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ZUG: Dieser Buschauffeur fährt neu mit Blaulicht

Die neuen Busse der Zugerland Verkehrsbetriebe haben eine Spezialfunktion: Der Innenraum kann blau beleuchtet werden. Dies dient der Sicherheit.
Julian Feldmann und Yasmin Kunz
Der Buschauffeur Sabedin Bajrami fährt einen der insgesamt fünf neuen Busse der Zugerland Verkehrsbetriebe. Je nach Sichtverhältnissen kann er das Blaulicht einschalten. (Bild Werner Schelbert)

Der Buschauffeur Sabedin Bajrami fährt einen der insgesamt fünf neuen Busse der Zugerland Verkehrsbetriebe. Je nach Sichtverhältnissen kann er das Blaulicht einschalten. (Bild Werner Schelbert)

Das Phänomen ist bekannt: Draussen ist es dunkel, man befindet sich in einem beleuchteten Raum. Will man durch ein Fenster schauen, reflektieren die Glasscheiben das Interieur. Für nächtliche Verkehrsteilnehmer ist dieser Umstand nicht ungefährlich. Dem Problem haben die Zugerland Verkehrsbetriebe nun einen Riegel geschoben: In den neu beschafften Bussen des Typs Mercedes Citaro haben die Chauffeure die Wahl, ob sie mit den herkömmlichen Lichtverhältnissen fahren oder auf eine feine, blaue Beleuchtung umschalten wollen.

Vertrag mit Mercedes bis 2018

Das kommt nicht nur der Netzhaut von müden Fahrgästen zugute. Buschauffeur Sabedin Bajrami sagt, er merke den Unterschied. «Es ist angenehm, mit dem blauen Licht zu fahren.» Nicht, dass die Beleuchtung die einzige Änderung wäre, die der neue Bus mit sich bringt – neu gestaltet sind auch Fahrerkabine, Kasse und eine Sicherheitsschranke. Bajrami findet zudem, der Citaro schlittere im Winter weniger als seine Vorgänger: «Mit dem kommt man überall rauf.»

Fünf Busse dieses Typs sind bereits auf den Zuger Strassen unterwegs. Vier weitere solche Gefährte werden nach Aussage der Mediensprecherin der Zugerland Verkehrsbetriebe, Kathrin Howald, in naher Zukunft zur Flotte stossen. Überhaupt werden alle Neuanschaffungen bis mindestens 2018 über das «blaue Gadget» verfügen. Mit dem Anbieter Mercedes, der diese Funktion entwickelt hat, wurde nämlich «ein Kontrakt» bis zum besagten Jahr abgeschlossen, wie Howald sagt.

«Ich sehe die Strasse besser»

Nicht nur in den Augen von Chauffeur Sabedin Bajrami stellt die auffällige Neuerung einen Mehrwert dar. Christian Baumann, Fachverantwortlicher des Betriebs ZVB, der selbst auch ab und an hinter dem Steuer sitzt, sagt: «Die blaue Innenbeleuchtung ist dann angenehm, wenn man auf Strecken unterwegs ist, die nicht oder nur wenig beleuchtet sind, also ‹Überland› oder spät abends in Wohnquartieren.» Auch bei schlechtem Wetter empfehle sich dieses Licht. «Der Fahrgastraum spiegelt sich dann deutlich weniger in der Frontscheibe. Ich sehe die Strasse besser, was die Sicherheit für die Fahrgäste zusätzlich erhöht.»

Die Funktion des blauen Lichts lässt sich aber auch deaktivieren – oder nur im vorderen Bereich des Busses anwenden. Laut Howald können die Passagiere beim Chauffeur darum bitten, mit den herkömmlichen Lichtverhältnissen zu fahren – zum Beispiel, wenn sie lesen wollen. In diesem Fall entscheide der Fahrer – nach Sicherheitsaspekten: «Ich finde es gut, dass das Fahrpersonal selber entscheiden kann, mit welcher Innenbeleuchtung es fährt», sagt Baumann dazu. «So ist die Sicherheit für die Fahrgäste am grössten.»

Bei den Verkehrsbetrieben Luzern (VBL) weiss man von den neuen Bussen in Zug. Die Luzerner Busse hingegen verkehren mit den herkömmlichen Lichtverhältnissen. Gemäss Christian Bertschi, Sprecher der VBL, sei eine Umstellung zurzeit weder bei den Fahrgästen noch bei den Chauffeuren ein Thema. Grund: «Wir können das Licht im Innenbereich der Busse sehr gut regulieren, so dass praktisch keine Spiegelung entsteht.» Trotzdem würde die VBL gespannt über die Kantonsgrenze schauen, sagt Bertschi. «Vielleicht ist diese Beleuchtung für uns auch mal eine Überlegung wert, zumal unsere Busse vom gleichen Hersteller kommen.»

Julian Feldmann und Yasmin Kunz

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