ZUG: Die Kirschtortenmeile kann kommen

Das geplante Projekt zum Jubiläum der Kirschtorte wird realisiert. Dies allerdings nur temporär – was einen Nachbarn ganz besonders freut.

Charly Keiser
Drucken
Teilen
So hätte gemäss der ursprünglichen Planung die Situation beim zweiten Standort ausgesehen. Der Zylinder wird nun aber rund 4 Meter östlich aufgestellt. (Bild: PD)

So hätte gemäss der ursprünglichen Planung die Situation beim zweiten Standort ausgesehen. Der Zylinder wird nun aber rund 4 Meter östlich aufgestellt. (Bild: PD)

Zum 100-Jahr-Jubiläum der Zuger Kirschtorte will die Zuger Kirschtortengesellschaft eine sogenannte Kirschtortenmeile erstellen. Auf insgesamt fünf Metallzylindern auf dem Bahnhofplatz, dem Kirschtortenplatz, bei der Musikschule, beim Bundesplatz sowie bei der Poststrasse sollen Infos rund um die Kirschtorte präsentiert werden.

Gegen das Baugesuch für die fünf Kirschtortenzylinder hat Raffael Weidmann Einsprache erhoben. Der Anwalt bemängelte unter anderem die gemäss Baugesuch dauerhaft mögliche Installation der Reklamevorrichtungen. Vier weitere Einsprecher stellten sich gegen das Baugesuch – sie blitzten aber alle ab, wie dem aktuellen Beschwerdebeschluss des Stadtrats zu entnehmen ist. Der Grund: Der Stadtrat tritt auf die vier Einsprachen erst gar nicht ein. Dies, weil die «räumliche Beziehungsnähe» fehle, sprich: die einsprechenden Leute nicht in unmittelbarer Nähe der Standorte wohnen oder arbeiten.

Nur ein Einspracheberechtigter

Mehr Erfolg kann hingegen Raffael Weidmann mit seinen Einwänden verbuchen. So bekommt nun der Zylinder des zweiten Standorts, dessen Areal an seine Liegenschaft am nördlichen Ende des Bundesplatzes grenzt, seinen Platz rund 4 Meter östlich. Dies wegen der Sicht, die für den Verkehr am «alten» Standort problematisch gewesen wäre.

Doch viel wichtiger als der geplante Standort des Zylinders war für Weidmann der Zeitraum, während dessen diese aufgestellt werden dürfen. Denn in der ursprünglich erteilten Baubewilligung der Stadt Zug steht unter «Dauer»: «Januar bis Dezember 2015. Aufgrund der Erfahrungen im Jubiläumsjahr soll eine permanente Installation geprüft werden.» Dieser Passus kommt nun aber auch beim Stadtrat als Beschwerdeinstanz schlecht weg. So sehe der Bebauungsplan, in dem der zweite Zylinder zu stehen kommt, in diesem Bereich Bäume, Grün- und Fussgängerbereiche vor. «Permanente Reklameanlagen sind nicht erwähnt», begründet er. Das Amt für Denkmalpflege und Archäologie empfiehlt, die Kirschtortenzylinder nur temporär und für maximal sechs Monate zu bewilligen. «Die Zylinder wirken im Stadtbild zu dominant und sind in den Dimensionen zu reduzieren.»

Der Stadtrat teilt die Auffassung, dass sich die Zylinder mit diesen Ausmassen störend auf das Stadtbild auswirken. «Sie wirken als Fremdkörper und haben mit der gewachsenen Baustruktur wenig gemeinsam. Vielmehr sind sie mit frei stehenden Werbeträgern zu vergleichen. Ein dauerhaftes Aufstellen der Zylinder würde sowohl dem Einordnungsgebot als auch den Bestimmungen der Ortsbildschutzzone zuwiderlaufen. Die Bewilligung für die Zylinder kann daher lediglich für das Jahr 2015 erteilt werden.»

Verzicht und Weiterzug

Für Weidmann ist die Sache mit der geplanten Kirschtortenmeile damit erledigt, wie er betont. Er verzichtet auf einen Weiterzug und sagt: «Ein wenig Reklame für unsere Kirschtorte ist in Ordnung. Mir war einfach wichtig, dass diese Werbung nicht dauerhaft aufgestellt wird.»

Alles andere als zu Ende ist hingegen Weidmanns Kampf gegen die Umbenennung des nördlichen Teils des Bundesplatzes in «Kirschtortenplatz». Auf www.kirschtortenplatz.ch wirbt er zum einen für eine Petition, in der der Stadtrat gebeten wird, auf die Namensänderung zu verzichten. Und zum anderen erhebt er dagegen Einsprache.

Charly Keiser