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ZUG: Die «Chriesi-Bibel» begeistert

Für das neu erschienene Standardwerk über die Kirschenkultur der Region Zug-Rigi haben Ueli Kleeb und Caroline Lötscher einen enormen Einsatz geleistet.
Monika Wegmann
Caroline Lötscher und Ueli Kleeb haben ein Buch über die Zuger Chriesigeschichte herausgegeben. (Bild: Jakob Ineichen)

Caroline Lötscher und Ueli Kleeb haben ein Buch über die Zuger Chriesigeschichte herausgegeben. (Bild: Jakob Ineichen)

Monika Wegmann

redaktion@zugerzeitung.ch

«Roti, schwarzi, gibeligäli», heisst es im alten Kinderlied von den Kirschen. Es gibt sie wirklich in all den Farben – und sogar getupfte, gestreifte und gesprenkelte. Wie im neuen Buch «Chriesi – Kirschenkultur um Zugersee und Rigi» von Ueli Kleeb (53) und Caroline Lötscher (43) zu lesen ist, sind in der Schweiz rund 350 Sorten bekannt. Davon hat Jasmin Huber im ersten Teil 15 Sorten als farbige, pomologische Bildtafeln dargestellt und beschrieben. Sie sind, wie auch die vielen übrigen Bilder, eine richtige Augenweide. Interessant sind unter «Lebendige Kirschenkultur» zudem die von Zuger Autoren erstellten kurzen Porträts vom Chriesi-Bauer, Destillateur, Marktfahrer, Leitern-Bauer bis zur Kantonschemikerin. Zuletzt folgen 100 historische Chriesi-Rezepte.

Dass sich Ueli Kleeb für das Chriesi-Buch auf eine mehrjährige Spurensuche der Kirsche begeben würde, hatte er anfangs wohl kaum geahnt. Angefangen hat alles mit dem von ihm und Heiri Scherer 2007 lancierten Projekt «1000 Kirschbäume für Zug». «Inzwischen sind über 900 Bäume von unseren Partnern gepflanzt worden, die IG Zuger Chriesi gegründet und der Chriesi-Sturm sowie der -Märt wieder belebt», sagt er zufrieden.

Damals habe er festgestellt, dass es auf den Bauernhöfen wegen geringer Rentabilität und der intensiven Bautätigkeit im Kanton Zug immer weniger Kirschbäume gab. «Dem wollte ich etwas entgegen setzen. Ich fand, der Kirschenanbau gehört zur Zuger Kultur», sagt Kleeb rückblickend.

Ungewöhnliche Spurensuche

So kam es zur Spurensuche, die von heute zurück bis in die Antike führte, und Kleeb entwickelte sich nebenbei zum «Chriesi-Forscher». Deshalb weiss er, dass es früher mehr als nur Brennereien und Kirschtorten gab, sondern seit rund 600 Jahren eine «gepflegte» Kirschenkultur existiert.

Die Menge der Informationen, Dokumente, Bilder und heiteren Anekdoten überraschten ihn und Historiker Philippe Bart, der bei den Recherchen in Schweizer Archiven mithalf. Die Idee für ein Buch wurde konkreter. Schliesslich waren es rund 200 Personen, die sich am Projekt beteiligten. Aus den ursprünglich geplanten 200 bis 300 Seiten sind jetzt 600 geworden. Entstanden ist ein Standardwerk, schön gebunden – und über 2,5 Kilogramm schwer!

Ueli Kleeb kann viele heitere Begebenheiten von den Gesprächen bei den Bauern daheim, mit Produzenten und Brennern berichten. Und er hat einiges entdeckt: «Das Thema des Kirsch-Gewerbes war bisher nicht erschlossen. Wegen uns haben Firmen, die bisher ihre Dokumente lose sammelten, diese in Archiven aufgearbeitet.» So seien die Vorfahren der Firmengründer Bossard und Schindler früher Kirschbrenner gewesen, darum verschenke Schindler heute noch immer Kirschflaschen. Im Schluechthof sei in einem Schrank ein altes Foto entdeckt worden, das einen grossen Chriesiwald in der Allmend zeige. Aufmerksam wurde Kleeb auch auf die beiden ältesten Kirschflaschen von 1885, die noch immer gefüllt sind: «Eine in Zug und eine in Hünenberg.»

Im Büro von DNS-Transport, die als Herausgeberin fungiert, ist ein drei Meter langes Archiv entstanden, das später ins Zuger Staatsarchiv kommen soll. «Wir haben 14000 Bilder gesammelt, die Auswahl war nicht leicht», sagt Caroline Lötscher, die, zusammen mit Ueli Kleeb, mehr als tausend ehrenamtliche Stunden für das Buch geleistet hat. Beide sind stolz auf das attraktive, mit traditioneller Technik und frischer Gestaltung produzierte Buch. Die erste Auflage beträgt 3400 Stück. «Schon 2000 Bücher sind weg, wir erhalten viele positive Rückmeldungen.»

Natürlich hat Ueli Kleeb Chriesi gerne: «Am Zuger Märt probiere ich alle Sorten.» Caroline Lötscher freut sich schon im Frühling auf die Kirschen, «und immer schön finde ich ihre blühenden Bäume in der Landschaft».

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