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ZUG: Die Übersetzer «verjüngen» sich

Nach 22 Jahren im Amt übergibt Jürg Scheuzger das Präsidium des Vereins Zuger Übersetzer an Hanspeter Uster. Dieser darf mit Georg Gerber einen Fachmann im Bereich Literatur an seiner Seite wissen.
Andreas Faessler
Jürg Scheuzger (Mitte) tritt als Präsident des Vereins Zuger Übersetzer zurück. Hanspeter Uster (links) wird sein Nachfolger. Georg Gerber (rechts) wird hauptsächlich für das Vereinsprogramm verantwortlich sein.

Jürg Scheuzger (Mitte) tritt als Präsident des Vereins Zuger Übersetzer zurück. Hanspeter Uster (links) wird sein Nachfolger. Georg Gerber (rechts) wird hauptsächlich für das Vereinsprogramm verantwortlich sein.

Andreas Faessler

andreas.faessler@zugerzeitung.ch

Aus der 1996 gegründeten Dialog Werkstatt Zug hervorgegangen, gilt der Verein Zuger Übersetzer als eine der wichtigsten Fördereinrichtungen auf dem Gebiet der Literaturübersetzung. Das alle zwei Jahre vergebene ­Übersetzerstipendium ist mit 50000 Franken der höchstdotierte Förderpreis dieser Art im deutschsprachigen Raum.

Jürg Scheuzger, «ideeller» Gründer des angesehenen Zuger Vereins und seit Anbeginn dessen Präsident, wird per Anfang April 2018 sein Amt in jüngere Hände abgeben. «Mit 70 ist das richtig und angemessen», findet er. Dieser Wechsel habe sich schon länger abgezeichnet. «Nach 22 Jahren merkt man, dass die Innovationen allmählich fehlen. Dann ist es schlichtweg Zeit für neue Impulse.» Abgesehen davon sei die Verjüngung des Vereinsvorstandes bereits seit längerem erklärtes Ziel.

«Ich habe offene Türen eingerannt»

Nun wird also auch die Vereinsspitze konkret in diesen Verjüngungsprozess miteinbezogen: Jürg Scheuzger hat mit Hanspeter Uster (60), Zuger alt Regierungsrat, und Germanist Georg Gerber (40), Deutschlehrer an der Kantonsschule Zug, zwei kompetente Nachfolger gewinnen können. Scheuzgers Amt wird mit den beiden Herren in zwei Kompetenzgebiete aufgeteilt: Während Hanspeter Uster das Präsidium übernimmt und mit seinen vielseitigen Engagements und der starken Vernetzung entsprechende Erfahrung in Administration und Leitung eines Vereins mitbringt, wird Georg Gerber als Sprach- und Literaturfachkundiger hauptsächlich für den Programminhalt der Zuger Übersetzer verantwortlich zeichnen. «Ich bin sehr glücklich mit dieser Lösung», betont Jürg Scheuzger. Mit Uster rücke ein bestehendes Vorstandsmitglied an seine Stelle, und mit Gerber stosse jemand hinzu, den er durch erfolgreiche schulische Projekte bereits seit längerem kenne und der ein sehr breites ­Interesse habe an der Literatur – nicht nur an der deutschsprachigen. «Ich habe offene Türen eingerannt», so Jürg Scheuzger über die Bereitwilligkeit der beiden Nachfolger, den Verein in die Zukunft zu führen. Und dass dies auch fürderhin erfolgreich gelingt, ist spürbar ein grosses Herzensanliegen des abtretenden Präsidenten. «Das Zuger Übersetzerstipendium dient einer Sache, welche ohne dieses Preisgeld gar nicht möglich wäre. Es bewirkt sehr viel», merkt Hanspeter Uster hierzu an.

So wird Bewährtes nicht umgestossen, sondern das bisherige, in den Statuten genau definierte Vereinsmodell beibehalten. «Was nicht heisst, dass ich nicht auch Neues einbringen werde», sagt Gerber hierzu. Sowohl er als auch der neue Präsident können auf die kompetente Unterstützung von Jürg Scheuzger zählen – er wird weiterhin als «Gast» im Vorstand bleiben und die Jury präsidieren. Aber er will sich bewusst im Hintergrund halten, «denn es ist sehr wichtig, dass sich kulturelle Institutionen laufend um die erwähnte Verjüngung bemühen. Nicht nur um der Vereinserhaltung willen, sondern weil auch jüngeres Publikum gewonnen werden muss», so Scheuzger. Da wird Georg Gerber, der als Deutschlehrer täglich mit Heranwachsenden zu tun hat, einen wichtigen Beitrag leisten können, sind die Beteiligten überzeugt. Der gebürtige Zürcher ist der Ansicht, dass das Übersetzen beispielsweise in Geschichte und Entwicklung des Romans eine wichtige Rolle spiele, was oft übersehen werde. «Es braucht literarische Impulse über die Grenzen hinweg. Die Übersetzung von Literatur, vor allem von Romanen, ist zentral für Schreibende», betont Gerber. Ausgehend von dieser Überzeugung will er sein nebenberufliches Amt im Vorstand der Zuger Übersetzer mit entsprechendem Elan und ­innovativem Geist antreten.

An der öffentlichen Vereinsversammlung der Zuger Übersetzer am Dienstag, 3. April, wird Jürg Scheuzger sein Amt offiziell ablegen und seinem Nachfolger Hanspeter Uster übergeben. Georg Gerber wird als neues Mitglied im Vorstand aufgenommen.

Hinweis

Generalversammlung am Dienstag, 3. April, 19 Uhr im Siehbachsaal an der Chamerstrasse 33, Zug. www.zugeruebersetzer.ch

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