ZUG: Die Stadt Zug will diese Strasse einebnen

Die Eisenbahnbrücke über der General-Guisan-Strasse bei der Bossard-Arena verschwindet. Gleichzeitig wird das Niveau der Strasse angehoben.

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Dieser Abschnitt der General-Guisan-Strasse zwischen dem Verwaltungszentrum und der Bossard-Arena soll bald aufgefüllt werden. Die alte Eisenbahnbrücke wird dann 
verschwinden. (Bild Stefan Kaiser)

Dieser Abschnitt der General-Guisan-Strasse zwischen dem Verwaltungszentrum und der Bossard-Arena soll bald aufgefüllt werden. Die alte Eisenbahnbrücke wird dann verschwinden. (Bild Stefan Kaiser)

Marco Morosoli

Den Abend des 5. Oktober 2014 vergessen die Bewohner der Schutzengel-Überbauung im Westen der Stadt Zug nicht so schnell. Sehr starker Regen überschwemmte an diesem Tag die General-Guisan-Strasse zwischen der Bossard-Arena und dem Kaufmännischen Bildungszentrum. Nur dank einer Schutzvorrichtung an der Zufahrt konnte verhindert werden, dass das Wasser auch in die Tiefgarage der Schutzengel- Häuser drang. Der Grund: Die Stadt hat die besagte Strasse in den Jahren 1959 und 1960 als Grundwasserwanne erstellt. Und diese füllt sich bei sehr intensiven Regenfällen in einer kurzen Zeitspanne immer wieder mit Wasser. Dies, weil die vorhandenen Pumpen das Wasser nicht mehr weiterleiten können. Dadurch erhöht sich der Reparaturbedarf für diesen Abschnitt der General-Guisan-Strasse.

Auffüllen ist billigere Lösung

Solche Szenen dürften sich jedoch bald nicht mehr ereignen. Die Stadt Zug plant, die General-Guisan-Strasse in diesem Bereich auf einem Abschnitt von rund 300 Metern Länge anzuheben. «Die Grundwasserwanne ist undicht», begründet Stadtrat André Wicki dieses Projekt. Der Bauchef führt auch finanzielle Überlegungen an: «Der Unterhalt der Grundwasserwanne ist sehr aufwendig. » Eine Sanierung würde rund 3,8 Millionen Franken kosten – und diese Massnahme müsste nach 40 Jahren wiederholt werden. Für Wicki ist dies «nicht nachhaltig».

Entgegen kommt der Stadt Zug im Weiteren, dass der Schleifendamm aus dem kantonalen Richtplan gestrichen wurde. Auf diesem Werk verkehrten bis in die frühen 1990er-Jahre die Züge der SBB in Richtung Affoltern am Albis nach Zürich. Da sei es, so der Stadtzuger Bauchef, «nicht sinnvoll, dass die Unterführung weiterbesteht und unterhalten werden muss». Die Kosten für die Auffüllung der General-Guisan- Strasse in diesem Abschnitt beziffert die Stadt auf rund 3,3 Millionen Franken. In diesem Betrag enthalten sind die Anhebung der Strasse auf Normalniveau, deren Bepflanzung an den Strassenrändern und die Erstellung einer neuen Einfahrt zur Überbauung der Schutzengel-Häuser.

Baumallee bringt Aufwertung

André Wicki betont zudem: «Es geht hier nicht nur um eine Sanierung, sondern um eine eigentliche Stadtreparatur und eine städtebauliche Aufwertung. » Für die Fussgänger wird auf gleicher Höhe der heutigen Betonbrücke dereinst ein Fussgängerstreifen gebaut. «Der Strassenraum kann flexibler genutzt werden.» Und Wicki schwärmt weiter: «Mit dem Anheben des besagten Streckenabschnittes entsteht von der Letzistrasse bis zum Gubelloch eine durchgehende Baumallee.»

Das Projekt auf der gemeindeeigenen Strasse ist dabei finanziell schon im Trockenen. Es handle sich, so Wicki, um eine gebundene Ausgabe, welche der Grosse Gemeinderat der Stadt Zug mit dem Budget 2016 beschlossen habe. Wicki geht davon aus, dass das Projekt innerhalb von sechs bis acht Monaten ausgeführt werden kann. Mit Widerstand aus der Nachbarschaft rechnet er nicht. Seine Zuversicht rührt daher, dass das Bauvorhaben bereits dem Ausschuss der Eigentümer der Schutzengel-Liegenschaft vorgelegt worden ist. Laut dem Stadtzuger Bauchef begrüsst dieses Gremium das Projekt. Noch muss allerdings die Stockwerkeigentümergemeinschaft der Schutzengel-Überbauung den Segen zum Projekt geben, da ja die Zufahrt zur Tiefgarage der vorerwähnten Liegenschaft neu geregelt werden muss.

Die Arbeiten sollen dabei etappiert werden. Zuerst wird die neue Zufahrt erstellt. Zeitnah soll dann der Abschnitt zwischen der Aabachstrasse/Nordstrasse und der ehemaligen Eisenbahnbrücke aufgefüllt werden. Ist die Garagenzufahrt erstellt, wird der zweite Bauabschnitt in Angriff genommen. Wicki versichert: «Die Zufahrt zur Tiefgarage ist jederzeit sichergestellt.»

Es gibt noch Knacknüsse

André Wicki hofft, dass die Bauarbeiten in der zweiten Hälfte des laufenden Jahres aufgenommen werden können. Der Ablaufplan wird derzeit erarbeitet. Bekannt ist hingegen, dass rund 6500 Kubikmeter Kies notwendig sein werden, um die Mulde zu füllen. Das entspricht einer Menge von 6,5 Millionen Litern Wasser. Ebenfalls noch nicht festgelegt ist das Verkehrsregime in diesem Bereich während der Bauphase. Die General-Guisan- Strasse muss während der Bauarbeiten komplett gesperrt werden. Denkbar sei, so Wicki, den Verkehr über die Chamer- und die Allmendstrasse zu führen. Auch für die Busse der Zugerland Verkehrsbetriebe (ZVB) muss die Bauherrschaft Ersatzlösungen erarbeiten. Details dazu gibt es aber noch nicht. Sie müssen mit den involvierten Parteien (Polizei, ZVB) noch gefunden werden. Wicki versichert aber, dass der EVZ-Busbahnhof während der Sanierung aufrechterhalten wird. Gleichzeitig mit der Sanierung wollen die Wasserwerke Zug auch Leitungen für den Energieverbund Zug legen.

Nach Starkregen am 5. Oktober 2014 füllte sich der Abschnitt mit Wasser. (Bild: PD)

Nach Starkregen am 5. Oktober 2014 füllte sich der Abschnitt mit Wasser. (Bild: PD)