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ZUG: Doppelmord: Gerichtstermin abgeblasen

Am Donnerstag hätte vor dem Zuger Obergericht der Prozess gegen einen Mann stattfinden sollen, der vom Zuger Strafgericht wegen zweifachen Mordes verurteilt worden ist. Der Termin musste abgeblasen werden. Der Beschuldigte will einen ausserkantonalen Richter bekommen.
Hinter diesen Mauern wird vorerst nicht über den Doppelmord in Zug verhandelt: Das Gebäude des Zuger Obergerichts. (Archivbild Werner Schelbert / Neue ZZ)

Hinter diesen Mauern wird vorerst nicht über den Doppelmord in Zug verhandelt: Das Gebäude des Zuger Obergerichts. (Archivbild Werner Schelbert / Neue ZZ)

Schuldig des mehrfachen Mordes, bestraft mit einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe, anschliessend Verwahrung - so entschied das Zuger Strafgericht 2013. Der Beschuldigte hatte gemäss Überzeugung des Gerichts im Februar 2009 in einer Zuger Attikawohnung die Bewohnerin und eine zweite Frau erdrosselt und beraubt. Noch im Gerichtssaal kündigte der Verteidiger damals einen Weiterzug an.

Die Hauptverhandlung vor der zweiten Instanz, dem Zuger Obergericht, hätte nun am Donnerstag stattfinden sollen. Als Reservetag war auch noch der Freitag eingeplant. Daraus wird nun aber nichts. Der Termin wurde abgesagt, ein neuer Zeitpunkt noch nicht festgelegt. Für den Beschuldigten spielt die Verzögerung keine Rolle. Er sitzt ohnehin im Strafvollzug.

«An den Start zurück»

Grund für die Verschiebung sind die Aktivitäten des neuen Pflichtverteidigers. Nach der erstinstanzlichen Verurteilung hat der Verurteilte erfolgreich einen neuen Verteidiger beantragt. Dieser hat im Verfahren nach eigenen Angaben «gewisse Mängel» geortet und will den Fall neu aufrollen: «Wir müssen nochmals an den Start zurück», sagte er auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Zudem wurde ein Ausstandsgesuch gegen den Oberrichter eingereicht, der die Verhandlung vom Donnerstag hätte leiten sollen. Dieser sei nämlich befangen. Wie übrigens alle ordentlichen Oberrichter im Kanton Zug, da jeder schon einmal mit seinem Mandanten zu tun gehabt habe, so der Jurist.

Ausser dem jetzt betroffenen Richter seien alle bereits in den Ausstand getreten. Der noch verbleibende habe sich in seiner Stellungnahme zum Gesuch als nicht befangen eingestuft und im übrigen festgehalten, das Gesuch sei zu spät eingegangen. Jetzt seien weitere Schritte zu überlegen, sagte der Anwalt.

«In Zug kennt jeder jeden»

Dem Zuger Obergericht gehören neben Präsident und Vizepräsident drei hauptamtliche und zwei nebenamtliche Oberrichter an. Dazu gibt es sechs Ersatzmitglieder. Sollte schliesslich auch der letzte ordentliche Richter in den Ausstand treten müssen, so blieben die Ersatzrichter. Das scheint dem Verteidiger aber rechtlich bedenklich.

Stünde kein Richter mehr zur Verfügung, so müsste einer aus einem anderen Kanton beigezogen werden. Und genau darauf zielen der Beschuldigte und sein Rechtsvertreter ab. Laut dem Anwalt herrscht nämlich im Kanton Zug – wie in jedem kleinen Kanton und auch andernorts – ein «Filz». Jeder kenne hier jeden.

Den Fall, dass das gesamte Berufungsgericht betroffen sein sollte, regelt die Strafprozessordnung des Bundes: Dann muss das Bundesstrafgericht über das Ausstandsgesuch entscheiden.

Elisabeth Hausmann, sda

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