ZUG: Der tägliche Kampf gegen den herben Männerschweiss

Während die Spieler auf dem Eis rackern, geben andere neben dem Eisfeld alles: die freiwilligen Helfer, die sich um die Spielerwäsche kümmern.

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Kümmert sich in Zug an der U-18-WM in Zug um die Wäsche und um die Verpflegung der Spieler während des Spiels: Edith Inderbitzin. (Bild: Stefan Kaiser)

Kümmert sich in Zug an der U-18-WM in Zug um die Wäsche und um die Verpflegung der Spieler während des Spiels: Edith Inderbitzin. (Bild: Stefan Kaiser)

Es riecht markant nach Männerschweiss in den Katakomben der Zuger Bossard-Arena. Und der Schweiss fliesst gerade auf dem Eis seit Tagen in Strömen. So auch an diesem Abend. An der U-18-WM kämpfen die Tschechen gegen die Schweizer. Den Match werden die jungen Eishockeya­ner aus dem Osten gegen den Nachwuchs der Eidgenossen mit 5:0 gewinnen.

Neben dem Eis wird an diesem Abend auch auf Hochtouren gearbeitet. Alles läuft rund nicht nur die Waschmaschinen. Die drei freiwilligen Helfer, die sich um die Schmutzwäsche der Stars von morgen kümmern, sind im Schuss. Nach Spielschluss gibt es nämlich richtig Arbeit. «Die Wäsche wird von den Teams nach dem Spiel vor die Kabine gestellt», erklärt Corina Gadient. Die 53-Jährige, die in Seewen wohnt und Hockey-Fan ist, führt uns durch die Gänge im Bauch der Bossard-Arena.

Wieder ist ein Waschgang beendet. Gadient öffnet die Maschine und verfrachtet die nasse Wäsche in den Tumbler. «Das ist die Unterwäsche der Kanadier», erklärt sie. Unterhosen, Unterziehleibchen, Stülpen, Matchleibchen, Trainingstrikots und Handtücher.

Vier zusätzliche Tumbler

«Die Waschmaschinen und Tumbler laufen von 9 Uhr bis um 2 Uhr in der Nacht», informiert Edith Inderbitzin. Die 54-Jährige kümmert sich nicht nur jetzt während der U-18-WM um Spielerwäsche, sie tut dies auch seit Jahren für die Elite-Junioren des EVZ.

«Wäschestücke sind noch nie eingelaufen. Auch Verfärbungen gab es zum Glück noch nie», sagt sie und lacht. Sechs Waschmaschinen und zehn Tumbler stehen jetzt zur Verfügung. «Der Schweizer Hockeyverband hat zusätzlich vier Tumbler organisiert», sagt Corina Gadient. «Schliesslich muss alles bis zum nächsten Tag wieder sauber und vor allem auch trocken sein», ergänzt Edith Inderbitzin.

Verwechslungen vermeiden

In den meisten Spielkabinen liegen bereits die frisch gewaschenen Trikots wieder bereit. «Wir hängen die Match­leibchen an einen Ständer, der mitten in der Kabine steht.» Wird auch gebügelt? «Nein, sonst würden wir ja nie fertig», antwortet Gadient. Nach einer Partie sind pro Mannschaft rund 20 Trikots plus Unterwäsche zu waschen. Da werden schon mal 16 Waschmaschinenfüllungen an einem Abend noch fällig. Auch nach jeder Übungseinheit sind die Maschinen im Einsatz, um die speziellen Trainingstrikots sofort zu waschen. «Um die Übersicht zu behalten, bezeichnen wir jeden Waschgang mit kleinen Kleberchen mit dem Namen des Teams. So gibt es keine Verwechslungen», so Inderbitzin.

Auch Getränke

Auch Robert Blum (23) ist einer der fleissigen Helfer, der sich um den Wäscheberg kümmert. «Ich bin seit klein auf grosser Hockeyfan. Für mich ist die Arbeit hier an der U-18-WM toll. Ich stehe mitten im Geschehen.»

Neben der Wäsche kümmern sich Corina Gadient, Edith Inderbitzin und Robert Blum auch um die Verpflegung der Spieler in den Drittels­pausen. In jede Kabine werden 30 Bananen, 30 Orangen, 30 Äpfel, fünf Packungen Mineralwasser und 60 Snacks (unter anderem Nuss- und Linzertörtchen) gelegt. «Die Spieler sind sehr freundlich. Ab und zu kann man ein paar Worte mit ihnen wechseln. Sie bedanken sich auch, dass in der Kabine immer alles tipptopp ist», freut sich Robert Blum. Und füllt wieder einen Tumbler.luc müller

Robert Blum beim Einräumen von Wasser. (Bild Stefan Kaiser)

Robert Blum beim Einräumen von Wasser. (Bild Stefan Kaiser)

Corina Gadient beim Einräumen von Wäsche an der U18-WM. (Bild: Stefan Kaiser)

Corina Gadient beim Einräumen von Wäsche an der U18-WM. (Bild: Stefan Kaiser)