ZUG: Diskussion um Landis+Gyr-Haus geht weiter

Die Diskussion um das ehemalige Landis+Gyr-Haus beim Bahnhof Zug geht weiter. In einer Mitteilung vom Donnerstag rechtfertigte der Stadtrat den Kauf, von dem seiner Ansicht nach alle Seiten profitierten.

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Hier soll die Stadtverwaltung zentralisiert werden. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Hier soll die Stadtverwaltung zentralisiert werden. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

In seiner Antwort auf eine Interpellation der FDP erläutert der Stadtrat die umstrittenen Folgekosten des Liegenschaftenkaufs. Die Zahlen zeigten, "dass der Kauf goldrichtig war", wird Stadtpräsident Dolfi Müller (SP) in der Mitteilung zitiert. Gewinnen würden alle - Stadtkasse, Einwohnerschaft und Mitarbeitende.

Nach Angaben des Stadtrats kommt der Umzug der Verwaltungsstellen an den neuen Standort auf 460'000 Franken zu stehen. Noch abgeklärt werde, ob Brandschutzmassnahmen nötig seien. Diese würden rund 1,2 Millionen Franken kosten.

Im weiteren listet der Stadtrat in der Interpellationsantwort eine ganze Reihe "optionale Investitionen"auf, die sich auf insgesamt 4,9 Millionen Franken summieren. Unter anderem 1,9 Millionen für Grundrissveränderungen auf den Stockwerken, 720'000 für zusätzliche WCs, 660'000 für Anpassungen der IT-Infrastruktur und 470'000, um das Gebäude erdbebensicher zu machen.

In seiner Mitteilung spricht sich der Stadtrat für die Realisierung der optionalen Investitionen aus. Diese würden sich rasch auszahlen. Mit Grundrissveränderungen etwa fände die gesamte Verwaltung auf vier Stockwerken Platz, ohne benötigte sie fünf - die Investition brächte also den Vorteil, eine ganze Etage mehr vermieten zu können.

Nach Rechnung des Stadtrats ergibt eine Gegenüberstellung von Erträgen und Aufwendungen einen Überschuss von rund zehn Millionen Franken in den nächsten 15 Jahren.

Doppelinitiative hängig

Die Stimmberechtigten der Stadt Zug hatten im September 2012 mit einer 55,8-Prozent-Mehrheit den Kauf der L+G-Liegenschaft für 52,2 Millionen Franken gutgeheissen. Die heute auf sieben Standorte verteilte Verwaltung sollte an diesem Standort zusammengefasst und die frei werdenden Altstadt-Häuser anderen Zwecken geöffnet werden.

Ein überparteiliches Komitee unter der Leitung von FDP und CVP reichte im April 2014 eine Doppelinitiative ein: Die Initiative "JA zur historischen Altstadt" verlangt den Verbleib der städtischen Verwaltung in der Altstadt. "JA zu gesunden Stadtfinanzen" fordert den Weiterverkauf der L+G-Liegenschaft innerhalb der nächsten zehn Jahre. (sda)