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ZUG: «Dieser Platz hat es wirklich in sich»

Die Streethockey-Weltmeisterschaft hat für Begeisterung gesorgt. Und sie wird wohl die Zukunft des Arenaplatzes prägen. Neue Pläne werden schon geschmiedet.
Samantha Taylor
Wie man auf dem Platz feiern kann, hat etwa das Konzert von Lo und Leduc am letzten Freitag gezeigt. (Bild Christian H. Hildebrand)

Wie man auf dem Platz feiern kann, hat etwa das Konzert von Lo und Leduc am letzten Freitag gezeigt. (Bild Christian H. Hildebrand)

Sie hat alle Erwartungen übertroffen: jene der Organisatoren, der Sportler und selbst die der Zuger Bevölkerung. Die Rede ist von der Streethockey-Weltmeisterschaft, die in den vergangenen zehn Tagen in der Bossard-Arena und auf dem Arenaplatz für Stimmung gesorgt hat. Rund 50 000 Besucher konnten die Organisatoren verzeichnen. Ihre Erwartungen – sie gingen im Vorfeld von rund 1500 Personen pro Tag aus – wurden damit bei weitem übertroffen. Zudem wurde der Anlass in den höchsten Tönen gelobt. Als «die beste Weltmeisterschaft», die er je erlebt habe, bezeichnete etwa Georges Gortsos, Chef der International Street & Ball Hockey Federation, den Anlass. «Unglaublich» waren die Tage für OK-Präsident Maurus Schönenberger. Er habe so etwas noch nie erlebt, und er hätte sich einen solchen Erfolg nie träumen lassen. «Wir haben es wirklich geschafft, ein Volksfest zu organisieren und den Sport in den Fokus zu rücken.» Er habe zahlreiche Anfragen von Eltern erhalten, die ihre Kinder bei den Oberwil Rebells anmelden wollten.

Positive Rückmeldungen

Die Weltmeisterschaft war aber auch für das Stadtleben prägend. Denn der Anlass mit seinem breiten Rahmenprogramm wurde zur Feuertaufe für den Arenaplatz und erweckte diesen zum Leben – erstmals in diesem Ausmass. Mit Spannung erwarteten die Organisatoren darum vor allem auch die Reaktionen aus der Nachbarschaft. Doch die blieben weitgehend aus. Zumindest die Negativen. «Wir hatten ganz am Anfang zwei Reklamationen. Danach hat praktisch alles reibungslos geklappt. Die Feedbacks waren im Gegenteil sehr positiv», sagt Maurus Schönenberger. Das bestätigt auch Marcel Schlatter, Mediensprecher der Zuger Strafverfolgungsbehörden. So sei bei der Polizei lediglich eine Reklamation eingegangen, und zwar erst am allerletzten Abend. «Eine Anwohnerin hat sich um 22.17 Uhr wegen des nach ihrem Empfinden übermässigen Lärms beklagt.» Die Polizei sei dann vor Ort gewesen. «Eine Intervention war nicht nötig. Es herrschte Aufbruchstimmung und die Lautstärke war tolerierbar.»

Das scheint auch die Mehrheit der Quartierbewohner so zu sehen. «Ich habe durchwegs positive Rückmeldungen erhalten», sagt Richard Rüegg, Vorstandsmitglied des Quartiervereins Zug West. Viele Bewohner hätten selbst an der Veranstaltung teilgenommen. «Geschätzt wurde ausserdem, dass die Organisatoren sehr zuverlässig und absolut korrekt waren», so Rüegg weiter. Dies insofern, als dass die bewilligten Zeiten immer strikte eingehalten worden seien. «Wenn es eine Bewilligung bis 23 Uhr gab, dann wurde genau so lange gefeiert und danach war sofort Schluss. Das ist im Quartier sehr gut angekommen», erklärt der CVP-Gemeinderat.

Konzerte und Public Viewing

Die Streethockey-Weltmeisterschaft ist zwar nun vorbei, dennoch wird sie wohl noch weitere Kreise ziehen – zumindest in Bezug auf den Arenaplatz. Das positive Echo hat Richard Rüegg veranlasst, aktiv zu werden. «Meine Idee ist, dass im nächsten Jahr etwa um die gleiche Zeit ein Open-Air-Festival auf dem Arenaplatz stattfindet.» Er habe bereits Kontakt mit dem Eventmanager der Streethockey-WM aufgenommen. «Wir sind daran, ein Organisationskomitee auf die Beine zu stellen», so Rüegg. Es sei auch denkbar, dass der Anlass mit der Fussball-Europameisterschaft in Verbindung gebracht werde. «Wir könnten uns etwa vorstellen, dass neben Konzerten noch eine Grossleinwand für ein Public Viewing aufgestellt wird.» Das seien vorläufig erst Ideen. «Wir stehen noch ganz am Anfang der Organisation.»

«Eine Einladung»

Die erfolgreiche Feuertaufe des Arenaplatzes vermag auch die Politik zu begeistern. «Die WM hats gezeigt: Dieser Platz hat es wirklich in sich. Er braucht einfach jemanden, der ihn bespielt», sagt Stadtpräsident Dolfi Müller. Es sei toll gewesen zu sehen, wie viel Begeisterung die sportlichen und die gesellschaftlichen Anlässe in den vergangenen Tagen ausgelöst hätten. Es sei eine rundum gelungene Veranstaltung gewesen. «Der Arenaplatz ist eine Einladung, etwas daraus zu machen. Nun gilt es, diese auch weiterhin anzunehmen», so der Stadtpräsident. Die Zukunft des Platzes sieht der Stadtpräsident positiv. «Es ist klar, dass wir in Zug pro Sommer nicht x Veranstaltungen haben werden. Das können wir wohl auch nicht stemmen.» Aber man habe nun gesehen, was alles möglich sei. «Und wenn die Leute Verantwortung übernehmen und etwas Attraktives auf die Beine stellen, dann wird es auch von der Bevölkerung getragen.»

Samantha Taylor

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