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ZUG: Der Tennisclub muss bald umziehen

Der TC Siemens hat per Ende 2017 die Kündigung erhalten. Die Firma als Grundeigentümerin will das Areal verkaufen. Der Club sucht nun einen Unterschlupf.
Samantha Taylor
Diesen Blick kann der TC Siemens wohl nur noch bis Ende 2017 geniessen. (Bild Werner Schelbert)

Diesen Blick kann der TC Siemens wohl nur noch bis Ende 2017 geniessen. (Bild Werner Schelbert)

Tennis spielen mit bester Aussicht: Das war den Mitgliedern des Tennisclubs Siemens-Zug während der letzten 78 Jahre vergönnt. Denn seit 1937 gibt es den Tennisclub bei der Mänibachstrasse direkt hinter dem alten Kantonsspital mit Blick in die Alpen und auf den Zugersee bereits. Ursprünglich als Tennisclub Landis & Gyr gegründet, war er während vieler Jahre lediglich für Beamte sowie Angestellte der Landis & Gyr und deren Angehörige geöffnet. Nach der Übernahme der Landis & Gyr durch die Siemens im Jahr 1998 kam es zu Umstrukturierungen, und der Club wurde nach und nach auch für Leute geöffnet, die nicht bei Siemens arbeiten. Seit 2007 trägt er ausserdem den heutigen Namen.

So bald wie möglich verkaufen

Doch bald gehört der Club wohl der Vergangenheit an – oder zumindest die drei Tennisplätze an der Mänibach­strasse. Denn der Vorstand hat von der Siemens, die Eigentümerin des Grundstücks ist, die Kündigung erhalten. Per Ende 2017 müssen die 162 Clubmit­glieder das Feld räumen. «Die Siemens plant, das Grundstück zu verkaufen», sagt Benno Estermann, Mediensprecher von Siemens Schweiz. Das Grundstück soll dann überbaut werden. Das rund 4200 Quadratmeter grosse Areal liegt in der Wohnzone. Erlaubt sind laut Estermann zwei Vollgeschosse. Einen Interessenten für das Grundstück gibt es bisher allerdings noch nicht. «Wir sind derzeit noch an der Erstellung der Verkaufsdokumentation. Sie wird wohl in den kommenden Wochen fertiggestellt», sagt Estermann. Das Areal soll so bald wie möglich verkauft werden. «Der Club kann die Plätze jedoch unabhängig vom Verkauf bis Ende 2017 nutzen.»

Nicht ganz überraschend

Dem TC Siemens Zug widerfährt damit das gleiche Schicksal wie dem Tennisclub, der in Walchwil in der Dürrenburg gespielt hat. Im Sommer hatte dieser die Kündigung per Ende Oktober erhalten. Das Grundstück – ebenfalls an bester Lage – soll mit 17 Wohnungen überbaut werden. «Wir bedauern es natürlich sehr, dass uns der Vertrag gekündigt wurde», sagt Zlatko Janev, Präsident des TC Siemens Zug. Die Anlage sei in der Stadt Zug einmalig mit der schönen Lage. «Ausserdem ist es ein traditionsreicher Club, in dem eine sehr familiäre Atmosphäre herrscht», so Janev weiter. Auch der ehemalige Präsident Dölf Albert, der bereits seit über 40 Jahren Mitglied ist, bedauert die Entwicklung. «Natürlich stimmt es mich etwas wehmütig, dass wir die Mänibachstrasse verlassen müssen», sagt der 74-Jährige. Allerdings sei der Entscheid der Siemens nicht ganz überraschend gekommen. «Die Zeit der Firmenklubs ist vorbei. Es bringt Unternehmungen heute nicht mehr viel, wenn sie ihren Mitarbeitern einen firmeneigenen Sportklub anbieten können. Die Mitarbeiter interessiert das heute weniger.» Das sehe man auch daran, dass nur noch knapp die Hälfte der Mitglieder des Clubs einen Bezug zur Siemens habe. «Und dann ist das natürlich ein sehr attraktives Grundstück zum Bebauen», sagt Albert weiter.

Zieht es den Club ins Göbli?

Beim Tennisclub Siemens ist man allerdings auch schon aktiv geworden und sucht nach neuen Lösungen. «Wir hatten bereits Kontakt mit anderen Clubs», sagt Zlatko Janev. Konkret ins Auge fasst der Club dabei in erster Linie eine Zusammenarbeit mit dem Tennisclub Zug, der seine Plätze im Göbli hat. Die beiden Präsidenten haben sich zu einem ersten Gespräch getroffen. «Es ging dabei darum, dass wir uns etwas kennen lernen», sagt Arno Baumeler, Präsident des TC Zug. Dabei habe man beschlossen, dass man Anfang Jahr die Verhandlungen aufnehmen wolle. «Aus meiner Sicht wäre das eine schöne Sache, und wir hätten auch die nötigen Kapazitäten», sagt Baumeler weiter.

Doch auch, wenn der Tennisclub Siemens im Göbli aufgenommen wird, für die Ewigkeit ist auch dieser Platz nicht. Denn wie im Frühling bekannt wurde, wird die Stadt, die Grundeigentümerin des Landes ist, auf dem sich die neun Plätze befinden, den Pachtvertrag mit dem TC Zug nicht verlängern. Er gilt allerdings offiziell noch bis 2025 und enthält eine Option auf weitere zehn Jahre. Der Club steht aktuell in Verhandlungen mit der Stadt. Der Grund, dass der Vertrag nicht verlängert wurde, sei, dass die Stadt die Entwicklung im Göbli beobachten wolle und es sich um eine städtebaulich wichtige Landreserve handle, wie Stadtrat Karl Kobelt im Frühjahr äusserte. Man wolle aber gemeinsam mit dem Club eine Lösung finden. Daran hat sich bis heute laut Baumeler noch nichts verändert: «Es haben bislang keine weiteren Gespräche stattgefunden. Wir warten vorerst ab.»

Samantha Taylor

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