ZUG: Die teuerste Verwaltung der Schweiz?

Laut einer Studie gibt die Stadt Zug im schweizweiten Vergleich mit Abstand am meisten Geld für ihre Verwaltung aus. Von einer «Aufblähung» will trotzdem niemand reden.

Samantha Taylor
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Die Stadt Zug aus der Vogelperspektive. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Die Stadt Zug aus der Vogelperspektive. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

813 Franken: So viel gibt die Stadt Zug pro Einwohner für die Verwaltung aus. Dies zeigt eine neue Studie des Bundesamtes für Raumplanung (ARE), in der die Zentrums- und Sonderlasten in Agglomerationen untersucht wurden. Mit diesem Wert liegt die Stadt an der Spitze im gesamtschweizerischen Vergleich. Mit anderen Worten: Keine andere Schweizer Stadt gibt für ihre Verwaltung pro Kopf mehr Geld aus als die Kolinstadt. Die Stadt Aarau mit 20 115 Einwohnern beispielsweise investiert mit 423 Franken deutlich weniger in ihren Verwaltungsapparat.

Ein solcher Vergleich, da sind sich sowohl Politiker wie auch Experten einig, könne jedoch nicht einfach so gemacht werden. Denn die Stadt Zug sehe sich als Wirtschaftsstandort mit ganz anderen Aufgaben konfrontiert als andere Kleinstädte. «Die Stadt ist Standort zahlreicher internationaler Konzerne. In diesem Bereich spielt Zug in der Liga von Zürich oder Basel Stadt.» Diese Liga fordere allerdings auch eine gewisse Infrastruktur und verlange von Verwaltungen einiges ab, sagt Christoph A. Schaltegger, Professor für öffentliche Finanzen an der Universität Luzern. Auch Stadpräsident Dolfi Müller wehrt sich gegen den Vorwurf einer aufgeblähten Verwaltung. «Man kann ein verträumtes Mittellandstädtchen nicht mit einer hochglobalisierten Kleinstadt wie Zug vergleichen. Wir sehen uns mit ganz anderen Herausforderungen konfrontiert», so Müller. Die Bewältigung all dieser Aufgaben koste auch Geld.