ZUG: Der Zahn der Zeit nagt am Zugerseeufer

Eine Bestandesaufnahme hat gezeigt, dass die Seeuferverbauungen stellenweise in schlechtem Zustand sind. An vier Orten werden demnächst Verbesserungsarbeiten vorgenommen.

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Der Wellenbrecher aus Bauschutt bei der Badi Siehbach wird abgebaut und mit einer Spundwand und Blockwurf ersetzt. Bild: Stefan Kaiser (Zug, 12. Dezember 2016)

Der Wellenbrecher aus Bauschutt bei der Badi Siehbach wird abgebaut und mit einer Spundwand und Blockwurf ersetzt. Bild: Stefan Kaiser (Zug, 12. Dezember 2016)

Schöne, gepflegte Quais und Uferverbauungen trifft man an den Gestaden des Zugersees allseits an. Dass auch hier Altersspuren entstehen, ist meist erst auf den zweiten Blick erkennbar, weil vielfach Teile der Bausubstanz unter dem Wasserspiegel oder zumindest ausserhalb des unmittelbaren Blickfeldes liegen.

Im Jahr 2013 liess die Stadt Zug deshalb den Zustand der Uferbauten von einem spezialisierten Ingenieurbüro prüfen und ein Konzept zur Werterhaltung erarbeiten. Die Fachleute kamen zum Schluss, dass die Uferbauten in unterschiedlichen Zuständen sind und stellenweise ausgebessert werden müssen. 2016 hat die Stadt schliesslich entschieden, vier Abschnitte in Stand zu setzen. Einer davon ist die Badeanstalt Siehbach. Hier wurde festgestellt, dass die südliche und die östliche Ufermauer unterspült sind, Letztere weist zudem einen beträchtlichen vertikalen Riss auf. Der Mauerfuss wird folglich mit Spundwänden versehen, der Riss stabilisiert und mit Mörtel ausgebessert.

Weiter ist der hölzerne Anprallschutz in einem schlechten Zustand und wird ersetzt. Der Wellenbrecher, der aus Bauschutt besteht und teilweise mit einem Betonguss fixiert ist, wird entfernt. Eine Spundwand mit angeschüttetem Blockwurf soll künftig den Hafen vor Wellengang schützen. Auch die Ufermauer am Vorstadtquai hat einen Riss. Dieser ist entlang der Fugen feststellbar, welche zum Teil verwittert und aufgeplatzt sind. Stellenweise spriesst Unkraut aus der Mauer. Diese Mängel werden behoben, sowohl über als auch unter dem Wasserspiegel. Wo nötig, wird der Blockwurf ergänzt.

Anlass zu Beanstandungen geben auch die Wellenbrecher der Badi Seeliken, welche die Badeplattform gegen den See hin begrenzen und teils unvollständig und in schlechtem Zustand sind. Sie sollen durch Beton­platten ersetzt werden, die mit Carbon vorgespannt sind. Im Zuge dieser Arbeiten soll sich ferner zeigen, ob das Schutz­gitter, welches die Schwimmer davon abhalten soll, unter die Badeplattform zu gelangen, entfernt werden kann.

Eine neue Brücke über den Lotenbach

Einiges zu tun gibt es auch bei der Schifflände Lotenbach. Hier bereitet die Fussgängerbrücke im Mündungsbereich des Baches Sorgen. Sie ist wegen Korrosion und eines schadhaften Belages in einem desolaten Zustand. Die bestehende Brücke wird abgetragen und durch eine neue aus Holz ersetzt. Sie werde so konzipiert, dass ihre Unterhaltskosten sehr gering sein werden, heisst es im Baugesuch. Auch ist die Mauer beidseits des Lotenbachs in einem schlechten Zustand. Sie wird in Stand gestellt und erhält eine verstärkende Wand vorbetoniert. Für die Arbeiten hat das Baudepartement der Stadt Zug beim Amt für Wald und Wild die erforderliche fischereirechtliche Bewilligung eingeholt.

Am gestrigen Mittwoch endete die Einsprachefrist, laut Baudepartement sind gemäss aktuellem Stand keine Beanstandungen eingegangen. Die Arbeiten würden bis April 2017 vorangetrieben, während der warmen Monate ruhen und anschliessend wieder aufgenommen, wie die Stadt informiert.

Andreas Faessler
andreas.faessler@zugerzeitung.ch