Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

ZUG: Diese Frau hat die reformierte Kirche verändert

Brigitta Kühn-Waller hat fast ein Jahrzehnt die Bezirkskirchenpflege präsidiert. Nun wünscht sie sich mehr Zeit für sich und ihre Familie.
Susanne Holz
Brigitta Kühn- Waller blickt auf eine bewegte Zeit als Präsidentin der Bezirkskirchenpflege zurück. (Bild Stefan Kaiser)

Brigitta Kühn- Waller blickt auf eine bewegte Zeit als Präsidentin der Bezirkskirchenpflege zurück. (Bild Stefan Kaiser)

Mit der Reformierten Kirche Zug sei sie immer verbunden gewesen, erzählt Brigitta Kühn-Waller. «Ich wurde in dieser Kirche getauft, konfirmiert, verheiratet. Auch unsere drei Söhne sind hier getauft.» Die lebensfrohe Christin fasst es so lässig wie treffend zusammen: «Alle wichtigen Ereignisse sind hier deponiert.» Brigitta Kühn ist in Zug aufgewachsen, sie ist bestens vernetzt in dieser Stadt und sagt: «Als Präsidentin der Bezirkskirchenpflege war das ein grosser Vorteil für mich. Man hat mir die Kompetenz auch zugesprochen, weil ich schon immer einen nahen Kontakt zu den Kirchgemeindemitgliedern hatte. Ich ging seit eh und je mit ihnen in den Gottesdienst.»

Ehrenamt als Beruf

Was Brigitta Kühn aber auch vorweisen konnte, als sie im Dezember 2005 zur Präsidentin der Bezirkskirchenpflege (BKP) Zug-Menzingen-Walchwil gewählt wurde: einige Erfahrung mit Spitzenpositionen im Ehrenamt. Sechs Jahre lang war sie Präsidentin der Frauenzentrale Kanton Zug, sie war Gründungspräsidentin von Benevol, und sie leitete das Zuger Bündnis gegen Depression. Als «meine Berufstätigkeit» bezeichnet die frühere Familienfrau mit einem fröhlichen Lächeln ihr grosses ehrenamtliches Engagement. Pfarrer Andreas Haas, in dessen Pfarrwahlkommission Brigitta Kühn vor 22 Jahren «als ganz normales Kirchgemeindemitglied» sass, sagt über seine langjährige Vorgesetzte: «Frau Kühn gehört zu den Menschen, die sich mit grossem Engagement freiwillig engagieren. Sie hat die Arbeit der Kirchgemeinde umsichtig und mit Herzblut geprägt.»

Die so Gelobte zählt die Grundpfeiler ihrer Arbeit auf: Organisieren, vernetzen, vermitteln. «Konsens und kooperativer Führungsstil waren mir immer wichtig», sagt die 66-Jährige. Ihr Ziel sei gewesen, «die Bezirkskirchenpflege zu einem Team zu formen, das gemeinsam die Aufgaben für die Gemeinde erfüllt». Brigitta Kühn wollte, dass die Mitarbeitenden sich wohl fühlen. Und sie wollte die Leute für die Kirche begeistern. Eines ihrer liebsten Projekte war und ist deshalb vermutlich die City-Kirche Zug, bei deren Aufbau sie ab 2004 dabei war und deren Steuergruppe sie auch in Zukunft angehören wird. «Das Schöne an der City-Kirche sind ihre Themen», findet die scheidende BKP-Präsidentin, «diese Themen sind ausserordentlich, generationenübergreifend und ansprechend auch für Menschen ausserhalb der Kirche. Sie sind ein Türöffner und dürfen sich ruhig auch entlang von Grenzen bewegen.»

Loslassen war nicht einfach

Als berührende Momente während ihrer Amtszeit nennt die Zugerin die Einweihung der renovierten Kirche, das 100-Jahr-Jubiläum, die Arbeit an der Festschrift «Platz da» und das in Betrieb nehmen der neuen Glocken mitsamt Glockenaufzug. «So viel Wichtiges ist passiert während meiner Zeit», blickt Brigitta Kühn zurück.

Wie sehr sie ihre Arbeit als Präsidentin da wohl vermissen wird? Sie werde diese Arbeit und den damit verbundenen ständigen Informationsfluss in Zukunft schon etwas vermissen, antwortet die Frau, die sich seit über 30 Jahren ehrenamtlich in den verschiedensten Gremien betätigt. So habe sie in den letzten Monaten einen Prozess des Loslassens erlebt, «der gar nicht so einfach war».

Doch Brigitta Kühn verabschiedet sich mit vollem Herzen: «Unser Leben ist die Geschichte unserer Begegnungen», sagt sie. Mit vielen anderen zusammen habe sie an einem farbigen Teppich gewoben, an einem Teppich für die Kirche. Dieser Teppich wird sicher weiterwachsen, und Brigitta Kühn freut sich währenddessen über mehr Zeit – für sich, ihre Familie, ihre fünf Enkelkinder. «Ich schlage jetzt bewusst ein Buch mit leeren Seiten auf.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.