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ZUG: Ehemaliger Zuger Stadtrat Ivo Romer bricht sein Schweigen

Die Berufungsverhandlung in Sachen Ivo Romer vor Obergericht ist am Freitag vorerst ohne Urteil zu Ende gegangen. Der Beschuldigte Ex-Stadtrat brach zum Schluss sein Schweigen.
Das Zuger Obergericht. (Bild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Das Zuger Obergericht. (Bild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Die Berufungsverhandlung im Fall des ehemaligen Zuger Stadtrats Ivo Romer (53) ging am Freitag mit den letzten Parteivorträgen zu Ende. Ein Urteil werde voraussichtlich im April 2018 öffentlich verkündet, sagte der vorsitzende Richter. Am Freitag brach auch der Beschuldigte sein Schweigen für eine kurze Zeit.

«Es gibt ein paar Sachen, die ich sagen möchte», meldete sich Ivo Romer nach den letzten Parteivorträgen zu Wort. «Was mir in den letzten Jahren alles angedichtet wurde», sei für ihn schwer verdaubar. Dass er eine vermögende Witwe hörig gemacht oder über seine Verhältnisse gelebt hätte. «Oder, dass ich über Jahre Rechtsanwälte oder Behörden manipuliert haben soll. Ich bin überzeugt, nach dem Willen der Verstorbenen gehandelt zu haben. Die in der Verhandlung vorgebrachten Dokumente müssen doch endlich gewürdigt werden.»

Schwierige Lebensumstände

Sein Leben gestalte sich schwierig, führte Romer aus. «Aber ich bin weder uneinsichtig noch gebrochen.» Er nehme jeden Tag als neue Herausforderung an. «Ich halte der Verstorbenen auch nach ihrem Tod die Treue», erklärte er, den Wahlspruch des Adelshauses der Wittelsbacher «Cum fide virtus – In Treue fest» zitierend.

Vorgeworfen wird Ivo Romer in den Jahren 2006 bis 2012 die Konten sowie die Familienstiftung einer vermögenden, 2011 im Alter von 96 Jahren verstorbenen Witwe geplündert zu haben. Er soll dabei einen Schaden von rund 3,9 Millionen Franken verursacht haben. Konkret soll er die Straftatbestände der mehrfachen qualifizierten Veruntreuung, der mehrfachen ungetreuen Geschäftsbesorgung, der mehrfachen Urkundenfälschung sowie der gewerbsmässigen Geldwäscherei begangen haben.

Voraussetzungen seien nicht erfüllt

Materiell habe die Verteidigung in der Berufungsverhandlung nichts Neues vorgebracht, so die Staatsanwaltschaft gestern. Zum am Donnerstag in der Verhandlung erneut vorgebrachten Vorwurf der gewerbsmässigen Geldwäscherei äusserte sich gestern lediglich die Verteidigung. Sie erklärte, dass ein solcher Tatbestand gar nicht vorliegen könne, da das zu waschende Geld aus einem Verbrechen stammen müsse. Und das sei im vorliegenden Fall – eben weil die Witwe durch verschiedene von ihr unterzeichnete Bankdokumente, Kenntnis von den Geldtransfers hatte – nicht so. Es fehle somit an den Voraussetzungen zur Geldwäscherei. «Die Staatsanwaltschaft will einfach nicht wahrhaben, dass es Fakten gibt, die sie nicht widerlegt hat», so Romers Verteidiger.

Die Staatsanwaltschaft hatte am Donnerstag die Erhöhung der erstinstanzlich verhängten Freiheitsstrafe von viereinhalb auf fünf Jahre und vier Monate verlangt, weil sie es als erwiesen erachtete, dass sich Romer auch der Geldwäsche schuldig gemacht habe. Dies entgegen der Meinung des Strafgerichts. Dieses hatte Romer noch von diesem Vorwurf freigesprochen.

Weiter wehrte sich der Verteidiger dagegen, dass sich sein Mandant in den verschiedenen Einvernahmen und Prozessen unkooperativ verhalten haben soll, weil er kaum Aussagen gemacht hat. «Es ist das Recht eines Beschuldigten, keine Aussagen zu machen.» Auch würde sein Mandant immer wieder als Vermögensverwalter der verstorbenen Witwe bezeichnet. Das sei falsch. Er hätte lediglich eine Beratungs- und Betreuungsfunktion inne gehabt. Er halte daran fest, dass Ivo Romer vollumfänglich von Schuld, Strafe und Kosten freizusprechen sei. (haz)

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