ZUG: Die Galerie als stimmige Kunstplattform

Neues aus den Ateliers – in der Galerie Carla Renggli hat die Gruppenausstellung in der Weihnachtszeit Tradition. Mehrere einheimische Künstler sind vertreten.

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Künstler aus der Region zeigen, was in ihren Ateliers in letzter Zeit entstanden ist. Bild: Stefan Kaiser (Zug, 21. Dezember 2016)

Künstler aus der Region zeigen, was in ihren Ateliers in letzter Zeit entstanden ist. Bild: Stefan Kaiser (Zug, 21. Dezember 2016)

Ein Blick durchs Schaufenster, und schon entdeckt man in der Galerie Renggli die leuchtend farbigen Lackobjekte des süddeutschen Künstlers Willi Siber sowie die verlockend naturalistisch gemalten Früchte von Maurice Ducret. Wer in den Gang tritt, stösst direkt auf die schwarzweissen «Illuminationen» der Zugerin Livia Salome Gnos (39), die mit Reibetusche auf Papier gemalt sind. Die Serie fasziniert durch ihre schlichte und doch kunstvolle Gestaltung. Die Künstlerin, die kürzlich in Japan ausgestellt hat, lebt in Montreux und übt in Genf und Lausanne eine Lehrtätigkeit aus.

Das weibliche und männliche Element

Bei den «Anima Animals» zeigt die Zugerin Christina Priska Oldani (39), die in Hausen am Albis lebt, vieldeutige Kombinationen von Hirschen und Frauenkörpern in Gouache und Grafit vor einem gestrichelten Hintergrund aus Blattgold. Der Unterägerer Albert Merz (74) lebt und arbeitet in Berlin. Er kommt immer wieder gerne in unsere Region. Auf den kleinformatigen Leinwänden lässt er lockere farbige Linien aus einem dunklen Ring mit Schatten aufsteigen. Und Johanna Näf, die heute in Luzern lebt, überrascht mit stabartigen, räumlichen Gebilden aus bemaltem Holz. Obwohl die kleinformatige rosa Serie von Claude Bernhart-Seeberger (63) keine Titel aufweist, lohnt es sich, die in Mischtechnik geschaffenen Bilder der Oberwilerin näher anzusehen – wegen der originellen Details.

Ein Raum im Obergeschoss steht einem Künstlerpaar zur Verfügung: der heute in Beinwil am See lebenden Zugerin Franziska Zumbach und Hanspeter Kistler aus Zürich. Die natürlichen Pigmentfarben spielen in den objektartigen Werken der beiden eine grosse Rolle. Die kleinen Holzteile der Serie hat Zumbach geschnitten, gefeilt und ihnen mit Kupfer, Kobalt, Öl und Harz farbige Effekte verliehen, die sogar ohne Licht illuminieren. Herausragende Beachtung verdient Kistlers «Tränenbild», auf dem der Dozent für Farbmodule der Hochschule Luzern stundenlang farbige Harze herunterlaufen liess, sodass die grosse Holzkonstruktion zum Relief geworden ist.

Produziert wird unterschiedlich

An der diesjährigen Gruppenausstellung nehmen einheimische und regionale Künstler mit Bildern und Objekten teil. Die elf eingeladenen Kunstschaffenden haben so die Möglichkeit erhalten, ihre aktuellen Arbeiten zu zeigen. Galeristin Carla Renggli, die alle Mitwirkenden persönlich kennt, sagt: «Ich finde es jedes Mal spannend zu erleben, was da frisch aus den Ateliers kommt.» Heuer sei kein spezielles Thema oder Format vorgegeben worden, zudem sei mit den Teilnehmern keine grössere Ausstellung in den kommenden Jahren geplant. «Es gibt Künstler, die keine grosse Produktion herstellen, bei denen es manchmal mehrere Jahre dauert, bis sie wieder ausstellen wollen», weiss Carla Renggli. Bei den verschiedenartigen Werken sei es ihr wichtig, jedem Künstler einen «guten» Platz zuzuweisen und dass alles miteinander eine stimmige Plattform ergebe.

Hinweis

Die Ausstellung «Neues aus den Ateliers» läuft in der Galerie Carla Renggli, Ober-Altstadt 8, Zug, bis 7. Jan. 2017. Die Öffnungszeiten: Di–Fr 14–18.30 Uhr, Sa 10–16 Uhr (31. Dez. bis 2. Jan. geschlossen).

Monika Wegmann
redaktion@zugerzeitung.ch