ZUG: Die ersten Littering-Bussen sind bereits verteilt

Seit drei Wochen müssen Abfallsünder mit einer Geld­strafe rechnen. Die ersten Erfahrungen sind unterschiedlich.

Samantha Taylor
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In der Stadt Zug wurden schon rund 20 Bussen an Abfallsünder verteilt. (Bild Werner Schelbert)

In der Stadt Zug wurden schon rund 20 Bussen an Abfallsünder verteilt. (Bild Werner Schelbert)

«Mich wegspicken kostet 100 Franken.» Solche und ähnliche Slogans prangen seit Anfang Oktober im ganzen Kanton auf Plakaten und erinnern daran, dass, wer seinen Abfall liegen lässt, mit einer satten Busse von 100 Franken rechnen muss. Dies aufgrund des neuen Littering-Gesetzes, das im Kanton seit dem 1. Oktober gilt. Mit der Einführung des Gesetzes hiess es seitens der Behörden, dass man bei Abfallsündern sogleich durchgreifen wolle.

Inzwischen sind rund drei Wochen vergangen, und obwohl sich die Littering-Saison eher auf die wärmeren Monate im Frühling und Sommer konzentriert, waren die Sicherheitsassistenten der Zuger Polizei schon aktiv. Dies vor allem in der Stadt Zug. Gemäss dem Stadtzuger Sicherheitschef Andreas Bossard wurden im Rahmen des neuen Gesetzes schon rund 20 Bussen verteilt. «Wir haben ausserdem festgestellt, dass im Allgemeinen und vor allem auch an gewissen neuralgischen Punkten bereits eine Verbesserung bezüglich Littering eingetreten ist», so Bossard. Auch an den Bushaltestellen, bei denen vor kurzem noch Hunderte von Zigarettenkippen herumgelegen seien, habe sich die Situation markant verbessert. «Ich hoffe natürlich, dass das Ganze nachhaltig wirken wird», sagt der Sicherheitschef.

Positive Feedbacks

Etwas weniger euphorisch zeigt man sich derzeit noch in anderen Zuger Gemeinden. Es sei schlicht noch zu früh, um wirklich etwas über die Wirkung des Gesetzes sagen zu können, findet etwa der Baarer Sicherheitschef Oliver Wandfluh. Dies bestätigt auch Markus Theiler, Bereichsleiter Sicherheit und Ökologie bei der Gemeinde Risch. «Bei uns ist der Dorfmattplatz ein Punkt, den wir immer im Auge haben.» Gemäss dem Werkdienst habe das Littering in den letzten Wochen zwar etwas abgenommen. «Es ist aber schwer zu sagen, ob das auf das neue Gesetz zurückzuführen ist, oder ob es einfach daran liegt, dass die Leute weniger draussen sind», so Theiler weiter. Ähnliches ist auch aus Cham zu hören. Zwar seien in den vergangenen Tagen mehrmals Sicherheitsassistenten unterwegs gewesen. «Spezielle Vorkommnisse betreffend Littering wurden uns dabei aber nicht gemeldet», berichtet Marc Amgwerd, Leiter Verkehr und Sicherheit bei der Gemeinde Cham.

Doch auch wenn das Gesetz auf den Strassen und Plätzen erst bedingt Wirkung zeigt, so hat es doch für Gesprächsstoff gesorgt. «Wir haben sehr viele positive Rückmeldungen auf die Kampagne erhalten. Und viele Leute finden es gut, dass gegen das Littering etwas unternommen wird», sagt Sicherheitsdirektor Beat Villiger. Er habe ausserdem schon einige Raucher beobachtet, die jetzt einen Taschenaschenbecher dabei hätten und ihre Zigaretten nicht mehr auf den Boden werfen würden. «Und genau diese Schritte sind unser Ziel», so Villiger.