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ZUG: Der neue Prinz lädt zum Tanz

Die Zunft der Letzibuzäli hat ihr neues Oberhaupt in sein Amt eingesetzt. Walter I. Weber versteht die Fasnacht als Auszeit unter dem Motto «Alles Walt(z)er».
Prinz Walter I. Weber, umgeben von seinen Prinzessinnen Ehefrau Angelica (rechts) und Birgitt Siegrist, will an der Fasnacht brav und bieder vergessen machen. (Bild: Charly Keiser)

Prinz Walter I. Weber, umgeben von seinen Prinzessinnen Ehefrau Angelica (rechts) und Birgitt Siegrist, will an der Fasnacht brav und bieder vergessen machen. (Bild: Charly Keiser)

Natalia Widla

Im Herti-Quartier in Zug ist nun allerspätestens am vergangenem Wochenende wieder die fünfte Jahreszeit mit viel Karacho eingekehrt: Am Samstagabend wurde im Pfarreisaal St. Johannes der neue Prinz der Letzibuzäli, Walter I. Weber, hochoffiziell ins Amt gehoben. Zahlreiche Delegationen von nah und fern waren angereist, um dem frischgebackenen Lebuzen-Prinzen und seinen Prinzessinnen zu huldigen. Vor der feierlichen Inthronisation musste jedoch zuerst der letztjährige Prinz, Stefan II. Meier, die Insignien der Macht ein für alle Mal abgeben. Unter dem Motto «Weniger ist mehr» hatte er mit den Prinzessinnen Gabi und Carmen durch die Fasnacht 2014 geführt. Weniger sei es bei Stefan II. vor allem mit der Pünktlichkeit gewesen, erzählte der Zunftmeister Richard «Richi» Rüegg schmunzelnd und überreichte dem abtretenden Prinzen einen überdimensionalen Wecker als eines der Abschiedsgeschenke.

Zu Tränen gerührt

Auch grosse, bestickte Taschentücher gab es für Stefan II. und Ehefrau Carmen, denn ein Mehr habe Stefan II. dem Lebuzen-Volk stets mit seinen bewegenden Reden, bei denen auch schon mal ein Tränchen kullerte, zu geben gewusst.

Mit etwas feuchten Augen und zitternder Stimme berichtete Stefan II. dann auch von seinem Amtsjahr: «Es war von Anfang an eine Herausforderung, die ich mir nie so schön hätte vorstellen können.» Eine ganz spezifische kulinarische Abneigung hat die Fasnacht 2014 beim abtretenden Prinzen und Spitzenkoch hinterlassen: «Ich kann effektiv keine Wienerli mehr anschauen, denn die gab es nach jedem einzelnen Fasnachtsanlass immer zu essen.»

Hier wird gefeiert, nicht geredet

Nicht mit Essen, dafür aber mit Getränken kennt sich der nun amtierende Lebuzen-Prinz und Geschäftsführer der Weber-Vonesch AG, Walter I. Weber, aus. Unter Begleitung von Tambourengetrommel wurde Walter I. mit seinen Prinzessinnen, Ehefrau Angelica und Birgitt Siegrist, im Festsaal empfangen. Als Einstimmung spielte die Guggenmusig Los Contineros für den Prinzen ein Ständchen, denn im Herti-Quartier, das merkte man an diesem Abend schnell, wird Fasnacht auch an der Inthronisation nicht nur breitgeredet, sondern vor allem gefeiert.

«Das mache ich sicher nie»

Nachdem Zeremonius Beni Portmann einige Anekdoten aus dem Leben von Walter Weber zum Besten gegeben hatte, wurden diesem schliesslich die Insignien der Macht überreicht. Bis über beide Ohren strahlend, sprach Walter I. anschliessend sehr humorvoll und unterhaltsam zu den Gästen im Pfarreisaal St. Johannes. Seine Ansprache eröffnete er mit einer Frage: «Gibt es in Ihrem Leben auch etwas, von dem Sie sagten: ‹Das mache ich aber sicher nie›? Und plötzlich machten Sie es doch? So ähnlich erging es mir. Da stehe ich nun, ich armer Prinz.» Schuld an seinem Sinneswandel seien vor allem die Überredungskünste von Ehefrau Angelica gewesen.

Historischer Hintergrund

Für Walter I. ist die fünfte Jahreszeit in erster Linie eine Auszeit: «Eine Auszeit vom Alltag, eine Auszeit von brav und bieder und eine Auszeit von der eigenen Rolle.» Das Motto von Walter I. lautet «Alles Walt(z)er» und hat einen historischen Hintergrund: «Schon vor 200 Jahren gab es Auszeiten: Es war 1815 am Wiener Kongress, die Verhandlungen kamen nicht voran, und um die politischen Sorgen zu vergessen, gab es täglich Feste und Bälle. Diese begannen alle mit dem Kommando: Alles Walzer!»

Nachdem der Lebuzen-Prinz zahlreiche Huldigungen und Geschenke hatte entgegennehmen dürfen, wurde schliesslich gebührend gefeiert und getanzt auch wenn vielleicht nicht unbedingt zu klassischem Walzer.

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