger Stadttunnel ist im Eimer. Nun sind neue Ideen gefragt. (Bild Stefan Kaiser)

Der Zuger Stadttunnel ist im Eimer. Nun sind neue Ideen gefragt. (Bild Stefan Kaiser)

wolfgang holz

«Ich habe gut geschlafen», versichert Zugs Stadtpräsident Dolfi Müller nach dem Fiasko bei der Stadttunnel-Abstimmung. Dabei sei ihm vor Tagen noch ein Stadttunnel-Gegner im Traum erschienen. Doch Spass beiseite. «Das Ergebnis hat auch etwas Klärendes und Entlastendes.» Ausserdem komme es ihm so vor, als ob der «Leidensdruck» in Sachen Stadttunnel gar nicht so hoch gewesen sei. Das lässt den Verdacht aufkommen, die Behörden hätten am Volk vorbeipolitisiert. Müller: «Dem ist sicher nicht so.» Das Stadtzuger Stimmvolk habe vor einigen Jahren mit 72 Prozent Ja-Stimmen den Stadttunnel-Auftrag gegeben. «Mir ging es übrigens nicht um Stau, mir ging es um eine schönere Stadt.»

Neue Vorschläge im Parlament

Aber wie geht es nun weiter in Sachen Verkehrsentlastung? Schliesslich hat der SP-Politiker am Tag der Abstimmung von «kleineren Brötchen» gesprochen, die künftig gebacken werden. Müller: «Klar ist, dass es nun in kleinerem Massstab weitergehen muss, denn, wie die Abstimmung gezeigt hat, funktionieren eben Grosskonzepte für eine kleine Stadt wie Zug nicht.» Er kann sich vorstellen, dass nach einer Phase des Durchschnaufens und nach den Sommerferien neue Ideen heranwachsen. «Wir müssen wieder höher fliegen und eine neue Gesamtsicht der Situation vornehmen.» Allein schon im Grossen Gemeinderat würden als Reaktion auf die Abstimmung sicher neue Vorschläge auf den Tisch kommen, die es zu bündeln gilt.

Wobei der Stadtpräsident schon eine gute Nachricht parat hat: «Die Umgestaltung des Postplatzes wird schon zu einer wesentlichen Verbesserung der Situation führen, indem der Platz deutlich aufgewertet wird.» Dann könne man dort beispielsweise auch Marktstände aufstellen. Allerdings werde man eben den «Lindwurm» an Fahrzeugen nicht los, der nach wie vor durch die Neugasse und am Postplatz vorbeifahren wird. Als realistische Massnahmen zur Verkehrsentlastung in der Zuger Innenstadt kann er sich neben Aufwertungen anderer Plätze in der Stadt auch neue Velo- und Fussgängerwege vorstellen. «Was aber den öffentlichen Verkehr anbelangt, muss man sagen», so der Stadtpräsident, «sind wir in Zug schon ziemlich gut versorgt, und es gibt wenig Ausbaupotenzial.»

Was passiert mit den Parkplätzen?

Und was ist mit den Parkplätzen? Würde es etwas bringen, auf Park and ride mit zusätzlichen Parkhäusern an der Peripherie zu setzen? Dolfi Müller will sich in diesem Punkt nicht festlegen. Denn wenn er dank des neuen Parkleitsystems sehe, wie viele freie Parkplätze täglich in der Innenstadt zur Verfügung stehen, müssten ja dann wieder völlig neue Anreize geschaffen werden, um eine Steuerung des Verkehrs zu bewirken. Etwa in Form von massiv teureren Parktarifen. Oder von Parkplatzabbau. «Und das würde dann auch wieder Gegner heraufbeschwören», ist Müller überzeugt. Er glaubt, dass Zug für Park and ride in grossem Stil als Stadt zu klein sei. Entscheidend für ihn ist: «Wir müssen völlig offen sein für neue Lösungen.» Eine andere Tunnelvariante schliesst er indes für lange Zeit aus.

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