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ZUG: Die Oberwiler sagen der Post den Kampf an

Die Nachbarschaft Oberwil-Gimenen sammelt Unterschriften gegen die Schliessung der Poststelle – und erhält viel Unterstützung.
Wie lange Oberwil noch über eine eigene Postfiliale verfügt, ist noch unklar. Im Bild Ruedi Stieger. (Bild Stefan Kaiser)

Wie lange Oberwil noch über eine eigene Postfiliale verfügt, ist noch unklar. Im Bild Ruedi Stieger. (Bild Stefan Kaiser)

Das Postnetz in der Stadt Zug steht vor grossen Veränderungen. So will es der Gelbe Riese. Unter anderem hat er beschlossen, seine Filiale an der Artherstrasse in Oberwil zu schliessen. Angedacht ist, dass sie durch eine Agentur im Lebensmittelladen Volg ersetzt wird (wir berichteten). Die Oberwiler wollen diesen Entscheid aber nicht einfach hinnehmen. Der Vorstand der Nachbarschaft Oberwil-Gimenen (NOG) ist aktiv geworden. Und zwar mit einer Petition. Offiziell wird morgen um 17.30 Uhr vor der Post in Oberwil mit der Sammlung der Unterschriften für den Erhalt der Poststelle begonnen.

Für die Oberwiler ist nicht nachvollziehbar, warum ihre Filiale geschlossen werden soll «vor allem angesichts des rasanten Bevölkerungswachstums in Zug und insbesondere in Oberwil». Sauer stösst den Oberwilern ausserdem auf, dass erst vor wenigen Monaten die Schliessung der Poststelle Walchwil beschlossen wurde. «Die besorgte Bevölkerung wurde mit dem Argument beschwichtigt, dass sich die nächste Filiale im nahe gelegenen Oberwil befinde», heisst es in der Petition. Doch ginge es nach der Post, fände sich künftig zwischen Arth und der Innenstadt von Zug keine Filiale mehr, die über das gesamte Dienstleistungsangebot verfüge.

David gegen Goliath

«Das Thema hat im Dorf sehr bewegt», sagt Adrian Moos, Präsident der NOG. Nicht zuletzt, weil man eben gezwungen, werde, für diverse Postdienstleistungen in die Stadt zu fahren. «Und das auf einer ohnehin schon überlasteten Verkehrsachse», erklärt Moos weiter. Ausserdem stört sich die NOG am Kommunikationsverhalten der Post. Man sei überzeugt, dass diese ganz bewusst kaum informiere, um die Oberwiler dann einfach vor vollendete Tatsachen zu stellen. «Wir wollten deshalb nicht länger abwarten. Wir sind der Meinung, dass wir jetzt, solange zwischen der Stadt und der Post noch Gespräche geführt werden, aktiv werden müssen», so Moos weiter.

Der Nachbarschaft Oberwil-Gimenen ist dabei durchaus bewusst, dass es sich hier um einen David-gegen-Goliath-Kampf handelt. Aber: «Nichts zu machen und das Ganze einfach kampflos hinzunehmen, dies kommt für uns nicht in Frage», sagt Moos. Eine Petition sei ausserdem das einzige Mittel, um die Betroffenheit, der Bevölkerung auszudrücken und sich zur Wehr zu setzen. Zudem könne ein solches Papier auch den Stadtrat in seinen Verhandlungen unterstützen. «Und auch wir erhalten Hilfe von verschiedenen Seiten», verrät Moos. Folgen also noch Vorstösse auf politischer Ebene? «Dazu kann ich noch nichts sagen. Aber eben, die Unterstützung, die wir erhalten, ist gross.»

Letztes Wort noch nicht gesprochen

Die Poststelle Oberwil ist nicht die einzige in der Stadt Zug, die geschlossen wird. Bereits seit einiger Zeit bekannt ist, dass die Filialen an der Baarerstrasse und am Bahnhof Zug geschlossen und am neuen Standort Laubenhof in der Nähe des Einkaufszentrums Metalli zusammengelegt werden. Vergangene Woche hat der Gelbe Riese ausserdem bekannt gegeben, dass auch das Gebäude der Hauptpost am Postplatz nicht mehr lange seinem eigentlichen Zweck dienen soll. Auch diese Filiale soll nämlich durch eine Agenturlösung im Gebiet Postplatz/Altstadt ersetzt werden. Dies, weil die Post im Stadtgebiet einen überproportionalen Mengenrückgang im Bereich der traditionellen Postprodukte verzeichnen müsse. Das letzte Wort ist hier allerdings noch nicht gesprochen. Der Stadtrat ist nämlich mit den Plänen der Post nicht ganz einverstanden. Die Gespräche laufen auch hier.

Samantha Taylor

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