Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

ZUG: Ehemaliger Zuger Stadtrat Ivo Romer pocht vor Obergericht auf Freispruch

Über 3,8 Millionen Franken soll der ehemalige Zuger Stadtrat Ivo Romer als Vermögensverwalter abgezweigt haben: Die Vorwürfe wies er am Donnerstag vor Obergericht zurück – er verlangt einen Freispruch. Die Staatsanwaltschaft plädiert dafür, dass die erstinstanzliche Strafe um fast ein Jahr erhöht wird.
Der ehemalige Zuger Stadtrat Ivo Romer gestern beim Betreten des Strafgerichts in Zug. (Bild: Stefan Kaiser/ZZ, Zug, 7. Februar 2017)

Der ehemalige Zuger Stadtrat Ivo Romer gestern beim Betreten des Strafgerichts in Zug. (Bild: Stefan Kaiser/ZZ, Zug, 7. Februar 2017)

Die Vorwürfe gehen auf die Jahre 2006 bis 2012 zurück: Der ehemalige FDP-Politiker soll sich aus den Konten einer Witwe, die 2011 im Alter von 96 Jahren verstorben ist, und deren Familienstiftung bedient haben.

Ob er seine Mandantin darüber informiert habe, dass deren Vermögen von über sechs Millionen auf am Ende 16'000 Franken geschmolzen sei, wollte der Richter unter anderem wissen. Doch wie bereits im Rahmen der Untersuchung und dem Verfahren vor der ersten Instanz verweigerte Romer auch vor dem Obergericht weit gehend die Aussage.

Einzig auf die Frage, weshalb er von seiner Unschuld überzeugt sei, sagte der heute 53-Jährige mehr als «nein» oder «keine Aussage»: Die Vorwürfe seien allesamt «Blödsinn», meinte er. Es stimme ja nicht einmal, dass er reformiert sei, wie dies festgehalten worden sei. Romers Verteidiger wird in der noch laufenden Berufungsverhandlung einen vollumfänglichen Freispruch fordern.

Für die beiden Staatsanwältinnen ist hingegen klar, dass Romer das Vertrauen und das fortgeschrittene Alter der Witwe schamlos ausgenutzt habe. «Aus reiner Habgier und purem Geltungsdrang» habe er Geld abgezweigt, um sich seinen Lebensstil und persönliche Projekte zu finanzieren. So sei er etwa als grosszügiger Mäzen aufgetreten.

Zusätzlich zu den Schuldsprüchen der ersten Instanz – qualifizierte Veruntreuung, ungetreue Geschäftsbesorgung und Urkundenfälschung – beantragten die Staatsanwältinnen auch eine Verurteilung wegen Geldwäscherei. Von diesem Vorwurf war Romer vor der ersten Instanz freigesprochen worden.

Bargeldtransfers ins Ausland und anschliessende Einzahlung auf ein Konto seien «ein Klassiker» und «typische Kaschierungshandlungen». Unter anderem deshalb solle der ehemalige Zuger Stadtrat nicht viereinhalb Jahre, sondern fünfeindrittel Jahre hinter Gitter, forderten die Staatsanwältinnen.

Die Berufungsverhandlung vor dem Zuger Obergericht geht am Donnerstag und voraussichtlich am Freitag mit mehreren Plädoyers weiter. Wann ein Urteil zu erwarten ist, ist noch ungewiss. (sda)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.