ZUG: Diese Expedition hatte es in sich

Drei Abenteurer haben im Himalaja einen gefrorenen Fluss befahren und bewandert. Jetzt entsteht daraus sogar ein Fernsehfilm.

Rahel Hug
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Das Projekt «Transhimalaya» war eines seiner persönlichen Highlights: der Fotograf Martin Bissig in seiner Wohnung in Zug. (Bild Stefan Kaiser)

Das Projekt «Transhimalaya» war eines seiner persönlichen Highlights: der Fotograf Martin Bissig in seiner Wohnung in Zug. (Bild Stefan Kaiser)

500 Kilometer bei eisiger Kälte, mit dem Bike, zu Fuss und mit den Tourenski. Auf diese Expedition ins Himalajagebirge im Norden Indiens haben sich die zwei Zuger Martin Bissig und ­Claude Balsiger sowie der Bündner Thomas Wäspe im vergangenen Februar begeben. Jetzt ist daraus eine mit Filmaufnahmen gespickte Diashow geworden, die die Abenteurer Bissig und Balsiger im Burgbachsaal in Zug zeigen (siehe Hinweis). Auch das Schweizer Fernsehen hat Interesse am Projekt «Rocky-Mountain-Transhimalaya». Im Rahmen der «Winter-Challenge» wird das SRF einen Film über die Expedition ausstrahlen. Wann genau, das ist laut Fotograf Martin Bissig (37) noch nicht klar: «Eine externe Firma verarbeitet derzeit unser Filmmaterial.»

«Am schlimmsten war die Kälte»

Fotograf Bissig und Biker Balsiger arbeiten schon seit langem zusammen. Im Jahr 2011 hatte Claude Balsiger den Weltrekord im Höhenbiken auf 6175 Metern über Meer aufgestellt – ebenfalls im Himalaja. Im vergangenen Winter haben die zwei Freunde gemeinsam mit Thomas Wäspe eine neue abenteuerliche Idee umgesetzt. Rund 150 Kilometer ist Balsiger über den gefrorenen Fluss Zanskar geradelt – dabei immer im Fokus von Bissigs Kamera. In einem zweiten Teil der Expedition waren sie zu Fuss unterwegs und zu guter Letzt einen Teil des Weges mit den Tourenski. Kein einfaches Unterfangen: «Am schlimmsten war die Kälte», erinnert sich Martin Bissig, der mit seiner Frau und seiner neun Monate alten Tochter in Zug wohnt und das Reisebüro Bici Adventure mit Sitz in Unterägeri führt. In der Nacht sei es zwischen –25 und –30 Grad kalt gewesen. Trotz Temperaturen weit unter null hat die Ausrüstung des freischaffenden Fotografen gut mitgemacht: «Ich war erstaunt, wie gut die Akkus funktionierten.» Dies auch dank der Wärmetaschen aus Vlies, die seine Mutter extra für ihn genäht hatte. Das Projekt war für Bissig, der den Himalaja schon rund 15-mal bereist hat, eines seiner bisherigen Highlights: «Die Stimmung im Winter ist einzigartig», schwärmt Bissig und fügt an: «Der Biker hebt sich dank dem Schnee noch mehr vom Hintergrund ab.» Auch die Menschen im nördlichen Teil Indiens haben den Fotografen begeistert: «Sie sind extrem offen und freundlich», so Bissig. Tundup, ein Mann aus der Gegend, hat die Expedition auf dem ganzen Weg begleitet und ist mittlerweile ein guter Freund des Zugers.

Wetterpech beim letzten Pass

Doch auf der rund einmonatigen Reise konnten die drei Schweizer nicht nur Erfolge feiern. Als das Team mit den Ski den Hauptpass überqueren wollte, um die Reise im Ort Manali zu beenden, waren die Verhältnisse derart schlecht, dass sie umkehren mussten. «Wir mussten damals schnell entscheiden», so Bissig. Es sei ihnen dann klar geworden, dass das Leben einfach zu wertvoll sei, um ein solches Risiko einzugehen.

Jetzt wollen die drei Abenteurer ihre Geschichte noch weiter bekannt machen. «Wir sind daran, die Bilder an verschiedene Magazine zu verkaufen», erzählt Martin Bissig. Und auf dem gefrorenen Fluss kam ihnen eine weitere Idee: Im Februar bietet ihr Reisebüro eine Eistrekking-Reise ins Zanskar-Tal an – ebenfalls mit dem Begleiter Tundup. «So können wir dieser Region und den Menschen etwas zurückgeben», so Bissig, der bereits im November wieder für ein weiteres Projekt nach Indien reist.

Hinweis

«Rocky-Mountain-Transhimalaya», am Donnerstag, 24. Oktober, um 20 Uhr im Burgbachsaal. Eintritt: 20 Franken.