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ZUG: Diese Liebe übersteht jede Alge

Wenn es heiss wird, wird mein Lieblingsplatz, zumindest gefühlt, der liebste Platz des halben Kantons: der Zugersee. Für mich hat er aber auch im Winter seinen Reiz.
Zoe Gwerder
Der einzige «Chnurz» mit dem Zugersee sind die Algen, die sich immer wieder mal darin finden. (Bild Stefan Kaiser)

Der einzige «Chnurz» mit dem Zugersee sind die Algen, die sich immer wieder mal darin finden. (Bild Stefan Kaiser)

Zoe Gwerder

Wasser – Algen – Entspannung. Mein Lieblingsplatz ist riesig. Rund 38 Quadratkilometer umfasst er – und er ist bis zu 198 Meter tief: der Zugersee. Natürlich ist es etwas speziell, vom Zugersee als «Platz» zu sprechen. Geschweige denn als Lieblingsplatz. Doch ich bin dort am liebsten, wo der See ist. Sei es beim Schwimmen und Baden im See, sei es im Kajak oder auf dem Schiff auf dem See, oder sei es beim Spaziergang, auf der Velotour oder einem netten Gespräch am Ufer des Sees.

Eiskalte Zuneigung

Unvergessen so mancher Sonnenuntergang, den man vom Ostufer bewundern kann. Es soll einer der Schönsten überhaupt sein, wird gesagt. Ich kann dem nur zustimmen. Aber auch wenn nicht gerade Sommer ist, bin ich Zugersee-Fan. Es gibt nichts Schöneres, als bei trübem Wetter oder eiskalten Temperaturen mit dem Kajak oder ähnlich ruhigen, schwimmenden Untersätzen den See zu geniessen. An solchen Tagen fühlt sich die Tierwelt ungestört ,und die innere Ruhe der Seefauna geht in einen über – so kitschig es klingen mag.

Gischt im Licht der Sturmwarnung

Doch noch viel lieber mag ich die stürmische Seite des Sees. Wenn sich bei Westwind oder Föhn die Wellen überschlagen und der See die Farbe eines dunklen Smaragdes annimmt. Wenn bei einem abendlichen Sturm die Sturmwarnung das Ufer und die Gischt des tobenden Sees erhellt. Dann könnte ich stundenlang zuschauen.

Die Abgründe des Sees

Natürlich hat diese Liebe auch ihre «Chnürz». So zum Beispiel die Algen. Jeden Sommer dasselbe: Kaum wird es warm und der See so richtig badetauglich, schlingen sich die Wasserpflanzen beim Schwimmen wie Tentakeln um die Waden. Kommts richtig toll, werden sie zum fast undurchdringlichen Teppich, in dem man mit etwas Pech auf halb verweste Fische stösst, die sich – wohl nach ihrem Ableben – in den Fangarmen der Algen verfangen haben. Auch die Trübung des Wassers, die immer wieder mal auftritt, trübt den Badespass – wortwörtlich. Nicht zu sprechen von der schnellen Erwärmung des oberen Teils des Sees. Dies mag ja am Anfang der Badesaison super sein. Wenn dann aber das Wasser im See fast wärmer ist, als jenes das ich an kalten Winterabenden in meine Badewanne einlaufen lasse, hat das Bad im See seinen Reiz verloren. Von Erfrischung kann nicht mehr die Rede sein, und die Entenflöhe, die sich dann plötzlich hervorragend vermehren und sich nicht mehr nur auf Enten, sondern auch auf Menschen stürzen, tragen ihren Teil dazu bei.

Meine Zugeständnisse

Doch ich gebe zu: Ich klage auf hohem Niveau. Und ich nehme definitiv lieber diese «Chnürz» mit meiner Liebe in Kauf, als dass ich auf sie verzichten würde. Nicht zu denken, ich könnte mich im Sommer nicht mehr ins kühle Nass des Sees stürzen. Nicht zu denken, er würde mich nicht mehr an seinem Ufer sitzen lassen. Zudem muss ich meinem Lieblingsplatz zugestehen, dass er sich deutlich verbessert hat. War der Zugersee noch vor 50 Jahren auf dem Höchststand seiner Verschmutzung und damit auch jenem seiner Algenbildung, ist er heute deutlich sauberer. Die Seekuh, in meinen Kindheitserinnerungen ein mintgrünes Stahlmonster mit grossen Schaufelrädern, gibt es zwar immer noch. Allerdings nicht mehr Mintgrün, sondern gut getarnt als blau-weisses Schiff, entfernt sie bei den Badeanstalten die ungemütlichen Algen. So dass der Zugersee für mich, aber sicher auch für einige andere Erdbewohner, Lieblingsplatz bleibt.

Mein Lieblingsort: Alle Beiträge gibt es auf www.zugerzeitung.ch/bonus

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