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ZUG: Der Stadtrat will den Stromrabatt kürzen

Die Stadt will Anpassungen beim Konzessionsvertrag mit den WWZ vornehmen. Das bedeutet für die Kunden mehr Kosten. Ob das Parlament dies gutheisst, ist noch offen.
Samantha Taylor
Gebäude der Wasserwerke Zug (WWZ). (Bild: Stefan Kaiser)

Gebäude der Wasserwerke Zug (WWZ). (Bild: Stefan Kaiser)

Samantha Taylor

samantha.taylor@zugerzeitung.ch

Haushalte, Unternehmen und die Industrie in der Stadt Zug müssen wohl bald mehr für ihren Strom bezahlen. Der Grund: Die Stadt Zug will ihren Rabatt für die Wasserwerke Zug (WWZ) kürzen. Das geht aus einer Vorlage des Stadtrates hervor, welche er dem Grossen Gemeinderat (GGR) unterbreitet hat. Aktuell gewährt die Stadt Zug den WWZ 100 Prozent Rabatt auf die Konzessionsabgabe, die die WWZ an die Stadt bezahlen müssten (siehe Box). Die Wasserwerke ihrerseits geben diesen Rabatt an ihre Endkunden weiter. Er ist auch auf der Stromrechnung ersichtlich und wird unter «Konzessionsrabatt» ausgewiesen.

Der Stadtrat will diesen Rabatt im Bereich Strom nun per 1. Januar 2019 von 100 Prozent auf 50 Prozent reduzieren. Die Stadt rechnet dadurch mit Mehreinnahmen von jährlich 1,3 Millionen Franken, wie sie in ihrem Bericht ausweist. Der Grund für die vorgeschlagene Anpassung der Stadt Zug ist das Paket «Sparen und Verzichten II» das in der Stadt aktuell noch läuft. Die Reduktion des Rabattes stelle eine «wesentliche Massnahme» dar, mit der die Erfolgsrechnung der Stadt «nachhaltig entlastet» werden könne, führt der Stadtrat im Bericht aus.

Mehrkosten von bis zu 5 Prozent

Für die Endkunden hat dieses Ansinnen der Stadt Folgen. Von den Mehreinnahmen von 1,3 Millionen Franken, mit denen die Stadt rechnet, wird der Hauptteil – insgesamt 667 000 Franken, also fast 50 Prozent – auf die Haushalte überwälzt. Rund 363 000 Franken Mehrkosten entfallen auf die Industrie und 310 800 Franken auf Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe. Die Mehrkosten betragen für die Kunden, je nach Verbrauchertyp, zwischen 2,5 Prozent (Grossbetriebe) und 5 Prozent (Privathaushalte). Konkret bezahlt, wer in einer 4-Zimmer-Wohnung mit Elektroherd und Elektroboiler lebt, jährlich rund 37 Franken mehr für den Strom (+4,8 Prozent). Bewohner eines 5-Zimmer-Einfamilienhauses mit Elektroherd, Elektroboiler und Tumbler müssen laut Stadtratsbericht mit Mehrkosten von jährlich 61 Franken (+4,82 Prozent) rechnen.

Kleinbetriebe würden pro Jahr fast 100 Franken mehr bezahlen (+5 Prozent), mittlere Betriebe 745 Franken (+3,12 Prozent) und Grossbetriebe knapp 2300 Franken (2,57 Prozent).

Stadtrat stellt sich auf Diskussionen ein

Ob die Stadt diesen Rabatt aber tatsächlich kürzen wird, ist noch nicht klar. Denn die Vorlage muss erst vom Grossen Gemeinderat (GGR) gutgeheissen werden. Wie sich jedoch an der letzten Sitzung des GGR am 11. April zeigte, stellt sich dieser aktuell eher gegen Beschlüsse, die mit höheren Gebühren oder Mehrkosten für die Bevölkerung verbunden sind. Er versenkte an dieser Sitzung zwei entsprechende Vorlagen und nahm eine ablehnend zur Kenntnis. Dies in erster Linie, weil die Stadt 2016 ein Plus von fast 20 Millionen Franken geschrieben hat. Finanzchef Karl Kobelt will dennoch an dem Vorhaben festhalten: «Die Massnahme der Reduktion des Konzessionsrabatts ist langfristig angelegt.» Sie sei Teil des Pakets «Sparen und Verzichten II», welches ausgeglichene Abschlüsse der Stadt Zug bis 2020 zum Ziele habe. Kobelt erinnert daran, dass der GGR dieses Paket im Juni des letzten Jahres anerkennend zur Kenntnis genommen habe. «Es wäre deshalb nur konsequent, der Rat würde zustimmen.» Ihm sei bewusst, dass der GGR der vollständigen Umsetzung von «Sparen und Verzichten II» aufgrund des guten Rechnungsergebnisses kritisch gegenüberstehe. Kobelt: «Daher wird es wohl nicht ganz einfach sein, den GGR zu überzeugen.»

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