ZUG: Doppelmord-Teilentscheid am 11. April

Fünf Monate nach der Hauptverhandlung im Dezember 2012 fällt das Zuger Strafgericht am 11. April einen Teil-Entscheid in Sachen eines mutmasslichen Doppelmörders. Es geht vorerst um den Tatablauf. Über das Strafmass wird später entschieden.

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Die Attikawohnung in Zug, wo sich das Tötungsdelikt ereignete. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Die Attikawohnung in Zug, wo sich das Tötungsdelikt ereignete. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Vor Gericht zu verantworten hat sich ein heute 47-jähriger Schweizer. Er soll im Februar 2009 in einer Zuger Attikawohnung die 54-jährige wohlhabende Wohnungsinhaberin und deren 36-jährige Haushalthilfe getötet, Wertsachen mitgenommen und zur Spurenverwischung einen Brand gelegt haben.

Klar ist: die beiden Frauen wurden gefesselt und offensichtlich seit Tagen tot in der von einem Brand beschädigten Wohnung entdeckt. Zwei Monate später wurde der Tatverdächtige festgenommen.

Gemäss Anklageschrift hat der Beschuldigte die beiden Frauen gefesselt. Die jüngere erwürgte er mit einem Wäschestück, das er ihr um den Hals zurrte. Ob die ältere sich mit der tückisch angebrachten Fesselung selbst erdrosselte, oder ob der Beschuldigte auch sie erwürgte, konnte nicht vollständig geklärt werden.

Mehrfacher Mord oder Totschlag

Die Staatsanwältin klagt den Mann des mehrfachen Mordes, des Raubs, der Brandstiftung und weiterer Delikte an. Der Verteidiger fordert im unklaren Fall einen Freispruch. Die Tötung der jüngeren Frau will er als Totschlag qualifiziert haben. Zudem sieht er nicht Raub sondern bloss Diebstahl gegeben. Die Brandstiftung ist unbestritten.

Die Verhandlung war vertagt worden, weil ein zusätzliches psychiatrisches Gutachten hatte eingeholt werden müssen. Die Anklage fordert nämlich nicht nur eine lebenslängliche Freiheitsstrafe, sondern zusätzlich auch eine lebenslange Verwahrung. Um darüber zu entscheiden, muss sich das Gericht auf mindestens zwei unabhängige Gutachten abstützen können.

An sich lagen zwei Gutachten bereits bei der Verhandlung im November vor. Weil sich aber der zweite Gutachter auf den ersten abgestützt hatte, zog der Verteidiger seine Unabhängigkeit in Zweifel und verlangte ein drittes Gutachten. Das Gericht gab dem Antrag statt.

Teilweise geständig

Der Beschuldigte ist nur teilweise geständig. Dass er die Haushalthilfe getötet hat, gibt er zu. Die Verantwortung für den Tod der Wohnungsinhaberin weist er von sich. Sie sei vermutlich an einem epileptischen Anfall gestorben, erklärte er vor Gericht.

Dass er, wie die Anklage es sieht, in Raubabsicht in die Wohnung gekommen war, die er bereits als Handwerker gekannt hatte, verneinte er. Er habe an jenem Tag bloss seine Affäre mit der 54-jährigen Frau definitiv beenden wollen. Er berief sich im Übrigen auf seinen zur Tatzeit exzessiven Alkohol- und Kokainkonsum und machte immer wieder Erinnerungslücken geltend.

sda