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ZUG / EBIKON: Wegen Mall: Kurzfristige Einbussen bei Zuger Geschäften sind möglich

Am Mittwoch öffnete mit der Mall of Switzerland das grösste Einkaufscenter der Zentralschweiz die Türen. Müssen Zuger Geschäfte nun um ihre Kundschaft fürchten?
Nils Rogenmoser, Zug
Besucherinnen und Besucher strömten gestern zur Eröffnung in die Mall of Switzerland. (Bild: Keystone/Alexandra Wey (Ebikon, 8. November 2017))

Besucherinnen und Besucher strömten gestern zur Eröffnung in die Mall of Switzerland. (Bild: Keystone/Alexandra Wey (Ebikon, 8. November 2017))

Nils Rogenmoser, Zug

redaktion@zugerzeitung.ch

Das mit 65 000 Quadratmeter zweitgrösste Einkaufszentrum der Schweiz wurde am Mittwoch in Ebikon eröffnet. Obwohl die Mall of Switzerland leicht mit dem Auto und dem öffentlichen Verkehrsnetz erreichbar ist, reagieren Zuger Geschäfte auf diesen Umstand nüchtern.

André Odermatt, Präsident der Vereinigung Pro Zug, die für Zuger Detailgeschäfte zuständig ist, meint: «Das neue Einkaufscenter wird für unsere Kundschaft keine grossen Auswirkungen haben. Anfangs werden die Leute wohl aus Neugierde und wegen der Medieneuphorie dorthin gehen, um dann zu merken, dass die Geschäfte nichts Spezielles sind.» Er fügt an, dass die Detailhandelsbranche mit anderen Problemen zu kämpfen habe: «Fehlende Parkplätze oder kein Wi-Fi-Netzwerk bereiten uns weit mehr Schwierigkeiten.»

Tobias Achermann ist CEO der Zug Estates Gruppe, die unter anderem das Metalli-Center bewirtschaftet. Er macht sich keine Sorgen über allfällige Umsatzeinbussen im Metalli-Center: «Kurzfristig wird der Umsatz wohl etwas zurückgehen – die Leute wollen natürlich erst einmal sehen, wie es in der neuen Mall aussieht und dort vielleicht gleich auch ihren Weihnachtseinkauf erledigen. Dies sollte in meinen Augen aber nicht von Dauer sein. In der Metalli haben wir eine gute Infrastruktur, einen attraktiven Branchenmix und eine treue Stammkundschaft, die hier ihren täglichen Einkauf tätigt.» Dennoch werde man die ersten Wochen der Mall interessiert beobachten, fügt Achermann an.

Die Mall of Switzerland vereint Geschäfte und Gastrobetriebe mit Freizeit- und Sportangeboten sowie einer riesigen Kinderzone. Knapp eine halbe Milliarde hat das Projekt gekostet, das von einem Investmentfonds aus Abu Dhabi finanziert wird und 2005 die Bewilligung erhalten hatte.

Stammpublikum schätzt Vorzüge der Zuger Kinos

Das Einkaufscenter bietet Film-Liebhabern ein Multiplex-Kino, das mit zwölf Sälen über insgesamt 1962 Sitzplätze und die schweizweit grösste Imax-Kinoleinwand verfügt. Der Geschäftsführer der beiden Zuger Kinos Seehof und Gotthard Thomas Ulrich bezieht dazu Stellung: «Jede Konkurrenz ist eine Konkurrenz, zu den Stosszeiten ist das zusätzliche Platzangebot im Multiplex-Kino für uns natürlich problematisch. Im Tagesgeschäft erwarten wir hingegen keine sehr grossen Einbussen – da werden es andere Kinos im Raum Luzern vermutlich schwieriger haben. Wir vertrauen darauf, dass unser Stammpublikum die Vorzüge der Zuger Kinos auch weiterhin zu schätzen weiss.»

Ankermieterin Migros: «Konkurrenz belebt»

Migros ist Ankermieterin in der Mall of Switzerland. Gemäss Marisa Michlig, Mediensprecherin der Genossenschaft Migros Luzern, schätzt die Migros die Auswirkungen auf Zuger Filialen als nicht erheblich ein: «Ein neues Center dieser Grössenordnung wird sicher eine gewisse Konkurrenz zu unseren Filialen. Gleichzeitig wissen wir aber auch, dass Konkurrenz belebt – demnach rechnen wir nicht mit grossen Umsatzeinbussen.» Als Ankermieterin werde die Position als Marktführerin in der Zentralschweiz gestärkt und auch für die Zukunft gesichert, so Michlig weiter.

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