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ZUG: Der Zirkus ist in der Stadt

Der Circus Knie gastiert mit seinem neuen Programm auf dem Stierenmarktareal. Mit dabei sind auch Gäste, die zum letzten Mal in Zug sind.
Samantha Taylor
Rund 80 Personen waren gestern in den frühen Morgenstunden bis zum Mittag im Einsatz, um das ganze Zirkusdorf aufzubauen. (Bilder Stefan Kaiser)

Rund 80 Personen waren gestern in den frühen Morgenstunden bis zum Mittag im Einsatz, um das ganze Zirkusdorf aufzubauen. (Bilder Stefan Kaiser)

Samantha Taylor

Motoren dröhnen, Metall scheppert, und von irgendwoher tönt ein Presslufthammer: Das Zuger Stierenmarktareal kommt nicht zur Ruhe. Nachdem bis vor einer guten Woche die Zuger Messe dort gastiert hat und im Anschluss noch die Hochzeitsmesse durchgeführt worden ist, ist das Areal seit gestern Morgen fest in der Hand eines weiteren Gastes: Der Circus Knie ist in der Stadt. Gestern Morgen hat er mit seinen Wagen, den Tieren und dem Zelt das Areal in Beschlag genommen. «Wir sind seit 6 Uhr auf dem Areal und an der Arbeit», sagt Franco Knie junior, der beim Aufbau vor Ort ist und tatkräftig mithilft. In zwei Sonderzügen und mit diversen Transportern wurde das Material von Thun nach Zug gefahren. Bereits am Mittag haben die rund 80 Mitarbeiter die gesamte Zirkusstadt aufgestellt. Die Vorstellungen finden heute und morgen statt.

Der Zirkus Knie gastiert auf dem Stierenmarkt Areal in Zug. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)Der Zirkus Knie gastiert auf dem Stierenmarkt Areal in Zug. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Die Zirkus-Elefanten sind bald nicht mehr in der Manege. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)Die Zirkus-Elefanten sind bald nicht mehr in der Manege. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Nach den Aufführungen in Zug und Brunnen reist der Zikrus Knie noch ins Tessin. Danach ist Schluss mit den Elefanten-Nummern. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)Nach den Aufführungen in Zug und Brunnen reist der Zikrus Knie noch ins Tessin. Danach ist Schluss mit den Elefanten-Nummern. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Die Elefanten gehen nächstes Jahr in Rente. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)Die Elefanten gehen nächstes Jahr in Rente. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Sie werden dann nur noch in Rapperswil im Zoo zu sehen sein. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)Sie werden dann nur noch in Rapperswil im Zoo zu sehen sein. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Zug ist die zweitletzte Station der Knie-Elefanten hier in der Zentralschweiz. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)Zug ist die zweitletzte Station der Knie-Elefanten hier in der Zentralschweiz. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Der Zirkus Knie gastiert auf dem Stierenmarkt Areal in Zug. Im Bild: Karol Paluszkiewi. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)Der Zirkus Knie gastiert auf dem Stierenmarkt Areal in Zug. Im Bild: Karol Paluszkiewi. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Für zwei Tage ist der Zirkus Knie in Zug. (Bild: Stefan Kaiser (Neue ZZ))Für zwei Tage ist der Zirkus Knie in Zug. (Bild: Stefan Kaiser (Neue ZZ))
Das Aufstellen eines Zirkuszeltes ist auch immer ein Spektakel. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)Das Aufstellen eines Zirkuszeltes ist auch immer ein Spektakel. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Die Aufbauarbeiten in Zug. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)Die Aufbauarbeiten in Zug. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Zug ist die viertletzte Station auf der Knie-Tournée. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)Zug ist die viertletzte Station auf der Knie-Tournée. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
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Circus Knie gastiert in Zug

Mit dem Zirkus sind auch zwei wichtige Gäste angereist, die in diesen Tagen das letzte Mal in Zug sein werden: Dehli (47) und Ceylon (44), zwei Asiatische Elefanten. Die Knies haben im August entschieden, mit einer fast 100-jährigen Tradition zu brechen und mit dem Abschluss der Zirkussaison Ende November auf die Dickhäuter in der Manege zu verzichten. Die Elefanten waren zu einem Markenzeichen des grössten Schweizer Zirkus geworden und begeisterten seit den 1920er-Jahren das Publikum. Nach dem Ende dieser Tournee werden die beiden grauen Riesen – es sind übrigens zwei ältere Damen – in den Kinderzoo Rapperswil SG überführt. «Natürlich berührt es uns, dass wir nun die letzte Saison mit den Elefanten unterwegs sind. Sie waren immerhin dabei, seit es den Circus Knie gibt», sagt Fredy Knie junior. Der Entscheid sei aber nicht einfach von heute auf morgen gefallen. «Wir haben uns also darauf einstellen können.»

Eine Zucht soll beginnen

Dass im Circus Knie bald keine Elefanten mehr durch die Manege stapfen, dafür gibt es laut Fredy Knie mehrere Gründe. Da der Asiatische Elefant vom Aussterben bedroht ist, sei es nicht mehr möglich, die Tiere zu importieren. Andererseits sind im Juni und im Juli drei Elefantenkühe altersbedingt gestorben. «Den Ausschlag gegeben hat schliesslich, dass wir im Sommer einen Elefantenbullen für unseren Elefantenpark Himmapan in Rapperswil bekommen haben», sagt Fredy Knie. Mit diesem und den jüngeren Kühen wollen die Knies nun eine Zucht beginnen. «In einer solchen Herde muss alles stimmen, vor allem das matriarchale Verhältnis. Aus diesem Grund haben wir uns auch entschieden, dass wir die beiden Weibchen, mit denen wir jetzt unterwegs sind, im Kinderzoo behalten werden», erklärt er weiter. Der Elefantenpark bietet, wie die Knies bereits zu einem früheren Zeitpunkt in unserer Zeitung geäussert haben, das ideale Umfeld für eine nachhaltige Zucht. Platz gibt es für zehn ausgewachsene Tiere.

Nichts zu tun hat der Entschluss der Familie Knie in Bezug auf die Elefanten jedoch mit dem Tierschutz. «Wir haben keine Probleme mit Tierschützern. Wir verstehen uns sehr gut und arbeiten zusammen. Und von den Extremen, die solche Dinge fordern, lassen wir uns nichts vorschreiben», versichert Fredy Knie. Die Elefanten würden auch im Kinderzoo weiterhin Auftritte und Beschäftigung haben. «Das tut den Tieren gut. So bleiben sie körperlich und geistig fit.»

Besucher haben Verständnis

Bei den Besuchern, die den Aufbau des Zirkus mitverfolgt haben, hat man Verständnis für den Entscheid – obwohl man ihn gleichermassen bedauert. «Ich finde es schade, dass es künftig keine Elefanten mehr haben wird», sagt der Zuger Othmar Meier. «Nicht zuletzt deshalb, weil immer mehr Tiere aus der Manege verschwinden.» Ein älterer Herr, der danebensteht, erinnert sich noch an früher: «Damals spazierten die Elefanten noch vom Bahnhof zum Stierenmarktareal. Das war ein tolles Spektakel.» John Stutz aus Steinhausen, der mit seinem Enkel Niels vor allem wegen der Traktoren gekommen ist, hat Verständnis für den Entscheid: «Es gibt ja auch noch viele andere tolle Dinge in der Manege. Schade ist es trotzdem. Die Elefanten waren eine Attraktion.» Und die Zugerin Erika Moos, die ebenfalls wegen der Baumaschinen mit ihrem kleinen Sohn Fabian auf dem Stierenmarktareal ist, findet: «Es ist schon sehr speziell, dass es im Circus Knie Elefanten gibt. Es war aber sicher auch sehr aufwendig, und es gibt ja noch andere Gründe, in den Zirkus zu gehen.»

Für alle etwas

st. Der Circus Knie gastiert heute und morgen mit seinem Programm «Phénomenal» auf dem Stierenmarktareal. Geboten werden Tiernummern, Akrobatik und Clowndarbietungen. Unter anderem ist die Truppe Sokolov, die Gewinnerin des internationalen Zirkusfestivals, dabei und zeigt spektakuläre Sprünge auf dem Schleuderbrett. Für die Lacher sorgen in dieser Saison der Clown Rob Torres und der Bauchredner Willer Nicolodi. Zu sehen ist ausserdem Mario Berousek, der als schnellster Jongleur der Welt gilt. Die Vorstellungen finden an beiden Tagen jeweils um 15 und um 20 Uhr statt.

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